"Braid" Eine Frage der Zeit


Springen, rennen, die Zeit verändern: Mit "Braid" steht nun eines der besten Download-Games der letzten beiden Jahre ganz regulär in den Läden - und das zum Taschengeldpreis.

Originalität lässt sich nicht an Datenmengen festmachen. Oder am Preis. Was zählt, ist die Idee. Je unverfälschter, desto besser. Als erste Anlaufstelle für experimentierfreudige Entwickler haben sich mittlerweile die Online-Plattformen der großen Konsolenhersteller Microsoft, Nintendo und Sony sowie PC-Angebote wie "Steam" etabliert. Dem Titel "Braid" gelang dort ein Siegeszug sondergleichen - nun gibt's die geniale Knobelei erstmals regulär im Laden zu kaufen. "Premium Casual Game" nennt Publisher rondomedia die neue Marke und kündigte mit "Plants vs Zombies" und "Zuma's Revenge! Adventure" bereits zwei weitere Online-Erfolgstitel an.

Für all jene, die bislang hinter dem Gaming-Mond gelebt haben: Sie haben etwas verpasst. "Braid", das im August 2008 seine Premiere auf der "Xbox Live"-Plattform feierte und seitdem mit Preisen überhäuft wurde, ist ein unglaublich intelligent designtes, innovatives und bunt-bizarres Jump&Run, das auf den Spuren von "Super Mario" wandelt. Anfangs zumindest.

Um eine verschollene Prinzessin zu finden, durcheilt der Spieler mit dem springfreudigen Helden Tim kurzweilig aneinandergereihte Bildschirme voller Fallen, Schluchten, Leitern, Fässern und niedlicher Gegner, um hier und da verstreute Puzzleteile einzusammeln. Doch schon bald fordert dieser kleine Geniestreich mehr als nur schnelle Reaktionen. Denn Tim darf bei der Suche nach seiner Angebeteten die Zeit nach Belieben manipulieren, um Hindernisse zu überwinden und unglaublich ausgefuchste Aufgaben zu lösen. Darüber hinaus kann er sich von seinem Schatten lösen, der - während der Spieler selbst die Zeit zurückdreht - alle zuvor ausgeführten Aktionen davon unbeeinflusst ausführt. Ein magischer Ring, der alles in einem gewissen Radius in Zeitlupe ablaufen lässt, und ein Finale, in dem die Zeit generell rückwärts fließt, sorgen für noch mehr Verwirrung und anschließend für den berühmten "Aha"-Effekt.

Leider wird die anrührende Märchengeschichte mit ihren charmanten Weisheiten zu den Themen Liebe und Vergänglichkeit nur auf Texttafeln vorangetrieben. Doch das verschmerzt man angesichts des tollen Rätseldesigns nur zu gerne - ebenso wie die Steuerung, die auf ein Gamepad ausgelegt ist.

Braid

Hersteller/Vertrieb

Number None/Rondomedia

Genre

Jump'n'Run/Puzzle

Plattform

PC, PS3, Xbox 360

Preis

ca. 15 Euro

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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