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Dash Button: Mit diesem Knopf drängt sich Amazon in Ihre Wohnung - aber wer braucht das?

Amazons Dash Button gibt es jetzt in Deutschland. Er wird in die Küche oder ins Badezimmer geklebt und soll auf Kühlschränken und Waschmaschinen für Nachschub sorgen. Für Amazon geht es dabei um mehr als das Geld der Kunden.

So sieht Amazons Dash Button aus
Der Dash Button wird einfach auf das entsprechende Produkt geklebt

Der Dash Button wird einfach auf das entsprechende Produkt geklebt

Auf den ersten Blick sieht Amazons neues Produkt aus wie eine mit Werbestickern beklebte Türklingel. Doch beim sogenannten Dash-Button, den es seit diesem Mittwoch in Deutschland gibt, handelt es sich quasi um den real gewordenen, wenige Zentimeter großen Bestellknopf, der einfach in die Küche, das Badezimmer oder den Vorratsschrank geklebt wird. Ein Klick, und schon ist das entsprechende Produkt - die Auswahl reicht von Kondomen bis zu Rasierklingen - im virtuellen Warenkorb und wird kurz darauf verschickt. Je nach Region steht der Amazon-Bote dann schon wenige Stunden später mit dem Päckchen vor der Haustür. Doch was kostet der Dash-Button - und braucht man so etwas wirklich?

Von wegen Aprilscherz

Erstmals vorgestellt hat Amazon den Dash-Button am 1. April 2015 in den USA. Viele dachten zunächst an einen Aprilscherz, nicht ganz unberechtigt. Denn mit dem Knopf, den man einfach an die Spülmaschine oder den Badezimmerspiegel klebt, wird Shoppen geradezu absurd einfach. Er funktioniert nur mit einer Marke, etwa Ariel oder Durex. Welches Produkt man beim Knopfdruck bestellt, legt der Nutzer direkt in der App fest. 

Amazons Intention ist offensichtlich: Sieht man, dass die Geschirrspültabs zur Neige gehen, soll man nicht zum Einkaufszettel greifen oder gar in die nächste Drogerie hetzen, sondern einfach den passenden Dash-Button drücken. Im Hintergrund wird dann eine Eine-Klick-Bestellung via Prime-Programm ausgelöst, der Nutzer muss sich um nichts mehr Gedanken machen. Vor allem in ländlichen Regionen, wo man bis zum nächsten Supermarkt oft mehrere Kilometer zurücklegen muss, eine praktische Angelegenheit.

Clevere Idee mit Haken

Der Button kostet 4,99 Euro, bei der ersten Bestellung bekommt man dieselbe Summe als Guthaben auf dem Amazon-Konto gutgeschrieben. Somit ist der Button quasi kostenlos. Ein cleverer Marketing-Schachzug von Amazon, der Kunden noch stärker an den Dienst binden soll. 

Ein Knopfdruck, schon wird neues Spülmittel bestellt: der Amazon Dash Button

Ein Knopfdruck, schon wird neues Spülmittel bestellt: der Amazon Dash Button

Das ist auch nötig, denn glaubt man einer Untersuchung der Marktforscher von Slice Intelligents, besitzen zwar Millionen US-Haushalte einen Dash-Button, sie nutzen ihn aber kaum. Gerade einmal die Hälfte habe den Button überhaupt benutzt und so den Kaufpreis zurückerstattet bekommt, schreiben die Experten. Amazon selbst nennt keine konkreten Zahlen.

Was kauft man mit dem Amazon Dash Button?

Für die Skepsis gibt es mehrere Gründe. Zum einen wollen manche Nutzer schlicht keinen Knopf mit Produktlogo in ihren eigenen vier Wänden haben. Zudem kauft vermutlich nur ein Bruchteil der Nutzer immer die gleiche Marke - ob das Katzenfutter von Whiskas oder einem anderen Anbieter stammt, ist vielen egal. Das mag bei Rasierklingen oder Kaffee-Tabs, die verschiedene Restriktionen aufweisen, wieder ganz anders aussehen, hier dürfte die Markentreue deutlich höher sein. Und auch bei Produkten, die man in großen Stückzahlen verbraucht - beispielsweise Windeln - dürfte der Button praktisch sein. Der letzte Prime Day in den USA zeigte, dass Reinigungsmittel, Toilettenpapier und Reinigungstücher zu den populärsten Dash-Produkten gehörten.

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Am Ende geht es um die Daten

Eine Schwäche ist, dass die Nutzer beim Druck auf den Dash-Button nicht den aktuellen Amazon-Preis angezeigt bekommen. Zwar verspricht der Shoppingriese niedrige Preise, doch womöglich ist der Supermarkt um die Ecke noch ein paar Cent oder gar Euro günstiger? Um den Preis zu erfahren, müssen Kunden erst online nachsehen - oder auf die Textnachricht nach der Bestellung warten. Damit spart der Dash-Button im schlechtesten Fall weder Zeit noch Geld. Hier könnte ein Mini-Display, das den Preis regelmäßig aktualisiert, Abhilfe schaffen - das würde aber zu Lasten der Akkulaufzeit gehen. Die liegt übrigens bei mehreren Jahren, verspricht Amazon.

Am Ende steht für Amazon nicht der Umsatz mit den Dash-Buttons im Vordergrund, der dürfte vernachlässigbar sein. Viel wertvoller sind die mit den Dash-Buttons gewonnen Daten: Wie loyal verhalten sich Kunden bestimmter Marken, in welchen Zyklen kaufen sie - und welche Packungsgröße wählen sie? Diese Daten sind für die Hersteller Gold wert und genauer als jede Kundenumfrage.

Flop oder Shopping-Revolution?

Der Dash-Button ist ohnehin nur der Anfang. Die ersten Haushaltsgeräte unterstützen bereits Amazons Bestellsystem (Dash Replenishment Service, kurz DRS). So gibt es bereits Brita-Wasserfilter, Samsung-Drucker und Waschmaschinen von Bauknecht, die eine Schnellanbindung an die Amazon-Server besitzen. Teilweise bestellen die Geräte automatisch, sobald der Druckertoner oder das Waschpulver zur Neige geht. Klingt bequem, doch man gibt sich völlig in die Hände eines Konzerns.

Gerüchten zufolge steigt Amazon bald auch hierzulande in den Handel mit frischen Lebensmitteln wie Brot, Wurst oder Milch ein. Kombiniert mit dem Lieferdienst Prime Now, der eine Zustellung in ein bis zwei Stunden ermöglicht - derzeit nur in Berlin und München -, könnte der Shoppingriese noch viel präsenter in unserem Alltag sein. Ob die Entwicklung ein Erfolg oder Flop wird, entscheiden am Ende die Kunden.

Zehn Fakten zum Unternehmen: Wie viel kostet eigentlich das komplette Sortiment von Amazon?
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.