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Mercedes GLA: Ein Stern fährt hinterher

Der neue Kompakt-SUV von Mercedes ist ein Spätstarter. Der GLA ist durchaus gelungen, aber reicht es aus, um BMW X1, Audi Q3 und VW Tiguan zu deklassieren?

BMW X1, Audi Q3 und VW Tiguan haben Mercedes in den letzten Jahren bei den Einsteiger-SUV abgehängt. Durch die jüngsten Erfolge der S-Klasse und der Aussicht auf die neue C-Klasse ist Mercedes selbstbewusster geworden, auch wenn es um seinen GLA-Nachzügler geht. Der neueste Mercedes macht als viertes Modell der Frontantriebsplattform bisher den bestens Eindruck. Proportionen und Styling stimmen; Praktikabilität und Fahrverhalten ebenso. Dabei macht der 4,42 Meter lange Schwabe keinen Hehl daraus, dass er eher ein Kompaktklassemodell als ein wirklicher Geländewagen ist.

Nur kernig mit Extra-Paketen

"Ich bin ein Fan von dem Offroad Paket", bezieht Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener eindeutig Stellung, "da kommen die SUV-Gene des GLA besonders zur Geltung." Und tatsächlich tut das optionale Offroad-Paket dem GLA nicht nur wegen der drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit sichtlich gut. Überhaupt macht das Schlechtwege-Paket den Einsteiger-Crossover zu dem was er sein will - ein echter SUV. Zumindest den durch eine elektrohydraulische Lamellenkupplung variablen Allradantrieb sollte man auf keinen Fall außen vor lassen, denn sonst ist man besonders in den Basisvarianten in einer Mogelpackung unterwegs.

Durch die 90 Kilogramm Allradmehrgewicht wird der Mercedes GLA 220 CDI allerdings auch 1,6 Tonnen schwer. Als handgeschalteter Einstiegsdiesel 200 CDI mit 136 PS und 300 Nm bietet der GLA nicht viel mehr als eine nüchterne A-Klasse. Das sieht beim Kauftipp Mercedes GLA 220 CDI 4matic schon ganz anders aus. Um Varianten einzusparen, gibt es die GLA-Allradler nur in Verbindung mit dem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe. Die Kombination passt, denn der aufgeladene Vierzylinderdiesel mit seinen 2,2 Litern Hubraum bietet Dank 170 PS und 350 Nm die richtige Kombination für alle Gelegenheiten. Die Abstimmung ist straff, die Lenkung direkt genug. Überhaupt macht es Spaß, mit dem GLA in der Stadt oder langen Autobahnpassagen unterwegs zu sein.

0 auf Tempo 100 in 8,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h dürften die meisten Kunden des 220 CDI zufrieden stellen. Der Selbstzünder läuft abgesehen vom kernigen Kaltstart leise und vibrationsarm und verbraucht gerade einmal 4,9 Liter Diesel. Mit dem 56 Liter großen Tank sind so stattliche Reichweiten zu erzielen. Wenn es dem kleinen 136-PS-Diesel an Durchzug und Kraft fehlt, packt der größere 220er deutlich bissiger zu und bringt so mehr spürbare Souveränität.

Was nach oben möglich ist, zeigt die scharfe AMG-Variante. Zwei Liter Hubraum reichen aus, um dem Vierzylinder 360 lautstark trampelnde PS zu entlocken. "Wir sind in dieser Klasse Benchmark bei Leistung und Verbrauch", sagt AMG-Produktexperte Steffen Jastrow, "250 km/h und 0 auf 100 in 4,8 Sekunden bietet kein anderer. Einen Verbrauch von 7,5 Litern auch nicht." Ein Tritt auf Gas und der 45er stürmt los. Mit dem Performance-Paket bestehend aus strafferer Fahrwerksabstimmung und Klappenauspuff wird das AMG-Modell noch wilder.

Ein Kompakter wird kein Raumwunder

Klassenbedingt ist der Mercedes GLA mit seinem 2,70 Meter langen Radstand kein Raumwunder. Vorne sitzt es sich bequem, wobei die Sportsitze zwar bequem, aber entbehrlich sind. Sie lassen den Innenraum noch kleiner erscheinen. Die Serienstühle bieten guten Komfort und passen besser zum Crossover-Image. Das Fond-Platzangebot könnte größer sein. Hinter der optional elektrisch bedienbaren Heckklappe steht ein Laderaum von 421 Liter zur Verfügung, der sich durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1235 Liter erweitern lässt. Das Cockpit wirkt wertig, die Anzeigen glänzen jedoch allzu zahm, und der mittige Bildschirm könnte auch aus einem Nachrüstkatalog stammen. Auch bei Funktionen und Bedienung fahren die größeren Modelle der C- und S-Klasse ebenso wie die deutsche Konkurrenz in einer anderen Liga. Dabei sind die Individualisierungsmöglichkeiten des GLA durch Pakete, 13 Radsätze, elf Außenfarben, neun Zierelemente und 16 Sitzbezüge größer denn je.

Bleibt der Preis: Wer die ideale Kombination aus Fahrspaß, Alltagsnutzen und Unterhaltskosten sucht, ist mit dem Mercedes GLA 220 CDI 4matic bestens bedient. Dann steigt der Basispreis von 29.303 jedoch auf 39.252 Euro. Mit Xenonscheinwerfern, Navigationssystem und weiteren sinnvollen Details kommen schnell mehr als 5000 Euro dazu.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.