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Eigenes Chatprogramm MegaChat: Kim Dotcom will Skype plattmachen

Vor einem Monat musste Internetunternehmer Kim Dotcom seinen Bankrott einräumen. Jetzt bläst er zum Großangriff auf Skype: Mit MegaChat will er ein abhörsicheres Chatprogramm auf den Markt bringen.

Bye bye Skype", tönt der in Kiel geborene Internetunternehmer Kim Schmitz alias Kim Dotcom gewohnt großmäulig. Über Twitter hat er verkündet, dass seine Firma Mega schon bald ein eigenes Chatprogramm anbieten werde. Wie bei Skype sollen Text- und Videochats sowie die superschnelle Übertragung von Dateien möglich sein. Allerdings soll MegaChat durch eine Verschlüsselung abhörsicher sein und auch keine Hintertür für Geheimdienste wie die NSA bieten. Skype könne dies als US-Unternehmen nicht gewährleisten, so Schmitz.

Zum Beweis, dass das Programm laufe, postete er einen Link zu einem Youtube-Video, das während einer Konferenz in Auckland im vergangenen September aufgezeichnet wurde. In einer Paneldiskussion seien damals Julian Assange und Edward Snowden mit einer frühen Version von MegaChat zugeschaltet worden. In den nächsten Wochen soll nun eine Beta-Version erscheinen.

Das Jahr 2014 bestand für den grellen Deutschfinnen und Wahl-Neuseeländer vor allem aus Rückschlägen. Erst im November gab er in einem Interview bekannt, dass er sein Vermögen verloren habe. Im Februar hatte Neuseelands Oberster Gerichtshof entschieden, dass eine Hausdurchsuchung von Dotcoms Anwesen rechtens gewesen sei. Allerdings nicht das Kopieren und die Weitergabe von Datenträgern durch die Behörden an die US-Bundespolizei FBI. Weil die von dem 40-Jährigen entwickelte Datentauschbörse Megaupload im großen Stil zum Bereitstellen von Hollywoodfilmen genutzt wurde, versuchen die USA seit Jahren, eine Auslieferung zu erwirken, um ihm den Prozess machen zu können.

ono
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