Internet-Zugänge Rund 250.000 Kunden betroffen


Die Telekom hat massive Sicherheitslücken bei Online-Diensten ihrer Tochter T-Com bestätigt. Das Kundenportal der T-Com für diese Dienste bleibt zunächst geschlossen. Betroffen sind davon rund 250.000 Nutzer - überwiegend Geschäftskunden.

Telekom-Sprecher Hans Ehnert bestätigte gegenüber tagesschau.de, dass Fremde aufgrund der Sicherheitsprobleme Websites hätten verändern können, die über den Online-Dienst "webeasy" bei der T-Com geordert und verwaltet werden. Über diese Websites laufende Webmails wie im vom tagesschau.de dokumentierten Fall bundesnachrichtendienst.de hätten mitgelesen oder manipuliert werden können, hieß es. Weiter hätten über die ausgespähten Kundenaccounts Leistungen der Telekom hinzugekauft werden können.

Telekom sperrt Zugänge

Das Kundenportal der T-Com für diese Dienste wurde von der Telekom am Dienstagvormittag geschlossen. Betroffen seien von den Sicherheitslücken wie von der Schließung des Portals rund 250.000 Kunden, berichtet tagesschau.de. Nach Schätzung der Telekom müßten rund 120.000 Kunden ihre Passwörter ändern. Wann das Kundenportal wieder geöffnet werde, habe Ehnert nicht sagen können. Bis dahin könnten etwa über "webeasy" verwaltete Websites nicht verändert werden.

Das gesamte System werde noch einmal einem umfassenden Sicherheitscheck unterworfen, erklärte Ehnert der tagesschau.de. Auch die Administratorenrechte in dem System seien gesperrt worden. Alle betroffenen Kunden sollen informiert werden.

Sensible Daten einseh- und veränderbar

Die Experten des Chaos Computer Clubs (CCC) haben nach eigenen Angaben die Sicherheitsmängel in den T-Mart Web- Services der Telekom-Festnetzsparte T-Com entdeckt. Jeder Internet- Nutzer könne im Prinzip ohne großen Aufwand sensible Kunden- und Geschäftsdaten einsehen und sogar verändern. Betroffen seien alle Angebote, die eine bestimmte Zertifizierungstechnik der T-Com nutzten.

"Angreifer mit genügend krimineller Energie" hätten sich vermutlich bereits in den Datenbeständen umgetrieben, schätzt der Expertenverein. Allein das Wissen um die Sicherheitslöcher habe die Redakteure der "Datenschleuder" befähigt, "Einblicke in vertrauliche Informationen der Betriebsdatenblätter aller Kunden des T-Mart Web- Services zu nehmen", sagte Dirk Engling vom CCC. Ein Angreifer könne ungehindert in den Besitz sämtlicher Zugangspasswörter aller Kunden kommen. Betroffen sind nach Angaben des CCC auch Kunden wie die Deutsche Bundesbank und die Bundesgrenzschutzdirektion.

Der Telekom-Sprecher legte Wert auf die Feststellung, dass der Bereich des Telefonnetzes oder Mobiltelefonnetzes von den Sicherheitsproblemen nicht berührt sei.

DPA DPA

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