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Nervige Tiefflüge auf Hafenfest: Fotograf muss für Drohnenflug 1500 Euro Bußgeld zahlen

Ein Drohenflug sollte prima Bilder von einem Hafenfest in Mecklenburg-Vorpommern liefern - so der Plan eines Fotografen. Doch die Besucher waren genervt, und auch die Behörden verstanden keinen Spaß.

Beliebt, aber ohne Genehmigung teuer: eine Fotodrohne im Einsatz.

Beliebt, aber ohne Genehmigung teuer: eine Fotodrohne im Einsatz.

Einmal über all dem Trubel schweben: Bei Großveranstaltungen bieten Luftaufnahmen von Drohnen ganz neue Perspektiven und sind ein lukratives Geschäft. Einen Fotografen ist das jetzt teuer zu stehen gekommen. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, ist gegen den Mann in Mecklenburg-Vorpommern ein Bußgeld in Höhe von 1500 Euro verhängt worden, weil er im August auf dem Hafenfest in Ueckermünde Fotos mit einer Drohne gemacht hatte.

Mehrere Besucher des Hafenfestes hatten den Drohnenpiloten angezeigt, weil er immer wieder dicht über den Köpfen der Menschen am Boden gekreist war. Für seine Flugkünste wurde der Fotograf aber nicht bestraft: "Das Bußgeld wurde verhängt, weil er ohne eine Aufstiegsgenehmigung gewerbliche Fotos mit einer Drohne gemacht hat", sagt Steffen Wehner, Sprecher des Verkehrsministeriums in Schwerin, auf Nachfrage des stern. Der Fotograf habe die Strafe bereits akzeptiert.

Genehmigung ist nicht nur für Drohnen nötig

Bei dem Fall geht es nicht nur um das Hafenfest: Der betroffene Fotograf hatte schon vor und auch nach der Veranstaltung Drohnenfotos verkauft und auf Flyern damit geworben. "Wir wurden durch die Anzeigen auf dem Fest als Behörde nur darauf aufmerksam", sagt Wehner. Man habe dann auf Facebook Bilder und Flyer des Fotografen gefunden, welche die nicht genehmigte Tätigkeit belegen.

Die Regeln des Luftfahrtgesetzes gelten nicht nur für Drohnen, auch andere Fluggeräte wie Modellflugzeuge fallen darunter. Verfügt ein Mini-Flieger über einen Benzinmotor, wiegt mehr als fünf Kilogramm oder wird das Gerät gewerblich genutzt, ist eine sogenannte Aufstiegserlaubnis erforderlich. "In der Regel wird eine solche Genehmigung unkompliziert und formlos erteilt", erklärt Wehner.

Man bekomme dann auch einen Hinweis darauf, dass es verboten ist höher als 100 Meter zu aufzusteigen oder über Menschenmengen zu fliegen - im Fall des Fotografen war dies Grund der Anzeigen, denn auch mit Genehmigung hätte der Fotograf nicht über dem Hafenfest kreisen dürfen. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich die Behörden bisher in 80 Fällen mit einer solchen Genehmigung befasst, dazu zählen neben der Erstgenehmigung für zwei Jahre aber auch die Verlängerung und die Anerkennung von Genehmigungen aus anderen Bundesländern.

Bisher glimpflich davongekommen

In Mecklenburg-Vorpommern ist es das erste Mal, dass aufgrund eines Drohnenfluges ein Bußgeld verhängt wurde. Deutschlandweit ist dies aber kein Einzelfall. So sorgte eine Drohne über einer Wahlkampfveranstaltung von Angela Merkel in Dresden für Aufregung. Die Piratenpartei hatte das Fluggerät auf den Weg geschickt und dafür ein Bußgeld von 500 Euro kassiert.

Obwohl der Fotograf mit 1500 Euro für seine Drohnenbilder deutlich tiefer in die Tasche greifen musste, ist er bisher glimpflich davongekommen: "Das Gesetz sieht Bußgelder bis zu 50.000 Euro vor", erklärt Wehner. Ob die Aktion beim Hafenfest in Ueckermünde noch weitere Folgen für den Drohnenpiloten haben wird, ist offen. Auch bei Luftbildern von Menschen gelten die Persönlichkeitsrechte der Aufgenommenen, die deswegen klagen könnten. Hierfür ist dann aber nicht die Verkehrsbehörde zuständig.

Dominik Brück