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Scheibes Kolumne: Medien morgen: Steroide vom Polenmarkt

stern.de-Mitarbeiter Scheibe staunt über Schlagzeilen der PC-Fachmagazine. In Titelgeschichten geht es nur noch darum, die Leser zu illegalen Handlungen anzuleiten. Wie grotesk diese Praxis ist, zeigt sich, wenn man das Prozedere auf andere Bereiche überträgt.

Vor über zehn Jahren, da waren Computermagazine noch wirklich hilfreich. Die Computer Life erklärte seitenlang, wie eigentlich eine Festplatte funktioniert. Die DOS Shareware stellte auf Dutzenden Seiten Programme vor, die wirklich jeder gebrauchen konnte. Und in der WIN, der Bits&Bytes-Gott habe sie selig, konnte man in langen Workshops Schritt für Schritt nachvollziehen, wie sich mit Office-Programmen Probleme des Alltags lösen lassen.

Wo bleibt die Moral?

Heute sieht das Angebot ganz anders aus. Während das eine Magazin seitenweise darüber schreibt, dass sich auf chinesischen Internet-Seiten wirklich alle Musiken, Videos und Programme kostenfrei und risikofrei als Raubkopien herunterladen lassen, diskutiert ein anderes darüber, wie man es denn am besten schafft, völlig anonym ins Internet aufzubrechen, so dass niemand mehr mitprotokollieren kann, auf welchen Tauschbörsen-Seiten man sich herumgetrieben hat. Eine weitere Konkurrenz aus dem Blätterwald stellt derweil ausgesuchte Verbrecher-Tools vor, mit deren Hilfe es möglich ist, andere Rechner auszuspionieren, 30-Tage-Testversionen in Vollversionen zu verwandeln oder den Kopierschutz von online eingekauften Musiken zu beseitigen.

In Deutschland ist vieles verboten, was in diesen Magazinen auf der Tagesordnung steht. Der moralische Ausweg aus dem Dilemma: Das Magazin stellt die verbotenen Praktiken ja nur vor, animiert die Leser doch aber um Himmels Willen nicht dazu, sie auch selbst zu verwenden. Das funktioniert frei nach dem Motto: Mensch, schau doch mal, wie böse Buben sich Raubkopieren ziehen, aber tu das bitte, bitte nicht selbst. Zwinker, zwinker.

Vorbild für andere Bereiche?

Ich bin sehr gespannt, wann Magazine aus anderen Sparten gleichziehen und ihr Themenspektrum ebenfalls entsprechend erweitern, um doch noch mehr Leser zu finden. Die Ratgeberhefte titeln dann vielleicht: "50 totsichere Wege, um den Ollen um die Ecke zu bringen und die Lebensversicherung zu kassieren". Die Herrenmagazine schreiben derweil: "Halle. Leipzig. Dresden: Ich bin Arzt! Mit welchen üblen Kapitalisten-Tricks sich Ossi-Mädchen noch aufreißen und abschleppen lassen." Und die Klatschpresse titelt: "222 topgeheime Privat-Adressen Ihrer Stars: Laden Sie sich doch mal zum Abendessen ein."

Die Möglichkeiten sind schier endlos. Die Tiermagazine verfassen Ratgeber, wie sich Mieze oder Hundi fachgerecht an der Autobahnleitplanke entsorgen lassen und geben darüber hinaus die 111 besten Tricks bekannt, um vom Aussterben bedrohte Tiere aus dem Urlaub mit durch den Zoll nach Hause zu schmuggeln. Die Teenie-Postillen erklären zeitgleich, wie man sich einen Backstage-Pass für Tokio-Hotel-Konzerte am eigenen Rechner fälschen kann. Und sie zeigen auf, wie es mit illegalen Laborsubstanzen aus Russland möglich ist, die Pickel wegzuätzen, die Lippen aufzuspritzen und den Busen sprießen zu lassen. Sicherlich haben die trichterbrüstigen und dünnarmigen Jungs unter den Lesern auch Spaß daran, die 33 besten Steroid-Präparate kennen zu lernen - im Bündel mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sich die Ampullen auf dem Polenmarkt besorgen lassen. Titel der Story: "Muckies ohne Mühen: 33 Spritzen für mehr Power".

Naja, so weit ist es ja noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.