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Videospielmesse E3: Augen zu und durch!

In Los Angeles geht die E3 zu Ende. Für eine Messe, die alles verspricht, hat sie kaum etwas gehalten. Sie ist damit aber nur Spiegelbild einer Branche, die nicht weiß, wie es mit ihr weitergehen soll.

Ein Kommentar von Carsten Görig, Los Angeles

Der Slogan ist Unfug: "Innovationen enthüllt", lautet das offizielle Motto der E3, der noch wichtigsten Videospielmesse der Welt. Doch innovativ ist hier kaum etwas. Die E3 2012 zeigt eine Branche, die es sich in ihrer Nische aus Fortsetzungen von Blockbustern eingerichtet hat und nur wenig Mut zu neuen Schritten zeigt. Die Shows der drei großen Konsolenhersteller sind nur ein Ausdruck dieses Stillstands. Augen zu und durch scheint das Motto zu sein. Bewährtes fortsetzen und nur keinen Fehler machen, irgendwie wird es schon weiter gehen. Vielleicht im nächsten Jahr, wenn möglicherweise die neuen Konsolen von Microsoft und Sony vorgestellt werden. Oder auch nicht.

Begeisterung schafft man so nicht für Produkte, die doch von Begeisterung und Emotionen leben. Microsoft handelt Spiele am Rand ab, stellt kurz fest, dass "Halo 4" der wahrscheinlich größte Entertainmentproduktstart aller Zeiten sein wird und widmet sich dann zusätzlichen Diensten wie Fernsehen und Musikservice. Sony schafft es immerhin, mit "Beyond" und "The Last of Us" zwei interessante Spiele vorzustellen, gibt aber auf die wichtigsten Fragen keine Antworten. Wie wird eine neue Konsole aussehen und was ist mit der Vita?

Aus der Zeit gefallen

Gerade die Playstation Vita kann als Illustration eines tiefgreifenden Wandels der Industrie dienen. Eine Handheld-Konsole, gerade einmal ein paar Monate alt und schon ein gefühltes Auslaufmodell. Nicht, weil die Konsole schlecht wäre. Im Gegenteil: Die Vita ist ein tolles Stück Technik, gut verarbeitet und mit allen Features versehen, die ein Handheld haben sollte, um Spieler zufrieden zu stellen.

Auch nicht, weil die Software schlecht wäre. Zum Start standen mehr gute und sehr gute Spiele in den Läden als bei den meisten Konsolenstarts zuvor. Ihr Problem: Sie kommt zu spät, auch wenn sie technisch auf der Höhe der Zeit ist. Als mit ihrer Entwicklung begonnen wurde, hat kaum jemand Tablet-Computer und Smartphones als ernsthafte Spieleplattformen wahr genommen. Das ist heute anders. Wer 400 Euro für ein iPad ausgegeben hat, wird sich überlegen, ob er noch eine Spielekonsole braucht, die 250 Euro kostet. Großen Konsolen könnte es ähnlich gehen.

Selbst Nintendo, die eine neue Konsole mit spannendem Bedienkonzept vorstellen, gelingt es nicht, Begeisterung auszulösen. Im Gegenteil: Der japanische Konzern schafft es, die einzige wirkliche Innovation der Messe langweilig darzustellen: die neue Wii-U-Konsole.

Quo vadis, Gaming-Branche?

Die Spielefans sind empört. Natürlich, mag man einwenden. Gamer sind immer empört, wenn sie nicht das bekommen, was sie haben wollen. Besonders dann, wenn sie sich im Internet zusammenrotten. Man muss das nicht ernst nehmen. Aber man sollte eine kleine Warnung darin sehen. Es zeigt eine zunehmende Entfremdung der Konsolenhersteller von ihrer Hauptzielgruppe: Den Vielspielern, den so genannten Hardcoregamern. Die, für die der Konsum der Produkte einer milliardenschweren Industrie einen Teil ihrer Identität ausmachen. Sie sind eine Meinungsmacht und verbreiten Protest genauso wie Begeisterung. Mit ihnen können Produktionen stehen oder fallen.

Kein Wunder, dass der gefühlte Sieger der Messe keiner der großen Konsolenhersteller ist, sondern ein reiner Softwareproduzent: Die französische Firma Ubisoft. Ihr Chef Yves Guillemot hat nicht nur auf fast allen Pressekonferenzen einen kurzen Auftritt gehabt, sondern es geschafft, durch eine kluge Kombination von bekannten Marken und außergewöhnlichen Konzepten die Vorstellungskraft der Spieler anzuregen und so für Begeisterung zu sorgen.

Ubisoft hat aber auch einen großen Vorteil: Die Firma kann einfach ausprobieren, welches der verschiedenen Zukunftsmodelle der Markt bevorzugen wird. Ob weiterhin die großen Titel die Zugpferde sein werden, ob es das Free to Play-Konzept sein wird, bei dem Geld hauptsächlich durch den Verkauf besonderer Spielgegenstände verdient wird, oder ob doch der Smartphone- und Tabletmarkt die Zukunft bestimmen werden.

Die großen Konsolenhersteller können das nicht. Sie müssen sich mit einer neuen Konsolengeneration über Jahre hinweg auf ein Geschäftsmodell festlegen. Müssen auf ein Pferd setzen, von dem niemand weiß, ob es in zwei Jahren überhaupt noch läuft. Die Antworten auf diese Herausforderungen müssen gefunden werden. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.