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Hackerangriff auf Rewe Kundendaten stehen im Netz


Schlechte Nachrichten für Nutzer der Rewe-Bildertauschbörse: Bei dem Hackerangriff Anfang der Woche sind doch Kundendaten kopiert worden - die inzwischen im Internet veröffentlicht wurden.

Nach dem Hackerangriff auf die Sammelbild-Tauschbörsen des Handelskonzerns Rewe haben Unbekannte Zehntausende Kundendaten im Internet veröffentlicht. "Es wurde gestern eine signifikant hohe Anzahl unserer Daten ins Netz gestellt", sagte ein Rewe-Sprecher und bestätigte einen Bericht von "Spiegel Online". Es handele sich um E-Mail-Adressen und dazu gehörende Passwörter von bis zu 45 000 Kunden. Diese hatten sich mit den Daten auf einer Rewe-Seite angemeldet, um Tier- oder Fußballbilder zu tauschen.

Anfang der Woche hatte das Unternehmen die Öffentlichkeit über den Hack informiert und mitgeteilt, es sei unklar, ob die Daten kopiert worden seien.

Kundendaten - ein wertvolles Gut

Bei Angriffen auf Server von Unternehmen haben es Hacker in der Regel auf sensible Daten von Kunden abgesehen. Bei dem jüngsten Daten-Einbruch beim Handelskonzern Rewe sind zwar keine Bankdaten entwendet worden, aber allein die Mailadressen von Kunden sind begehrt und können schnell zu Geld gemacht werden. Diese Daten würden meist für den Versand personalisierter Spam-Mails Genutzt. Denn eine persönlich adressierte Mail wird eher geöffnet als etwa eine anonyme Rundmail.

In Kombination mit dem Namen könnte für die Betroffenen aber vor allem das entwendete Passwort das größte Problem sein. Da viele Internet-Nutzer für mehrere Dienste im Netz dasselbe Passwort verwenden, könnten die Eindringlinge die beschafften Daten auf andere Angebote wie etwa Google Mail oder den Bezahldienst Paypal anwenden. Sie könnten sich dann unter der geklauten Identität Zugang zu weiteren Daten verschaffen oder unter fremdem Namen einkaufen.

700 Millionen Aufkleber im Umlauf

Die Sticker-Aktionen des Supermarktriesen Rewe haben in Deutschland einen zehn Wochen währenden Hype ausgelöst. Für je zehn Euro Einkaufswert bekamen Kunden an der Kasse eine Packung mit Stickern geschenkt. In den ersten knapp sieben Wochen wanderten rund 700 Millionen Aufkleber mit Löwe, Braunbär oder Erdmännchen über die Ladentheke. Um eines der 1,7 Millionen verkauften Sammelalben füllen zu können, sammelten vor allem Kinder die Bilder von insgesamt 180 Tieren. Im Internet gibt es eigens dafür eine Tauschbörse, auf deren Daten jetzt unbekannte Computerhacker zugriffen.

san/DPA DPA

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