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WeTab-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen: Eigenlob stinkt - auch unter fremdem Namen

Peinlicher geht es kaum: Der Mann, der das WeTab in Deutschland vorantreiben wollte, hat Lobhudeleien über das eigene Produkt ins Netz gestellt - unter fremden Namen. Doch Helmut Hoffer von Ankershoffen ist aufgeflogen und seinen Geschäftsführerjob aufgegeben.

Peinliche Affäre beim Hersteller des Tablet-Computers WeTab: Einer der beiden Geschäftsführer lobte das eigene Produkt im Online-Shop von Amazon unter falschem Namen über den grünen Klee. Nach der Aufdeckung des Vorgangs durch den Blogger Richard Gutjahr entschuldigte sich Helmut Hoffer von Ankershoffen am Montag dafür und erklärte, er habe sich wegen der anhaltenden Diskussionen um seine Person entschlossen, seine Position als Geschäftsführer der WeTab GmbH bis auf weiteres ruhen zu lassen.

"Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst, ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen ", erklärte der Internet- Unternehmer am Montag. "Ich wollte damit meiner Freude über den Marktstart und meiner Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen." Inhaltlich stehe er weiter zu dem, was er geschrieben habe. "Ein Fehler war es allerdings, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden." In der Fachpresse war das Ende September im Handel eingeführte WeTab auf zahlreiche kritische Reaktionen gestoßen.

Einstellungen im Profil übersehen

Gutjahr schrieb in seinem Blog, offenbar habe der Autor der Amazon-Bewertung in seinem Account eine Einstellung zum Schutz der persönlichen Angaben übersehen. So konnte nachgewiesen werden, dass das Online-Profil des Amazon-Kunden mit der positiven WeTab-Bewertung zu einem Nutzer mit dem Namen des Geschäftsführers der WeTab GmbH führte. Eine weitere Bewertung unter anderem Namen führte zum Namen der Frau des Managers. Nach Aufdeckung der Affäre wurden die unter Pseudonym verfassten Bewertungen bei Amazon inzwischen entfernt.

Einer der falschen Namen, die Hoffer von Ankershoffen wählte, war ausgerechnet "Peter Glaser". Der echte Peter Glaser ist Blogger, Schriftsteller und als einer der deutschen Internetpioniere in der Bloggerszene und darüber hinaus bekannt. Glaser hat gegenüber "Spiegel Online" mitgeteilt, rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Seinen Anwalt habe er bereits eingeschalten.

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ukl/DPA / DPA