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Activision Blizzard 68,7 Milliarden US-Dollar: Microsoft kauft die Macher von "Call of Duty" und "World of Warcraft" – und wertet so die Xbox auf

Ein Messestand von Activision Blizzard
Für sagenhafte 68,7 Milliarden US-Dollar übernimmt Microsoft den Spiele-Publisher Activision Blizzard.
© Michael Nelson / DPA
Mitte Januar 2022 und schon vermutlich eine der größten Übernahmen des Jahres: Microsoft übernimmt den krisengebeutelten Spiele-Publisher Activision Blizzard für eine gigantische Summe.

Damit hat wohl keiner gerechnet: Am selben Tag, an dem Activision-Blizzard schon wieder von einem Sex-Skandal erschüttert wird, ist die Spieleschmiede nun noch wegen einer weiteren, noch viel größeren Meldung in den Schlagzeilen: Microsoft hat den kompletten Konzern für 68,7 Milliarden US-Dollar gekauft und sichert sich den Titel für die größte Firmenübernahme der Gaming-Branche bis dato. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es, Microsoft platziere sich nach der Übernahme als weltweit drittgrößter Spiele-Hersteller bemessen am Umsatz, gleich nach Sony und Tencent. Mit dem Kauf gehen ikonische Marken wie "Warcraft”, “Diablo”, “Overwatch”, “Call of Duty”, "Starcraft" und auch “Candy Crush” in den Besitz der Windows-Macher über.

Xbox Game Pass profitiert stark

Für Spieler ist das eine gute Nachricht, denn die Spiele wandern nach dem Kauf in das Angebot des Xbox Game Pass über. Dabei handelt es sich um einen Abonnement-Dienst, der mit der Xbox One, Xbox Series und Windows 10 verwendet werden kann. Er bietet den Nutzern zu einem einzigen monatlichen Abonnementpreis Zugang zu unzähligen Spielen auf Xbox und PC. Ob das auch das Ende der monatlichen Zahlungen für "World of Warcraft" bedeutet, und das Spiel ebenfalls im Abo enthalten sein wird, ist derzeit unklar.

Überraschend ist die Übernahme von Activison-Blizzard-CEO Bobby Kotick, der bei Microsoft direkt an Phil Spencer berichtet, den CEO der Gaming-Sparte des Konzerns. Wie eingangs angedeutet, steht Kotick seit Monaten in der Kritik, die Unternehmenskultur bei Activision Blizzard vergiftet und Hinweise sowie Hilferufe zu sexuellem Übergriffen jahrelang gleichermaßen ignoriert zu haben. Zum aktuellen Tweet von Microsoft-CEO Satya Nadella passt das schonmal nicht, denn der schreibt, dass man Gaming "sicher, inklusiv und für alle zugänglich" machen wolle.

Ändert sich nun endlich was?

Somit bleibt es auch in dieser Hinsicht besonders spannend, ob sich für die zahllosen klagenden Mitarbeiter nun etwas bewegt und sich das Betriebsklima bei Activision Blizzard wieder bessert. Sollte dem nicht so sein, sind diese immerhin bestens dafür bekannt, lautstark zu protestieren. So oder so: Man wird von der bislang größten Firmenübernahme der Spiele-Branche sicher noch hören.


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