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Mobile Clubbing: Sie tanzen in der Stille

"Mobile Clubbing" ist der Geheimtipp in der Londoner U-Bahn. Mit MP3-Player im Gepäck verabreden sich hunderte Menschen über das Internet an öffentlichen Plätzen - um zu tanzen. Ruhestörung ist kein Thema, denn jeder hört nur seine eigene Lieblingsmusik.

Von Kathrin Warncke

Rushhour an der Victoria Station im Londoner Underground - um Punkt 18.53 drängen sich Menschenmassen durch die Gänge der U-Bahnschächte. Trotzdem unterscheidet diese Menschen etwas von den Berufstätigen - sie wollen nicht etwa nach Hause, sie sind für ein besonderes Event aufgetaucht. Die Besucher schreien auf einmal los, jubeln - und fangen an zu tanzen. In der Menschenmenge stehen englische Polizisten und schauen ratlos auf das, was sich vor ihren Augen abspielt.

"Mobile Clubbing" heißt der Szenetrend, der sich bis jetzt vor allem auf Stationen der Londoner Underground konzentriert. Spontan treffen sich Menschen an einem öffentlichen Platz, jeder mit seinem eigenen MP3-Player bewaffnet. Zu einer verabredeten Zeit fangen sie an zu tanzen, jeder für sich oder in der Gruppe. Sie hören allein die Musik, die sie möchten, und keiner braucht sich über den merkwürdigen Musikgeschmack des DJs zu ärgern. Einen Eintrittspreis für den "mobilen Club" oder eine Kleiderordnung nach Wunsch des Türstehers gibt es auch nicht. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen zum Mobile Clubbing treffen, im Gepäck iPod & Co.

Es gibt klare Regeln für das sonst ungezwungene Mobile Clubbing. Auf der offiziellen Website sind diese vier Tipps und Regeln veröffentlicht: Jeder Teilnehmer muss demnach zur abgemachten Zeit am Ort sein und seinen Musikplayer mitbringen. Damit alle zur eigenen Lieblingsmusik tanzen können, darf die Musik nur über einen Kopfhörer gehört werden. Außerdem gilt: Je breiter sich die Masse über den Raum verteilt, desto unwahrscheinlicher sind Gegenmaßnahmen durch die Polizei. Zu guter Letzt der Tipp an alle, die anfangs noch etwas gehemmt sind und nicht wissen, wohin mit Armen und Beinen: "Sorge dich nicht - Du wirst einer von vielen sein."

Gesorgt hat sich bisher keiner bei den vergangenen Mobile-Clubbing-Events in Liverpool und London. Im Gegenteil - kurz vor dem verabredeten Zeitpunkt sind die Tänzer mit der Auswahl ihrer Lieblingsmusik am iPod beschäftigt oder setzen noch schnell neue Batterien in ihren MP3-Player ein. Die letzte Minute zählen Sie schreiend runter - mit Blick auf eine Uhr in der Nähe. Der "Silent Rave", wie es bereits in England heißt, beginnt unter Jubeln und Schreien der Tänzer. Von da an tanzt jeder für sich selbst: Breakdance, Argentinischer Tango oder das, was vom letzten Discofox-Kurs hängen geblieben ist. In der Menge schwoofen und steppen sie allein, zu zweit oder in der Gruppe. Eine Zeitbegrenzung gibt es nicht - jeder tanzt so lange, wie er möchte. Bis zu einer Stunde kann sich diese Art modernen Tanzkränzchens hinziehen.

Erinnerungen an Flashmobs werden wach

Neu sind die Menschenaufläufe nicht, bereits 2003 organisierten sich die Event-Anhänger über das Internet und Handys für die spontanen Treffen. Als Flashmob wurde dieser Trend weltweit bekannt. Mittlerweile entwickeln sich die skurrilsten Auswüchse der schlagartigen Zusammenkünfte. Selbst zu Kissenschlachten organisieren sich die Flashmob-Fans - und jetzt auch zum Mobile Clubbing.

Ob London, New York oder Madrid - weltweit wurde seit 2004 die ersten Mobile Clubbing-Treffen beobachtet. Auch in Berlin fanden schon erste Treffen statt. Trotzdem ist die Szene vor allem in den Londoner U-Bahn-Schächten besonders stark ausgeprägt. An Haltestellen wie der Paddington Station, Victoria Station oder auch der Liverpool Street Station treffen sich immer wieder Musikbegeisterte zu den ruhigsten Partys der Welt. Schon bald dürften auch in Deutschland die ersten großen Events starten.

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