Kim Schmitz »Dr. Kimble« wandert nicht in den Knast


Ein Jahr und acht Monate auf Bewährung lautet das Urteil für Kim Schmitz wegen verbotenen Insiderhandels. Dazu muss er 100.000 Euro Strafe zahlen.

Der Selbstinszenator und Angeber Kim Schmitz muss nicht ins Gefängnis. Sein Prozess vor einem Münchner Amtsgericht endete wie erwartet mit einer Verurteilung wegen verbotenen Insiderhandels mit Aktien. Allerdings hat Schmitz Glück: Er bekam nur eine Bewährungsstrafe aufgebrummt. Ein Jahr und acht Monate auf Bewährung lautete das Urteil der Richterin. Dazu kommt eine saftige Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

LetsBuyIt

Während des Prozesses war der 28-jährige Internetunternehmer wieder einmal durch seine Großspurigkeit aufgefallen: »Ich bin der Gerhard Schröder für Arme.« Er bezeichnete sich selbst nicht als Pleitier, sondern als Firmenretter. »Ich war auf dem besten Weg nach oben und dann kam LetsBuyIt.« Schmitz hatte Anfang 2001 den Aktienkurs des angeschlagenen Internet-Schnäppchenjägers LetsBuyIt.com künstlich in die Höhe getrieben haben, indem er ankündigte, das Unternehmen mittels seiner Kimvestor AG mit bis zu 50 Millionen Euro sanieren zu wollen. Kurz darauf verkaufte der Computer-Hacker seine zugleich für 345.000 Euro erworbenen Aktien zum mehr als vierfachen Preis von 1,58 Millionen Euro.

Geburtstag hinter Gittern

Spektakulär war die Flucht von Kim Schmitz, die in Thailand endete. Seinen letzten Geburtstag verbrachte er dort im Gefängnis. Skurril wirkte seine Begründung, warum er um die halbe Welt flog: Weil er 300.000 Euro von »mit Intelligenz verschonten Zuhältern« geliehen hatte, fürchtete er um sein Leben. Die Polizei, die er um Schutz gebeten hatte, verhöhnte ihn angeblich. Nur darum, so Schmitz, musste er das Weite suchen.


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