Thomas Helmer "Ich bin ein echter Spätstarter"


In seiner Zeit als Profifußballer hat er die besten Stürmer der Welt ausgeschaltet. Heute wird Thomas Helmer außer Gefecht gesetzt - für Stunden, von seiner Spielkonsole.

Herr Helmer, wann hat Sie die Begeisterung für Games gepackt?

In Sachen Videogames bin ich ein echter Spätstarter. Erst durch meine Frau Yasmina, eine leidenschaftliche Konsolen-Spielerin, und als meine Kinder so langsam in das richtige Alter kamen, habe ich das Thema Videospiele für mich entdeckt.

Wie viel Zeit verbringen Sie in den virtuellen Welten?

Das ist bei mir sehr unterschiedlich. Manchmal daddele ich nur ein paar Minuten, um abzuschalten. Wenn mich aber ein Spiel richtig fesselt, dann hänge ich deutlich länger vor der Kiste - wie aktuell bei "James Bond" der Fall. Den Action-Titel spiele ich stundenlang. Und bis zum bitteren Ende.

Worin liegt für Sie der Reiz am Spiel?

Für mich liegt der Reiz klar im Spaß, Wettkampf, Schnelligkeit und in der tiefen Einsicht begründet, es noch nicht perfekt zu können. (lacht)

Welche Games spielen Sie am liebsten?

Mein Favoriten sind Strategie-, Action- und Adventure-Games wie beispielsweise "James Bond" oder "Spider-Man". Allerdings spiele ich auch für mein Leben gern Partyspiele wie "Buzz!" oder "SingStar".

Aber das dann sicher in Gesellschaft, oder?

Ja, allein daddele ich solche Spiele eher selten. Mehr Spaß bringen sie mit guten Freunden oder mit der Familie. Darin liegt doch der eigentliche Reiz solcher Partyspiele.

Auf welchen Plattformen spielen Sie?

Ich spiele sowohl mit der Playstation 2 also auch mit meinem PC. Es kommt immer dabei auf das jeweilige Spiel an, denn nicht jeden Titel gibt's für jede Plattform.

Welche Elemente sind für Sie an einem Spiel wichtig?

Ich bin kein Grafik-Freak, das Ganze muss nicht hyper-realistisch aussehen. Für mich entscheiden eindeutig Punkte wie die Story oder ein cleverer, fordernder Spielablauf. Ein bisschen Nachdenken hat schließlich noch niemandem geschadet. (lacht) Ganz wichtig finde ich auch eine gute Bedienbarkeit und klar strukturierte Menüs.

Als Fachmann: Finden Sie, dass Fußballsimulationen den realen Kick authentisch rüberbringen?

Offen gesprochen: Ich habe in mein Leben lang Fußball gespielt und bevorzuge wahrscheinlich gerade deshalb Games, die nichts mit dem Gekicke zu tun haben. Aber natürlich zockt man auch mal aktuelle Fußball-Simulationen an. Die sind optisch und spielerisch mittlerweile unglaublich realistisch, und auch die Fähigkeiten der Spieler wurden stimmig adaptiert.

Computer- und Videospiele werden nicht selten kritisch betrachtet. Wie sehen Sie die Diskussionen?

Wie so oft - es kommt aufs Maß an. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Kinder mit ihren Freunden videospielen, aber sie sollten sich nicht ständig nur in der virtuellen Welt aufhalten.

Was ist Ihnen mit Hinblick auf Ihre Kinder wichtig im Umgang mit Computerspielen?

Vor allem, dass sie nicht zuviel vor dem Monitor sitzen und dass ich weiß, was sie spielen. Wir daddeln vergleichsweise selten gemeinsam. Ich drücke mich gerne vor dem virtuellen Schlagabtausch, denn die Kids sind sie einfach zu stark für mich. (lacht) Ich kenne aber alle Titel, die sie spielen und weiß, worum es inhaltlich geht. Das ist entscheidend, finde ich.

Interview: Udo Lewalter

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