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Ebay: Belgien unterm Hammer

Das Online-Auktionshaus Ebay hat die Versteigerung Belgiens gestoppt. Es wurde ein "Königreich in drei Teilen" mit einem kleinen Nachteil feilgeboten. In der kurzen Geschichte von Ebay gab es aber noch weitere skurrile Auktionen.

Belgien zum ersten, zum zweiten und zum dritten: Das Königreich war drei Tage lang beim Internet-Auktionshaus Ebay zu ersteigern, wie die belgische Zeitung "Le Soir" berichtete. Ebay habe das Inserat am Montagabend jedoch gelöscht, weil "virtuelle oder irreale" Angebote nicht erwünscht seien. Das höchste Gebot lag zu diesem Zeitpunkt bei zehn Millionen Euro.

300 Millionen Euro Staatsschulden

Die Anzeige stand unter dem Titel "Belgien, ein Königreich in drei Teilen" - in Anspielung auf die drei belgischen Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel. Man könne anstelle des ganzen Landes auch nur einen Teil kaufen, zitierte "Le Soir" aus dem Anzeigentext. Allerdings sei wegen der hohen Staatsschulden von 300 Millionen Euro Vorsicht geboten. Dem Zeitungsbericht zufolge wurde die Anzeige von einem früheren Journalisten geschaltet, der auf scherzhafte Art Aufmerksamkeit für die Probleme Belgiens wecken wollte. 100 Tage nach der Parlamentswahl am 10. Juni war am Dienstag noch immer keine neue Regierung in Sicht, weil sich die Politiker aus dem niederländischsprachigen Flandern und dem frankophonen Wallonien nicht einig werden.

Der Golf vom Papst

Immer wieder kommt es bei Ebay zu kuriosen Auktionsangeboten. Ebay selbst nimmt eine distanzierte Position zu derartigen Versteigerungen ein - skurrile Auktionen werden meist vor Ablauf der Einstelldauer von Ebay beendet oder gelöscht. Großes Medieninteresse finden solche Auktionen, wenn sie ein aktuelles Zeitgeschehen aufgreifen und besonders hohe Gebote erhalten. Höhepunkt war im Frühjahr 2005 ein VW Golf IV, der dem jetzigen Papst Benedikt XVI. gehört hatte und für fast 190.000 Euro an ein Onlinecasino ging.

Auch Party-Girl Paris Hilton versteigerte sich selbst auf dem Online-Marktplatz Ebay. Für die stolze Summe von 200.000 Dollar sicherte sich der Auktionsgewinner einen Silvesterabend mit Frau Hilton. Die Geldsumme wurde für einen guten Zweck verwendet. Mit einem derart hohen Gebot hatte die skandalträchtige US-Amerikanerin nicht gerechnet, vor Rührung fing sie an zu weinen.

Thomas Soltau mit DPA
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