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"Sims"-Schöpfer Will Wright: Auf zu den Sternen

Der Schöpfer der Alltagssimulation "Die Sims" ist einer der einflussreichsten Spieledesigner der Welt. Für Will Wrights unzählige Interessen ist ein Menschenleben eigentlich zu kurz. Er erschafft komplexe, virtuelle Welten, sammelt Raumschiffteile und baut Roboter. Die Grenze zwischen Job und Hobby ist fließend.

Von Nina Ernst

Will Wrights Leben wirkt wie eins seiner Computerspiele. Besitzer der Alltagssimulation "Die Sims" kennen das Dilemma: lesen, Leute treffen, Sterne beobachten und dann auch noch der Haushalt - für all das ist ein Tag zu kurz. Während die Spieler des erfolgreichsten PC-Games aller Zeiten ständig für ihre Sims die Prioritäten abwägen, tickt unaufhörlich die virtuelle Uhr. Obwohl bei Will Wright nicht wie in seinem Spiel der Tratsch mit dem Nachbarn und das Lesen von Kochbüchern im Mittelpunkt stehen, steht er vor einem ähnlichen Problem. Der Designer hat so viele Interessen, dass er sich unmöglich allen gleichzeitig widmen kann. Einen "Jongleursakt" nennt er selber die Aufteilung seiner Zeit für all die wissenschaftliche Fachliteratur, seine Sammlung von echten Raumschiffteilen und das Bauen von Robotern.

In der Computerbranche wimmelt es von eigenwilligen Charakteren. Trotzdem gilt Will Wright selbst hier als Genie und als Nerd. Als Computer- und Technikfreak, der völlig in diese Welt eintauchen kann. Was bei anderen ein Gähnen verursacht, versetzt ihn in Begeisterung. Für ihn ist das Entwerfen virtueller Lebenskreisläufe so faszinierend wie für andere die Probefahrt im neuen Porsche. Eher eine Passion als nur ein Job.

Aneignen von Wissen

Wrights große Leidenschaft ist das Aneignen von Wissen. Egal ob Biologie, Soziologie oder Weltraumforschung: Wright liest Berge von Fachliteratur. Bei wissenschaftlichen Themen blüht der sonst eher zurückhaltende Amerikaner richtig auf. Es wirkt, als wolle er alles wissen, alles verstehen, was auf dieser Welt geschieht.

Der Entwickler liest nicht nur für seine Arbeit. Es macht ihm Spaß, immer weiter in ein Thema einzutauchen, so abstrakt die Materie auch auf den ersten Blick sein mag. Trotzdem fließen viele der Informationen in seine Arbeit ein. "Ich bin ständig dabei, etwas zu recherchieren. Für Projekte oder einfach über Themen, die mich interessieren. Es ist spannend, wenn all die Informationen ineinander greifen", sagt Wright. Denn zwischen Hobby und Job kann er nur schwer eine Grenze ziehen. Wie bei seiner letzten Veröffentlichung, der Evolutionssimulation "Spore". Dort konnte Wright die Theorien über die Entstehung des Lebens und viele Aspekte der Weltraumforschung einbringen.

Durch seine vielseitigen Interessen hat Wright in einem Jahr mehr Ideen als andere Menschen in ihrem ganzen Leben. So wirken seine Spiele ganz anders als die meisten Games. Hier kann der Spieler keine Punkte sammeln, es gibt keine Levels, keine vorgegebene Handlung und noch nicht einmal ein richtiges Ende. Wrights Spiele sind simulierte Welten, in größtenteils der Spieler selbst das Geschehen bestimmt. Das Computerprogramm reagiert nur darauf.

Virtuelle Alltagssorgen

Momentan arbeitet Wright an der virtuellen Seifenoper "Die Sims 3". Der Spieler steuert die Figuren eines Haushalts, lässt sie mit der Nachbarschaft interagieren und kümmert sich um deren Alltagssorgen. "Ich mag keine vorgegebenen Geschichten. Die sind langweilig. Richtig faszinierend sind die Geschichten, die die Spieler erzählen", sagt der Designer. Durch die große Handlungsfreiheit bestimmt der Spieler selbst, ob seine persönliche Spielwelt die Kulisse für eine Liebesgeschichte, eine Erfolgsstory oder ein Beziehungsdrama ist.

Dass Banalitäten wie der Abwasch und die Einweihungsparty eine langweiligere Handlung abgeben als das Retten der Welt, findet Wright nicht. Die kleinen Dinge des Lebens sind für ihn ebenso spannend wie die großen Zusammenhänge. Die meisten Erwachsenen haben nur den Blick dafür verloren. "Kinder sind wundervoll, weil sie verstehen, wie aufregend simple Dinge sein können", sagt Wright. "Wenn ein Fünfjähriger die Straße entlangläuft, kann er über die Wolken staunen und sich für eine Blume am Straßenrand begeistern. Das müssen wir Erwachsenen wiedererlernen". Diese Weltanschauung macht für ihn einen guten Spieledesigner aus. Während er das erzählt, sieht er sich mit glänzenden Augen und einem Lächeln im Raum um. Wie zum Beweis, dass er es geschafft hat, sich die Begeisterungsfähigkeit eines Kindes zu bewahren. Der erfolgreiche Softwareentwickler ist tief im Herzen ein kleiner Junge, der sich für all das interessiert, für das sich kleine Jungs eben interessieren. Nur auf einer anderen, tiefer greifenden Ebene.

Mechanik, Architektur, Frühgeschichte: wenn Wright etwas spannend findet, dann mit vollem Einsatz. Sein größtes Interesse gilt der Raumfahrt. Als er als kleiner Junge die Mondlandung verfolgt hat, hat ihn das Thema gepackt. Er verschlingt seitdem alle Informationen, die er über außerirdisches Leben, die Beschaffenheit von Planeten und Raumschiffe bekommt. Wright sammelt sogar Originalbauteile von Raumschiffen.

Raumschiffe zum Sammeln

Seit ein paar Jahren fliegt der Technikfan regelmäßig nach Russland, um dort Teile von Raumfähren zu kaufen. Zuerst war es ein Hobby, nun plant er ein entsprechendes Projekt, in das er seine Studien über die Raumfahrtausrüstung einfließen lassen will. Details verrät er noch nicht. Inzwischen besitzt Wright die komplette Innenausstattung von mehreren Raumkapseln inklusive Kontrollanzeigen und Instrumenten. "Mich interessieren die Benutzeroberfläche und die technische Konstruktion. Diese Dinge sind so simpel, fast primitiv im Vergleich mit der Ausstattung der Nasa. Obwohl es sich um das Design aus den 60er Jahren handelt, sind die russischen Sachen viel robuster und sicherer als die der Nasa", sagt Wright. Nach Verwirklichung seines Projekts will er seine Sammlung an ein russisches Museum übergeben.

Die Begeisterung für technische Bauteile ist auch der Grund dafür, warum Wright Spieledesigner geworden ist. Als Teenager hat er sich für künstliche Intelligenz und Roboter interessiert. Also hat Wright angefangen, selber Roboter zu bauen. Als er sie miteinander vernetzen wollte, hat der Technikfan am Computer herumexperimentiert und festgestellt, dass Spiele ebenfalls künstliche Intelligenz simulieren. Will Wright war sofort fasziniert. Er baut immer noch Roboter und besitzt inzwischen eine ganze Sammlung davon.

Der Designer mag vor allem den Lernaspekt an Spielen. Er glaubt, dass man selbst von simplen Action-Games etwas lernen kann: "Man lernt immer etwas, egal was man spielt. Jedes Spiel handelt von Problemlösungen, egal wie simpel die Aufgaben sind." So können die Leute zum Beispiel bei seinen eigenen Games etwas über sich lernen. Darüber, wie man bei den schnellen, virtuellen Tagen im Leben der Sims mit Zeitmanagement umgeht und welche Prioritäten man im eigenen Leben setzt. Ob neue Jobqualifikationen, wilde Partys oder die große Liebe Vorrang haben.

Wright glaubt, dass in Zukunft auch die Spiele lernfähig sind und sich auf den Spieler einstellen. Das Spiel beobachtet dann die Vorlieben und Kenntnisse des Spielers und verändert sich dementsprechend. "So entwickelt sich das Spiel weiter, indem es sich dem Spieler individuell anpasst. Es wird eine Reflektion der eigenen Persönlichkeit", sagt der Designer. "Das Spiel erkennt wie ein guter Freund, was man mag und kann und ändert die Aufgaben, das Ambiente, den Schwierigkeitsgrad. So kann ein und dasselbe Spiel je nach Spieler ganz unterschiedlich aussehen", sagt Wright. Obwohl das erschreckend nach Kontrolle und Überwachung klingt, widmen sich die Spieldesigner diesen Denkansatz bereits seit einigen Jahren. Zum Beispiel die Erweiterungs-CDs für die Sims wurden nach den Berichten und Wünschen der Spieler entworfen. "Wir haben uns angesehen, was die Spieler machen und daraufhin eine Erweiterung kreiert. So werden wir es auch künftig machen", sagt Wright.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.