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Messenger: Schluss mit Spam: Whatsapp räumt die Chats auf

Fast jeder deutsche Smartphone-Besitzer nutzt Whatsapp. Kein Wunder, dass auch Spammer den Messenger für sich entdeckt haben. Jetzt erklärten die Entwickler, wie der Dienst die ungewünschten Nachrichten bekämpft.

Eine Frau schaut genervt auf ihr Smartphone

Spam bei Whatsapp nervt genauso wie überall sonst auch

Spam nervt. Egal ob Pillen verkauft oder Singles aus der Nachbarschaft vermittelt werden sollen: Kaum einer will die unseriösen Angebote haben. Weil sie sich über beliebte Messenger wie Whatsapp kostenlos verteilen lassen und sich in der Regel ausreichend viele Opfer finden, lohnt sich Spam dann aber leider doch. Whatsapp geht in letzter Zeit vermehrt gegen die unerwünschten Nachrichten vor - und steht sich selbst im Weg.

Seit letztem Jahr werden nämlich sämtliche Chats automatisch verschlüsselt. Selbst Whatsapp kann deshalb nicht mitlesen, was die Nutzer sich gegenseitig schreiben. Die klassische Spam-Erkennung über den Inhalt fällt also weg. Gegenüber dem Tech-Blog "Techcrunch" hat Whatsapp nun verraten, wie man die meisten Spammer trotzdem findet.

75 Prozent des Spams wird entdeckt

"Wenn man gut justierte Verhaltens-Werkzeuge hat, ist es gar kein Problem, Spam zu finden, ohne die Nachrichten selbst lesen zu können", erklärte Whatsapp-Entwickler Matt Jones gegenüber "Techcrunch". So suche man gezielt nach Verhaltensweisen, die darauf hindeuten, dass ein Nutzer spamt. Um 75 Prozent will man die Menge der unerwünschten Nachrichten so gesenkt haben.

Wenn ein Nutzer etwa ungewöhnlich viele Nachrichten verschickt, wird er als verdächtig eingeordnet. Eine gängige Taktik zum Aufstöbern von Spammern. Hinzu kommen Faktoren wie die Telefonnummer, der genutzte Internetanbieter, die Vorwahl und das Mobilfunknetz. Auch, wenn Nachrichten Ländergrenzen überschreiten, gelten sie schneller als verdächtig. 

Spam darf sich nicht lohnen

Um dazuzulernen, wertet Whatsapp zusätzlich Daten von Personen aus, die als Spammer gemeldet werden. So will man lernen, auf Anzeichen zu achten, die bislang übersehen wurden. 

Ist ein Spammer überführt, wird er aus dem Messenger ausgesperrt. Unschuldige Nutzer können sich bei Whatsapp beschweren. Nach Jones' Angabe erkennt man Spammer aber mittlerweile so zuverlässig, dass sich die Beschwerden in den letzten Monaten halbiert haben. Das Ziel ist klar: "Wir wollen die Kosten für die Spammer hochtreiben", erklärt Jones. Irgendwann rentiert sich der Aufwand dann vielleicht nicht mehr.

Kein Mittel gegen Kettenbriefe

Gegen die in Deutschland am weitesten verbreitete Masche dürften die Maßnahmen aber nicht helfen: Hierzulande verlassen sich Betrüger am liebsten auf Kettenbriefe. Die werden nicht von einer einzelnen Nummer, sondern von den Nutzern immer weiter verbreitet. Wo die Nachrichten ursprünglich herkommen, ist so kaum nachvollziehbar. Warum die Kettenbriefe so gefährlich sind, erklären wir in diesem Artikel.

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