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Browserspiel "OGame": Von überall ins All

Die Mitgliederzahlen lassen Anbieter anderer Onlinespiele vor Neid erblassen. Ebenso die Umsatzzuwächse. "OGame" schlägt nach fünf Jahren immer noch alle Rekorde.

Von Nina Ernst

Eine Flotte aus 20 Raumschiffen kommt bedrohlich näher. Der Kampfverband hat nur ein Ziel: unsere Basis zu zerstören. Zum Glück sind die Verbündeten nicht weit und kommen zu Hilfe. Willkommen in der Welt von "OGame". Solch dramatische Szenen stehen in den Universen des Onlinespiels auf der Tagesordnung. Allerdings finden sie hauptsächlich im Kopf des Spielers statt. Auf dem Bildschirm erscheinen nur kleine Standbilder mit Text. Den Rest erledigt die Fantasie.

"Sich so einen Angriff vorzustellen, wirkt noch viel unheimlicher, als ihn wie in anderen Spielen in bewegten Bildern zu sehen", meint OGame-Spieler Henning Kesselhut. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, warum sich das Programm so erfolgreich hält. Diesen Monat wird die Weltraumsimulation fünf Jahre alt. Eine Zeitspanne, in der viele andere Anbieter von Internetinhalten genauso klanglos wieder verschwinden wie sie gekommen sind. 30 Millionen Spieler haben sich inzwischen für das Browserspiel registriert. Und täglich werden es Tausende mehr.

Von überall spielbar

Einige von ihnen schauen nur ab und zu kurz mal rein. Schließlich können sie sich wie bei anderen Browserspielen ohne Download oder Installation von jedem PC aus einloggen, egal ob zu Hause, im Büro oder der Uni. Andere können kaum noch die Finger von ihrer Weltraumbasis lassen. Die Übergänge vom Vielspieler zum Süchtigen sind fließend. Zu groß ist die Faszination, ein wenig herumzuklicken, sich mit anderen Spielern aus seiner Allianz abzusprechen und dann zuzusehen, wie die Zeit verrinnt. Denn ein OGamer verbringt viel Zeit mit Warten. Warten darauf, dass er genügend Rohstoffe abbaut, dass ein Schiff sein Ziel erreicht und dass ein Gebäude steht. Während das anfangs in wenigen Minuten erledigt ist, wartet ein fortgeschrittener Spieler auch schon mal fast einen Tag, bis eine Aktion durchgeführt ist. "

Nächtlicher Einsatz

Auf einer hohen Stufe sind viele Spieler zu ehrgeizig, um nur nebenbei zu spielen", sagt Kesselhut. Manche stellen sich sogar den Wecker, um nachts aufzustehen, weil dann alles bereit ist für den nächsten Einsatz. "Ich habe nach knapp anderthalb Jahren intensiven Spielens aufgehört, weil es so ein massiver Zeitkiller ist", sagt er. Die Vielspieler sind der Grund dafür, dass OGame es laut einer Studie von Nielsen//NetRatings bei den beliebtesten Internetgames Deutschlands nach Spieldauer in die Top 10 geschafft hat.

"Unser Umsatz wächst um 350 bis 400 Prozent pro Jahr", sagt Klaas Kersting. Er ist Geschäftsführer des OGame-Betreibers Gameforge. Wie viel das genau ist, verschweigt er. Er verrät nur, dass das Unternehmen vom ersten Tag an profitabel war. Risikokapitalgeber Accel Partners waren die Anteile an dem Unternehmen im August 10 Millionen Euro wert. Eine beträchtliche Summe für eine Firma, die kostenlose Internetspiele anbietet.

Virtuelle Mitarbeiter mieten

Im Gegensatz zu vielen anderen Onlinegames wie "World of Warcraft" gibt es weder einen Kaufpreis für das Programm, noch eine monatliche Gebühr. Früher hat sich das Unternehmen mit Bannerwerbung finanziert. Irgendwann kam die aus der Mode, und die Spieler waren außerdem von den ständigen Werbebotschaften genervt. Ein neues Modell musste her: Jetzt können die Hobby-Raumfahrer sich virtuelle Offiziere mieten. Ab rund fünf Euro für drei Monate können die Spieler so ihre Flottenanzahl oder den Minenertrag erhöhen. Das bringt einen zeitlichen Vorteil und sie können Funktionen nutzen, für die sie sonst einige Stunden Spielzeit aufbringen müssten.

Internationaler Erfolg

Solche Bezahldienste nehmen knapp zehn Prozent der Nutzer in Anspruch. Kersting setzt aber nicht ausschließlich auf die zahlende Kundschaft. Auch die kostenlosen Spieler will er nicht vergraulen: "Wir wachsen zu 80 Prozent durch Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda. Also sind die Nicht-Zahler ein erheblicher Grund für unser Wachstum." Obwohl OGame in Karlsruhe entstanden ist, sind nur noch rund 20 Prozent der Spieler Deutsche. Inzwischen ist die Software in 32 Sprachen übersetzt worden. Darin sieht Kersting eines der Erfolgsrezepte: Das Spiel soll überall sofort funktionieren. Ohne Sprachbarrieren, ohne schwierige Steuerung, ohne hohe technische Voraussetzungen.

Auch Blinde können mitspielen

Das simple Konzept kommt an. Wer sich zum ersten Mal durch das offizielle Forum klickt, wird von der Vielzahl an Themen und Einträgen fast erschlagen. Hier verabredet sich die engagierte Community zu Stammtischen in deutschen Großstädten, Österreich und der Schweiz. Es gibt sogar einen Stammtisch für blinde Ogame-Fans. "Das funktioniert, weil das Spiel so simpel ist", sagt Kersting. Da es im Browser abläuft, kann ein Textreader-Programm alles vorlesen. "Für Blinde ist es sonst schwer, eine Form der Unterhaltung am PC zu finden", sagt der Geschäftsführer.

Manchmal geht er selber zu Stammtischen und genießt das Gefühl, Teil von etwas zu sein, von dem die Leute so begeistert reden. Die besten Veranstaltungen sind für ihn die, auf denen er sich nicht zu erkennen gibt. Dort kann er einfach nur zuhören, anstatt umringt und mit Verbesserungsvorschlägen bombardiert zu werden. Die Ideen und Ratschläge von Fans füllen mittlerweile mehrere Forenbereiche. Die guten werden sogar umgesetzt. Wie Tipps zum Ausbalancieren der verschiedenen Schiffe und Ressourcen oder neue Raumschifftypen. Ständig sind mehrere Mitarbeiter dabei, die Inhalte zu aktualisieren und zu verbessern. Und neue Spiele zu entwickeln. Zum Beispiel für diejenigen, die kein Science-Fiction mögen. Das nächste Projekt erscheint Ende Oktober: eine Art OGame in der Antike. Das Prinzip mit Aufbauen, Forschen, Erobern bleibt. Nur das Szenario ist anders.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.