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Interview mit "Sims"-Schöpfer Will Wright: "Ich möchte den Spielern lebendige Welten schenken"

Will Wright (48) ist der Schöpfer einiger der beliebtesten PC-Spiele aller Zeiten, sein erfolgreichstes Kind sind "Die Sims". Im Gespräch mit stern.de erzählt Wright, welche Spiele er selbst spielt und verrät Details zum seit langem erwarteten Strategiespiel "Spore".

stern.de: Will, viele Menschen bezeichnen dich als Genie. Haben sie Recht?

Will Wright: Ich bin bestimmt kein Genie, sondern in erster Linie hartnäckig. Meiner Erfahrung nach zahlt sich Hartnäckigkeit auf lange Sicht mehr aus.

stern.de: In einem Interview hast du kürzlich gesagt: "Wenn man wirklich an das glaubt, was man tut, darf man sich nicht so leicht entmutigen lassen." Woran glaubt Will Wright?

Will Wright: Mein persönlicher Antrieb ist es, den Entdeckertrieb meiner Mitmenschen zu wecken. Und ihnen die Augen dafür zu öffnen, wie schön unsere Welt doch ist.

stern.de: Ein poetischer Gedanke, doch wie kann man ihn heutzutage umsetzen? Hat sich die Spielebranche nicht grundlegend gewandelt, seitdem du 1989 Sim City entwickelt hast?

Will Wright: Natürlich, aber die Fortschritte wirken sich in erster Linie organisatorisch und technologisch aus. Denn heute sind die Entwicklerteams größer, und wir verfügen über weitaus mehr technische Möglichkeiten.

stern.de: Wie wirkt sich das auf deine Arbeit aus?

Will Wright: Ein Spiel zu gestalten ist heutzutage ähnlich kompliziert, wie ein neues Automodell zu entwerfen. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge muss ich jede meiner Design-Entscheidungen genauer abwägen als früher und stehe daher auch unter größerem Druck.

stern.de: Dafür lässt dich dein Arbeitgeber Electronic Arts aber auch genau die Spiele entwickeln, die du entwerfen möchtest, also "Die Sims" und "Spore". Wäre die Spielebranche besser dran, wenn alle Designer so viel Freiraum hätten?

Will Wright: Wohl eher nicht. Im Moment braucht unsere Branche erstmal mehr kluge Köpfe mit grundverschiedenen Ideen und Fähigkeiten. Wenn man die fände und ihnen mehr Freiraum ließe, könnte das der Industrie tatsächlich helfen.

stern.de: Apropos Ideen: Woher stammen deine? Was war das erste Spiel, das du jemals gespielt hast?

Will Wright: An mein allererstes Spiel erinnere ich mich nicht mehr. Das erste Spiel, das mich wirklich fasziniert hat, war Go (ein fernöstlicher Brettspielklassiker, Anmerkung der Redaktion), das ich mit sieben Jahren gelernt habe. Mein erstes Computerspiel war ein Star-Trek-Titel auf dem PDP11 (ein schrankgroßer 16-Bit-Computer der 70er und 80er Jahre, Anm. d. Red.). Dieses Spiel verlief rundenbasiert und wurde auf ausgedruckten Zetteln gespielt.

stern.de: Beim Go lernen die Spieler etwas über Strategie und Taktik. Auch viele deiner Programme haben Bildungswert: "Sim City" behandelt die Funktionsweise einer Stadt, "Die Sims" das Zusammenleben in der Familie, Spore die Evolution. Gehören Spielen und Lernen zusammen?

Will Wright: Absolut. Der Spieltrieb und das Bedürfnis, Geschichten zu erzählen, sind tief in der menschlichen Psyche verwurzelt. Denn beide dienen dazu, etwas zu lernen oder anderen etwas beizubringen. Was natürlich nicht heißt, dass der Spiel- und der Erzähltrieb ein und dasselbe sind - sie dienen nur demselben Zweck.

stern.de: In Deutschland gibt es eine Debatte darüber, wie stark Spiele Menschen beeinflussen. Einige Politiker forderten sogar ein Verbot gewalthaltiger Programme. Was hältst du davon?

Will Wright: Eines vorneweg: Ich glaube selbstverständlich, dass Spiele Menschen beeinflussen -- sonst würde ich gar nicht in dieser Branche arbeiten. Die Gewaltdebatte verdeutlicht im Wesentlichen, dass das Medium Computerspiel noch immer nicht erwachsen ist. Außerdem erkennt man daran, dass die Spieler und diejenigen, die nur beim Spielen zuschauen, aus unterschiedlichen Generationen stammen.

stern.de: Was heißt das?

Will Wright: Nun, viele Argumente der Gewaltdebatte könnte man so auch auf Filme, Bücher oder das Fernsehen anwenden. Weil diese Medien aber weiter verbreitet sind, akzeptieren die Leute, dass viele ihrer Inhalte eben nur für Erwachsene gedacht sind. Von diesem Verständnis sind Computerspiele noch weit entfernt. Ich hoffe aber, dass wir solche Diskussionen in 15 Jahren nicht mehr führen müssen.

stern.de: Von der Zukunft nun zurück in die Gegenwart und deinem aktuellen Projekt "Spore". Was hat dich zu diesem Spiel inspiriert?

Will Wright: Zu "Spore" gab's sogar ganz viele Inspirationen. Unter den wichtigsten sind das Buch zum Kurzfilm "Powers of 10", das Seti-Programm, die Arbeiten von E.O. Wilson und Richard Dawkins - sowie einiger meiner bevorzugten Science-Fiction-Werke.

stern.de: Damit wären wir wieder bei "Star Trek", das sich ja häufig um die Forschung dreht. Wurde auch "Spore" von wissenschaftlichen Erkenntnissen beeinflusst? Natürlich mal abgesehen von Darwins Evolutionstheorie ...

Will Wright: Aber ja, durchaus. "Spore" wurde unter anderem beeinflusst von Lee Smolins Forschungen zur Funktionsweise der Galaxien, der "Rare Earth"-Hypothese, James Lovelocks Gaia-Theorie und des Panspermie-Ansatzes. Hinzu kommt eine bunte Mischung aus Anthropologie und Soziologie.

stern.de: Lass uns diese komplexen Wissenschaften wieder etwas vereinfachen: Kannst du "Spore" in einem Wort zusammenfassen?

Will Wright: Zoom.

stern.de: Warum Zoom?

Will Wright: Weil ich glaube, dass die Perspektive das wahrhaft Einzigartige an "Spore" ist. Die Spieler zoomen sich durch mehrere Ansichten des Universums - sowohl zeitlich als auch räumlich, von der winzigen Urzeit-Amöbe zur gigantischen Zukunftsgalaxie.

stern.de: Rein spielerisch sind die fünf Phasen von "Spore" allerdings eher simpel, zumindest im Vergleich zu "klassischen" Spielen wie "Age of Empires" oder "Civilization". Warum?

Will Wright: Früher kaufte ich mir immer die neusten Programme und spielte sie dann wochenlang immer und immer und immer wieder. Für "Spore" überlegte ich, welche Kernelemente aus diesen Titeln mir am besten gefallen hatten. Mein Plan war, sie in einem Spiel zusammenzufassen und so zu vereinfachen, dass man damit immer mal wieder 20 Minuten lang Spaß haben kann.

stern.de: "Spore" setzt darüber hinaus auf Inhalte, die von erfinderischen Spielern selbst geschaffen werden. Glaubst du, dass Kreativität wichtiger ist als eine komplexe Spielmechanik?

Will Wright: Ja. Ich möchte den Spielern lebendige Welten schenken, in die sie mit all ihrer Vorstellungskraft eintauchen können. Das ist mir wichtiger, als ein Programm grundlos mit komplexen Mechaniken vollzustopfen.

stern.de: Wenn der Austausch zwischen den Spielern so wichtig ist, warum hat "Spore" dann keinen klassischen Multiplayer-Modus, in dem sich die Fans gegenseitig bekämpfen?

Will Wright: An konkurrenzbetonten Mehrspieler-Titeln arbeiten doch schon viele talentierte Entwickler. Ich kenne jedoch nur wenige, die sich mit Multiplayer-Mischformen beschäftigen. Mit "Spore" möchte ich den Vorteil eines Online-Rollenspiels aufgreifen, nämlich die riesige, von den Spielern beeinflussbare Welt. Die verbinde ich mit den Vorzügen eines Solo-Titels: Der Spieler darf der alleinige Held sein, die Geschwindigkeit selbst regeln - und sogar betrügen.

stern.de: Glaubst du, dass du ein Spiel wie "Spore" auch vor 20 Jahren hättest entwickeln können?

Will Wright: Nein, vor allem nicht in technischer Hinsicht. In meinen Anfangstagen als Entwickler musste ich noch das letzte bisschen Rechenkraft aus dem Prozessor herauskitzeln. Heutzutage sind die Computer so mächtig, dass es nahezu keine technischen Grenzen mehr gibt.

stern.de: Will, vielen Dank für das Gespräch.

Gamestar/Michael Graf
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.