Computersicherheit Chaos Computer Club kritisiert Gesetzentwurf


Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht das Verbot so genannter "Hackertools" vor. Der Chaos Computer Club sieht darin ein Zeichen für die Unkenntnis des Gesetzgebers. Denn solche Programme seien ein wichtiges Werkzeug für die Computersicherheit.

Der Chaos Computer Club hat den jüngsten Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Computersicherheit kritisiert. Dies betrifft vor allem das geplante Verbot von so genannten Hackertools. Das sind zum Beispiel Programme, die Schwachstellen in Rechnern ausfindig machen. Damit werde Software kriminalisiert, die zur Analyse von Sicherheitslücken in Computersystemen zwingend erforderlich sei, erklärte der CCC. Die Umsetzung des Entwurfes gefährde daher die Sicherheit von Computersystemen.

Härtere Strafen

Der CCC sprach sich stattdessen für eine drastische Verschärfung der Strafen für Datenverbrechen aus. Der Gesetzentwurf stelle die Arbeitsgrundlagen von Sicherheitsberatern und Netzwerkexperten unter Strafe, erklärte der CCC, da bereits der Besitz und die Verbreitung von Werkzeugen zur Netzwerkanalyse und zur Aufdeckung von Sicherheitslöchern in Rechnersystemen strafbar werden solle. Die Arbeit der Sicherheitsexperten wäre damit kaum mehr möglich und von ungerechtfertigter Kriminalisierung bedroht.

Die Vorstellungen des Gesetzgebers zeugten von einer ausgeprägten Unkenntnis der technischen Vorgehensweisen, erklärte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn. Testangriffe zum Auffinden von Sicherheitslöchern seien für die IT-Sicherheit wie Crash-Tests für die Autoindustrie. "Niemand käme auf die Idee, Crash-Tests zu verbieten", erklärte Müller-Maguhn.


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