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Spielindustrie in der Krise: Will Wright schult um

Will Wright hat den Spaß beim Videospielekonzern Electronic Arts verloren und orientiert sich neu. In seiner eigenen Ideenschmiede will der eigenwillige Erfinder von Spielen wie "Die Sims" an alte Erfolge anknüpfen. Doch der alte Arbeitgeber ist nicht ganz unglücklich über den Abgang.

Von Arndt Ohler

Es ist so einfach, eine coole Idee zu entwickeln, aber es dauert unendlich lang, um sie anständig umzusetzen", klagt Will Wright. Der Videospielentwickler, bislang in den Diensten von Electronic Arts (EA), weiß, wovon er spricht. Rund sieben Jahre benötigte seine Idee "Spore", um in den Verkaufsregalen zu landen. Die ersten beiden Jahre verbrachte Wright bei dem Evolutionsspiel allein damit, um Forschung zu betreiben.

Künftig will sich der Spieleerfinder dieser Tortur nicht mehr unterwerfen. Nach zwölf Jahren bei EA steigt er aus und kehrt zu seiner alten Liebe zurück. "Stupid Fun Club" heißt das Vehikel, das er in Vollzeit leiten wird. Den Klub für dumme Scherze betreibt Wright bereits seit Jahren als Nebenprojekt. Eine Handvoll Mitarbeiter werkelt in einem Bürogebäude in Berkeley unter anderem an Robotern, Konzepten für Fernsehen, Internet und Kino sowie an Spielzeugen.

Electronic Arts bleibt an Bord

EA setzt große Hoffnungen in Wrights Firma. Der Videospielkonzern beteiligt sich zur Hälfte an der Ideenschmiede und sichert sich damit die Rechte, aus einzelnen Konzepten Spiele zu entwickeln. Die Investition in das Joint Venture ist auch eine Verbeugung der EA-Manager vor einem der genialsten Köpfe der Branche.

Mit Spielen wie "Die Sims" oder "Simcity" half er EA, einer der führenden Videospielkonzerne zu werden. Allein von "Sims" hat das Unternehmen deutlich mehr als 100 Millionen Stück verkauft. In Deutschland kostet das aktuelle "Sims"-Spiel knapp 50 Euro, die beliebten Erweiterungen 20 Euro.

Vom Modellschiff zur Computersimulation

In seiner Kindheit begann Wright, an Modellschiffen und -flugzeugen zu basteln. Später galt seine Leidenschaft Robotern. Eine seiner ersten Kreationen namens Mr. Rogers vermaß per Ultraschall sein Haus und sendete die Daten an Wrights Apple-II-Computer. Nebenbei interessiert sich der bekennende Raucher für Architektur und Kunst, fährt einen schnellen BMW, bastelt zu Hause an eigenen Werken und sammelt Raritäten aus dem sowjetischen Raumfahrtprogramm.

Auf diese Mischung aus Liebe zu Technik und Kreativität ist EA angewiesen. Denn der Konzern will sich zu einem Unterhaltungskonzern wandeln. Aus Spielideen sollen Filme oder TV-Serien werden, neue Konzepte zu Musik- oder Fitnesstiteln dagegen nur noch entfernt an klassische Videospiele erinnern.

Zuvor hatte EA viele Jahre lang Lizenzrechte etwa von Filmfirmen oder Sportrechteinhabern erworben und Sportarten wie American Football oder Kinofilme wie "Der Pate" in Spiele umgesetzt. Eigenentwicklungen wurden eher gescheut.

Zudem verschlief der Konzern zuerst wichtige Trends wie einfache Spiele für die sehr populäre Videospielkonsole Wii von Nintendo und Online-Rollenspiele, bei denen Zehntausende Menschen miteinander spielen können. Dieses Feld hat EAs größter Konkurrent Activision Blizzard mit "World of Warcraft" fest im Griff.

Fehlstart bei Neuausrichtung

John Riccitiello, der im April 2007 bei EA die Führung übernommen hat, versucht, diese Fehler auszubügeln. Bislang ist ein durchschlagender Erfolg ausgeblieben. So steigen zwar die Umsätze, die Verluste werden jedoch immer größer. "Spore", einer der größten Hoffnungsträger des Konzerns, ist im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen und hat die Erwartungen bislang nicht erfüllt.

Derzeit scheint fraglich, ob das Spiel in Dimensionen vorstoßen kann wie "Die Sims". Ende 2008 musste Riccitiello zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen die Gewinnprognose für das Ende März ausgelaufene Geschäftsjahr nach unten korrigieren. Ein Treffer aus der Ideenschmiede "Stupid Fun Club" dürfte EA daher recht sein. Über neue Umsatzquellen muss sich Wright hingegen angesichts seiner Erfolge keine Gedanken machen. Ihn beschäftigt, ob sich Roboter als Protagonisten für eine TV-Show eignen.

FTD
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.