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Zukunftstechnologie RFID: Der Durchbruch rückt näher

Wegfahrsperren, Bezahlsysteme, Zugangskontrollen - Die Funkerkennung RFID wird schon lange als Technologie der Zukunft gehandelt. Bisher haben allerdings Datenschutzbedenken und vor allem hohe Materialkosten den Masseneinsatz verhindert. Doch das könnte sich nun ändern.

Von Peter Ilg

Die Funkerkennung RFID ist die Zukunft in der Logistik und kann vom Hersteller bis in den Kühlschrank der Verbraucher hineinreichen. Doch alles hat seinen Preis und der liegt im Fall des Joghurtbechers als Synonym für Massenartikel noch weit über der Akzeptanzgrenze der Kunden. "Selbst der Preis für passive Transponder ist immer noch zu hoch, als dass auf jedem Joghurtbecher ein Chip angebracht werden könnte", weiß Daniel Gille. Er promoviert am Institut für Telematik an der Universität Freiburg zum Thema "Wirtschaftlichkeit von RFID-Systemen". Ein einzelner Abnehmer, der über drei Millionen Chips bei einem Hersteller kauft, muss trotz aller Mengenrabatte immer noch zwischen sieben und elf Cent für einen passiven Transponder in der einfachsten Ausfertigung auf den Tisch legen. Chips werden aus teurem Silizium hergestellt, das würde die Preise für die Produkte deutlich in die Höhe treiben.

Nach einer weit verbreiteten Einschätzung liegt die Obergrenze bei einem Cent pro Artikel, den die Verbraucher bereit sind, für Niedrigpreisprodukte draufzulegen. Das ließe sich erreichen, wenn die Chips kostengünstig auf Polymere aufgedruckt werden können. Gedruckte Funkchips, hergestellt aus polymeren Schaltkreisen auf dünner und flexibler Polyesterfolie wurden nun erstmals in verschiedenen Alltagssituationen in Deutschland etwa bei der Einlasskontrolle zu Veranstaltungen in Feldversuchen getestet. "Mit dem weltweit ersten Test der gedruckten Elektronik wurde gezeigt, dass die Technologie nun marktreif und ein enormes Potential vorhanden ist", verkündet der Fürther Hersteller PolyIC.

"RFID beeinflusst schon heute unser Leben"

Die vier Buchstaben RFID stehen für Radio Frequency Identification und bedeuten soviel wie Funkerkennung. Die Technik erlaubt es, Daten zu lesen ohne sie zu speichern und ohne sie zu berühren oder Sichtkontakt mit ihnen zu haben. Das System besteht aus zwei Teilen, dem Sender der Daten, Transponder genannt, und einem Lesegerät. Der Transponder wird auf der Ware angebracht und übermittelt auf Anfrage Daten über Funk an das Lesegerät.

Auch wenn immer noch in unseren Kühlschränken Joghurt und Milch fehlen, ist sich Dr. Andrea Huber sicher: "RFID beeinflusst auf jeden Fall schon heute unser Leben". Huber ist Geschäftsführerin vom Informationsforum RFID, einem Verein, in dem sich Unternehmen zusammengeschlossen haben, um diese Technologie zu fördern. Es sei ein Mythos, dass RFID hauptsächlich im Einzelhandel zur Anwendung komme. "Im Alltag gibt es bereits zahlreiche Anwendungen", so Huber und zählt auf: die Wegfahrsperre in Autos, Ausleihsysteme in Bibliotheken, kontaktlose Bezahlsysteme in öffentlichen Verkehrsmitteln und -einrichtungen, Zeitmessungen bei Marathonläufern oder die Zugangskontrollen in Bürogebäuden. "Es gibt sogar eine Anwendung, die Waffen gegen die Benutzung durch Unbefugte sichert", verkündet sie.

Mit der Funkerkennung Papierbelege sparen

Im Norden Deutschlands zieht RFID nun beim Volkswagen-Konzern ein, der seine Materiallogistik danach ausrichtet. Mittels Funkerkennung werden Bauteile - beispielsweise Schiebedächer für den neuen Golf - von Lesegeräten erfasst: vom Warenausgang beim Lieferanten über den Transport bis zum Wareneingang bei Volkswagen, dann bei der Einlagerung, Entnahme und beim Einbau an der Montagelinie. Mit der Funkerkennung erspart sich der Automobilhersteller Papierbelege und Barcode-Aufkleber im weltweiten Liefer- und Fertigungsverbund. Allein im Wareneingang soll sich der manuelle Aufwand um bis zu 80 Prozent verringern.

Für Dr. Elgar Fleisch ist RFID eine Technologie, die ein "Internet der Dinge" ermöglicht. "Das Internet der Dinge reicht über den Bildschirm hinaus in die physische Welt", meint der Professor von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität St. Gallen. Grundsätzlich könne so jeder Gegenstand Teil des neuen Internet werden, das für Fleisch "ein zwingender nächster Schritt in die Informationsgesellschaft ist. "Es wird in vielen Fällen sehr schnell so selbstverständlich sein wie Strom, sodass wir das Internet der Dinge gar nicht bewusst wahrnehmen", prognostiziert er. RFID sei ein wichtiger technologischer Baustein dieser Entwicklung.

Doch alles hat bekanntlich zwei Seiten. Mit RFID wird das berufliche und private Leben in manchen Bereichen leichter und einfacher. Auf der anderen Seite bezahlt der Konsument jede Vereinfachung mit zusätzlicher Abhängigkeit etwa von Strom und einem möglichen Verlust an Privatsphäre. Gegner von RFID warnen in diesem Zusammenhang vor dem gläsernen Konsumenten. Denn sollten alle Artikel mit Chips ausgestattet sein, wüsste der Einzelne nicht mehr, welche Informationen über ihn weitergegeben würden. Deshalb raten Datenschützer dazu, dass sich die Chips nach dem Kauf der Ware selbst zerstören oder an einer Deaktivierungsstation am Ausgang eines Geschäfts zerstört werden können.

Mitte Mai hat nun die Europäische Kommission Empfehlungen zu Privatsphäre und Datenschutz bei RFID beschlossen, die in diese Richtung gehen. "Den Verbrauchern sollte bekannt sein, welche Artikel in den Geschäften mit RFID-Chips ausgestattet sind. Beim Kauf solcher Artikel sollten die Chips noch im Geschäft automatisch, umgehend und kostenfrei deaktiviert werden, es sei denn, sie sollen auf ausdrücklichen Wunsch des Käufers funktionsfähig bleiben", so die Empfehlungen der Kommission an die Mitgliedstaaten. Die haben nun zwei Jahre Zeit, die Kommission über ihre geplanten Maßnahmen zu unterreichten.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.