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Verstärkung bei Social Media: Apple kauft Twitter-Analysefirma Topsy

Apple hat Topsy gekauft - eine Firma, die Aktivitäten bei Twitter auswertet. Die Social-Media-Spezialisten sind dem Konzern aus Cupertino 200 Mio. Dollar wert. Es ist eine ungewöhnliche Übernahme.

Der Apple-Konzern hat die Firma Topsy gekauft, die auf die Auswertung von Aktivitäten beim Kurznachrichtendienst Twitter spezialisiert ist. Der Computerkonzern aus Cupertino bestätigte am Montag den Zukauf, nannte aber keinen Preis und wollte sich auch zu den Hintergründen nicht äußern. Nach Informationen des "Wall Street Journal" allerdings zahlte Apple mehr als 200 Millionen Dollar. Topsy wertet zum Beispiel aus, wie populär ein bestimmtes Thema oder Ereignis bei Twitter war.

Es ist auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Übernahme für Apple: Der iPhone-Konzern kauft üblicherweise Firmen zu, die direkt die Fähigkeiten seiner Geräte oder Dienste erweitern können. So basiert die Fingerabdruck-Erkennung im neuen iPhone 5s ebenso auf einem Zukauf, und es gab mehrere Übernahmen im Zusammenhang mit dem hauseigenen Kartendienst und der Chip-Entwicklung. Erst jüngst erwarb Apple mit PrimeSense einen Spezialisten für 3D-Sensoren.

Hintergründe unklar

Wie genau Topsy in das Apple-Angebot passt, ist vorerst unklar. "Apple kauft immer wieder kleinere Technologie-Unternehmen, aber wir sprechen generell nicht über den Zweck oder Pläne", sagte Konzernsprecherin Kristin Huguet. Nach Einschätzung des "Wall Street Journal" könnte die Firma zum Beispiel dem neuen Musikradio oder der Werbe-Plattform iAd zugutekommen.

Topsy selbst hat sich zu dem Deal bisher nicht geäußert. Erst Anfang des Jahres hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass es alle Botschaften des Internetdiensts Twitter seit dessen Gründung katalogisiert. Der Index umfasse sämtliche öffentlichen Tweets seit der ersten Botschaft von Twitter-Gründer Jack Dorsey aus dem Jahr 2006, teilte die Firma damals mit. Unternehmen und Werbetreibende könnten damit "aussagekräftige Signale aus dem Rauschen der sozialen Medien herausfiltern".

she/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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