VG-Wort Pixel

Gutes Internet Ping verbessern: Drei Tipps für ruckelfreies Onlinegaming

Seinen Ping verbessern kann jeder Gamer. Ein Frau spielt am Computer.
Warum den Ping verbessern? Damit Freude statt Frust bei Onlinespielen im Vordergrunde steht.
© adamkaz / Getty Images
Wer online Wettkampfspiele spielt, will seinen Ping verbessern. Was hat es damit auf sich und welche Tricks gibt es, die eigenen Leitung zu aufzupäppeln?

Sie haben eine Internetleitung mit 100 Megabit in der Sekunde (Mbit/s) und in Spielen wie "League of Legends", "Counter Strike – Global Offensive" & Co. trotzdem einen schlechten Ping? Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Bandbreite, also die 100 Mbit/s, haben nur bedingt etwas mit dem Ping zu tun.

Der Reihe nach: Stellen Sie sich Ihre Leitung wie einen Postboten vor, der Pakte von einem Server zu Ihrem Computer liefert. Die Bandbreite, ihn Ihrem Fall 100 Mbit/s, sagt nur aus, wie viele Pakete der Bote auf einmal tragen kann. 

Der Ping oder die Latenz zeigt in Millisekunden an, wie schnell er die Pakete liefert. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass der Ping davon abhängig ist, wie weit Server und Computer voneinander entfernt liegen. Spielen Sie "League of Legends" auf einem Frankfurter Server ist Ihr Ping besser, als wenn Sie das gleiche Spiel auf einem Server in Nordamerika spielen.

Denn dann muss der Bote weiter reisen, um die Pakte hin- und her zu transportieren. Sie sollten also sicherstellen, dass Sie immer europäische Server in den Spieleinstellungen auswählen. Wie groß der Datendurchsatz Ihrer Leitung und wie schnell sie ist, können Sie im Internet testen.

1. Ping verbessern: Kabel statt WLAN 

Wer am Computer online spielt, der will das unter gar keinen Umständen über das heimische WLAN-Netzwerk machen. Im Vergleich zu Kabeln ist die drahtlose Verbindung störanfälliger und nichts ist nerviger als ein Verbindungsabbruch im Spiel, weil das WLAN zickt.

Einfachste Option für einen möglichst niedrigen Ping ist eine Kabelverbindung zwischen Computer und Modem – sei sie noch so lang. Achten Sie beim Kauf des Kabels darauf, dass es sich um ein Gigabit-Ethernet-Kabel handelt. Es bietet einen Datendurchsatz von maximal 1.000 Mbit/s. Durch einige Kabel passen nur 100 Mbit/s – blöd, wenn Ihre Leitung in Zukunft größer werden sollte.

Affiliate Link
Amazon.de | Ugreen Cat 7 Ethernet Kabel 10Gbit/s flaches LAN-Kabel
Jetzt shoppen
7,99 €

Meist befindet sich das Modem an unmöglichen Stellen im Haus und Sie wären gezwungen, ein Kabel quer durch die Bude zu legen. Das will niemand. Der Kabelverbindung am nächsten kommen sogenannten Powerline-Adapter. Das sind Stecker, die die Datenpakete über das Stromnetz weiterleiten.

Ihr Bote nimmt also einen kleinen Umweg über die Steckdose, bevor er die Pakete an Ihren Computer liefert. Wie beim Kabel auch wollen Sie wieder den Datendurchsatz der Adapter im Auge behalten. Welches Powerline-Set für Sie das Richtige ist, entscheidet erneut die Bandbreite Ihres Anschlusses. Wenn Sie eine 250 Mbit/s breite Leitung haben, bremsen Sie Powerline-Adapter aus, die nur 100 Mbit/s durchlassen.

Affiliate Link
-26%
Amazon.de | TP-Link TL-PA7017KIT AV1000 Gigabit Powerline
Jetzt shoppen
36,81 €49,90 €

Mit dem TP-Link TL-PA7017KIT AV1000 passiert Ihnen das aber nicht. Laut Hersteller bietet das Set eine Bandbreite von 1.000 Mbit/s. Mit den Powerline-Adaptern sollten Sie die nächsten Jahre gut ausgerüstet sein. Wenn Sie weitere der Geräte in das Netzwerk einbinden wollen, können Sie die einzeln nachkaufen.

2. Ping verbessern: Firewall-Einstellungen

Was macht eigentlich eine Firewall? Sie überprüft die Pakete, die Ihr Postbote an den Computer liefert. Das kostet nicht viel Zeit, ist aber vermeidbar. Manchmal entscheidet die Firewall auch, einzelne Pakete nicht auf den Computer zu lassen. Im Online-Gaming nennt sich das "Paket-Loss" also verloren gegangene Pakete. Das wollen Sie vermeiden.

Zum Glück müssen Sie aber nicht die ganze Firewall ausstellen. Es reicht, wenn Sie Ihre Lieblingsspiele in den Einstellungen der jeweiligen Firewall auf eine "Whitelist" eintragen. Das ist eine Liste, die der Firewall signalisiert, dass die Pakete des Programms unbedenklich sind. Der digitale Türsteher winkt den Boten durch, ohne seine Fracht zu kontrollieren. 

3. Ping verbessern: Leitung freihalten

Erinnern Sie sich, dass die Bandbreite aussagt, wie viele Pakete der Kurier tragen kann? Das bedeutet auch, dass Sie im Auge haben müssen, welche Pakete er zuerst transportiert. Ein Beispiel: Sie legen eine Gaming-Session ein und merken, Ihr Ping ist schlecht.

Bei der Überprüfung des Netzwerks fällt Ihnen auf, dass Ihr iPhone und iPad ein Update herunterladen, im Nebenzimmer jemand in der Online-Konferenz ist und der Nachwuchs einen Film streamt. Ihre Leitung ist voll und der Bote kann keine Pakete liefern. Sie wollen  die Leitung also möglichst freihalten: 

  1. Schalten Sie Hintergrundprogramme an Ihrem Computer aus, die mit dem Internet verbunden sind
  2. Schmeißen Sie andere Geräte vorübergehend aus dem Netz (Flugmodus für Smartphone und Tablet) 
  3. Priorisieren Sie Ihren Computer in den Router-Einstellungen

Zu Punkt drei: Sehen Sie den Router als Wegweiser des Boten an. Die meisten Router bieten die Einstellungsmöglichkeit, einzelne Geräte innerhalb des Netzwerkes zu bevorzugen. Wenn die Leitung voll ist, erhält Ihr Gaming-Computer trotzdem die Pakete zuerst. Auf die Router-Einstellungen greifen Sie über Browser wie Firefox oder Chrome zu.

Die Zugangsdaten und die URL, die Sie dafür in die Adresszeile des Browsers eingeben müssen, finden Sie entweder auf der Unterseite des Routers und /oder der Bedienungsanleitung. Um des Familienfriedens Willen verraten Sie aber niemanden, wenn Sie Ihren Computer priorisieren – sonst ist ein schlechter Ping Ihr geringstes Problem.

Das könnte Sie auch interessieren: 

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

axp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker