Internetzugang Welches DSL passt zu mir?


Schnell surfen und runterladen - viele überlegen sich, auf DSL umzusteigen. Aber Vorsicht: Zahlen Sie nicht zu viel. Tipps für günstige Tarife.

Wer heute noch mit dem Modem online geht, muss sich vorkommen wie im finsteren Internet-Mittelalter. Denn durch dieses Nadelöhr tröpfeln die schönen, neuen Multimedia-Dienste in den Computer, anstatt mit einem modernen DSL-Anschluss nur so auf den Rechner zu strömen. Ob Video-on-Demand oder Musikdownload: Der digitale Lifestyle erfordert einen Breitband-Internetzugang. Nur: welchen?

Schließlich wuchert da draußen ein nahezu undurchdringlicher Tarifdschungel, den ein Breitbandinteressent kaum ohne Schaden am Geldbeutel zu durchqueren vermag. Schon springen den potenziellen Kunden Angebote an, die supergünstige DSL-Anschlüsse als Starterpaket für nur ein paar Euro versprechen, es wimmelt vor Zeit- und Volumentarifen mit zehn, 20 oder sogar 100 Freistunden pro Monat oder mit Datenmengen von einem, zwei oder gar fünf kostenlosen Gigabyte inklusive. Wer soll sich da für was entscheiden?

Zeittarife

Bei den Zeittarifen ist die Wahl am einfachsten. Hier kann jeder selbst einschätzen, wie oft und wie lange er oder sie im Monat online sein wird. Ist es täglich eine Stunde, dann empfiehlt sich ein Tarif mit 30 Freistunden. Aber Vorsicht: Manchmal dauert es doch mal länger, und die Kosten für jede zusätzliche Minute variieren dann je nach Anbieter zwischen weniger als einem bis zu eineinhalb Cent.

Volumentarif

Schwieriger wird es, sich für den richtigen Volumentarif zu entscheiden. Dies ist der ideale Zugang für alle, die rund um die Uhr Mails empfangen oder ausgiebig und in Ruhe im Internet stöbern wollen. Hier tickt der Gebührenzähler nicht im Sekundentakt, sondern nach übertragenen Megabyte - allerdings wird in beide Richtungen mitgezählt. Wer Freunde hat, die unaufgefordert mehrere MB große Spaßvideos schicken, hat dann teure Freunde. Und wer ausgiebig MP3-Files oder sogar ganze Filme aus dem Netz lädt, der hat schnell ein paar Gigabyte zusammen und wird sich über die gepfefferte Rechnung des Providers wundern, wenn der Tarif zu wenig Freivolumen beinhaltet. Denn wie bei den Minutenpreisen langen einige Provider bei den Cents pro zusätzlichem Megabyte mehr hin als andere.

Pauschaltarif

Für einen Pauschaltarif eignet sich, wer alles in allem monatlich auf mehr als fünf Gigabyte Datenverkehr kommt. So eine "All you can download"-Flatrate hat allerdings den Nachteil, dass die höheren Onlinekosten auch dann fällig werden, wenn man gerade im Urlaub ist oder aus anderen Gründen wenig surft. Eine Zwischenlösung sind mischkalkulierte Tarife wie etwa die 1&1-Fair-Preis-Flatrate. Eigentlich kostet sie 26,90 Euro im Monat, wer allerdings weniger als 100 Stunden online war, zahlt automatisch nur 16,90 Euro.

Weitere Kosten

Ist der passende Tarif endlich gefunden, kommen leider noch die Kosten für den DSL-Anschluss dazu - und natürlich die Qual der Wahl, für welchen man sich entscheiden will. Ab dem 1. April erhöht die T-Com - wie auch Mitbewerber Arcor - die Bandbreite bei ihren DSL-Anschlüssen. Der Konzern bietet dann drei Zugangsvarianten: Statt der jetzt möglichen 768 oder 1536 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) Ladegeschwindigkeit erhöht sich das Download-Tempo auf ein, zwei oder drei Megabit pro Sekunde. Die Tarife: Bei der kleinsten Bandbreite (T-DSL 1000) steigt die Monatsrate für ISDN-Nutzer um vier Euro auf 16,99 Euro, bei der mittleren (T-DSL 2000) sinkt der Preis um 2,99 Euro auf 19,99 Euro. Diese Gebühren muss der T-Com-Kunde zusätzlich zum Telefonanschluss nur für den nun dreigeteilten DSL-Zugang tragen. T-DSL 3000 soll 24,99 Euro monatlich kosten.

Auch Arcor ändert seine Preise. Wenigsurfer brauchen sich hier noch nicht einmal für einen Breitbandtarif zu entscheiden. Denn wer sich entschließt, auch mit seinem Festnetz-Telefonanschluss zu Arcor zu wechseln, bekommt zum DSL-Anschluss ein kostenloses Datenvolumen von einem Gigabyte oder wahlweise zehn Onlinestunden spendiert. Wer nicht komplett wechseln will und bereits einen ISDN-Anschluss hat, der sollte schnell handeln und noch im März einen herkömmlichen 768-Kbit/s-DSL-Anschluss über einen Onlineprovider wie AOL oder 1&1 bestellen. Denn dann wird der ab 1. April vier Euro teurere T-DSL-Grundpreis erst ab dem 1. Januar 2005 fällig, die Bandbreite aber wird auch für "Altkunden" ab April automatisch auf 1024 Kbit erhöht.

Wer sich das Rechnen sparen will, dem helfen die Tabellen weiter. Dort finden sich die drei jeweils günstigsten Internetprovider für Neueinsteiger, sortiert nach Zeit-, Pauschal- und Volumentarif.

Sönke Jahn print

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