Shopping-Communitys Gemeinsam sparen

Wer nicht alleine einkauft, kann Geld sparen
Wer nicht alleine einkauft, kann Geld sparen
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Gemeinsames Einkaufen und dabei sparen: Shopping-Clubs versprechen ihren Mitgliedern jede Menge Schnäppchen. Eine Verbraucherzentrale hat verglichen: Tatsächlich erzielen die Einkaufscommunitys gute Preise - meistens.

Bei der Schnäppchenjagd übers Netz sind Shopping-Clubs nicht mehr wegzudenken. Mehr als ein Dutzend deutscher Anbieter gibt es. Sie haben Mode, Elektronik oder Kinderartikel und punkten durchaus mit niedrigen Preisen.

Das hat ein Test von acht Clubs durch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ergeben: "Im Schnitt konnten Schnäppchenjäger rund ein Viertel gegenüber der Web-Konkurrenz sparen", sagt Verbraucherschützer Georg Tryba aus Düsseldorf.

Mittlerweile sind es nicht mehr nur die guten Preise, mit denen Online-Outlets ihre Mitglieder an sich binden wollen. Viele Clubs haben Community-Bereiche aufgebaut, in denen sie ihre Kunden über unterschiedlichste Verbraucherthemen und Trends informieren und zum Austausch anregen.

Brands4friends zum Beispiel erklärt im Mitglieder-Magazin, was sich hinter Begriffen wie Baggy, Hahnentritt oder Piqué verbirgt. Hinzu kommen Tipps, wie viel Schmuck Männer tragen können. Die Betreiber von Vente-Privée stellen sich im Blog vor. "Zusätzlich können Mitglieder unter der regelmäßig aktualisierten Rubrik Rosebuzz die Trends aus Mode, Dekoration, Musik und Kunst nachlesen", so Sprecherin Isabel Schell.

Limango richtet sich vor allem an Eltern. Zwei Frauen schreiben in der Mitgliederecke Kolumnen rund um das Thema Familie. "Zusätzlich geben wir in Ratgebern Tipps zu Kinderspielzeug oder stellen Testergebnisse vor", sagt Sprecherin Stefanie Drexler. Beim Elektronik-Outlet Pauldirekt richtet sich ein Moderator per Video persönlich an die Mitglieder.

"Neomoderner Kaffeeklatsch"

"Community-Bereiche und Blogs sind der neomoderne Kaffeeklatsch", sagt Thomas Lehning. Der Marketing-Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart rät aber zu Vorsicht: "Es handelt sich meist nicht um echte Communitys, sondern eher um Marketinginstrumente." So landen nicht alle Blogkommentare auf den Internetseiten, und allzu positive Einträge könnten Mitarbeiter geschrieben haben.

Denn die Konkurrenz ist groß. Allein die Seite shopping-clubs.de listet derzeit 13 Anbieter auf. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, setzen die Outlets nicht mehr nur auf ihre Aktionen. Neben den Community-Bereichen versuchen sie auch auf anderen Wegen, Mitglieder an sich zu binden. BuyVip beispielsweise öffnet Stammkunden, den VIPs, bereits 15 Minuten vor Verkaufsstart die Türen, so dass sie in Ruhe ihre Lieblingsstücke aussuchen können.

Brands4friends hat auf Kritik reagiert, wie Sprecherin Gellrich erklärt: Bisher gingen die Auktionen meist zwischen 7.00 und 9.00 Uhr los - eine bei Schnäppchenjägern nicht beliebte Tageszeit. Seit kurzem gibt es einmal die Woche eine Aktion ab 19.00 Uhr. "Dann sind die Kinder im Bett, und die Mütter können shoppen", sagt Gellrich.

Andere Clubs spezialisieren sich auf bestimmte Produkte. Familien werden bei Limango fündig. Technikfans suchen bei Pauldirekt. Lifestyle-Klamotten aus der Skater- und Snowboard-Szene gibt es bei Label-Park oder Club Sale". 4Clever orientiert seine Angebote immer an bestimmten Modemarken. Und inzwischen bieten Seiten wie triphunter.de sogar Reisen an.

So exklusiv ist das Ganze nicht mehr

Den Reiz der "Exklusivität" haben fast alle Clubs inzwischen aber verloren. Zwar sind die angebotenen Marken weiterhin meist exklusiv, für den Zugang zu den Clubs gilt das allerdings kaum noch. "Die Clubs brauchen viele Besucher, um genügend zu verkaufen", erklärt Lehning.

Verbraucherschützer Georg Tryba aus Düsseldorf rät Nutzern, sich bei der Jagd nach Schnäppchen nicht durch die angegebenen Grundpreise blenden zu lassen. "Wesentlich aussagekräftiger ist das Ergebnis von Preissuchmaschinen im Internet." Die Test-Vergleiche der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben gezeigt: Viermal gab es angebotene Produkte anderswo im Netz günstiger, "20 Mal aber behielten die Clubs die Nase vorn." Bei Uhren, Haushalts- und Unterhaltungstechnik waren die Clubs um gut 15 Prozent günstiger als die Web-Konkurrenz, Preisersparnisse von mehr als einem Viertel ließ sich vor allem bei Bekleidung und Accessoires erzielen.

Vivien Leue/DPA DPA

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