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Boarding Pass Bordkarten werden nach dem Flug meist achtlos weggeworfen - dabei verraten sie mehr, als man denkt

Boarding-Pass vor Kontrollgerät
© Martin Moxter/ / Picture Alliance
Bordkarten werden nach dem Flug meist achtlos weggeworfen. Dabei verraten die Flugtickets mehr über uns, als vielen Passagieren lieb ist, wie Sicherheitsexperten herausgefunden haben.

Hunderte Millionen Fluggäste werden jährlich an EU-Flughäfen abgefertigt und ebenso viele Bordkarten ausgegeben - sei es in digitaler Form auf dem Smartphone oder ausgedruckt am Check-in-Schalter. Nach dem Flug werden die Scheine jedoch häufig achtlos in den Müll geworfen oder gleich auf dem Flugzeugsitz liegengelassen. Das sollten Sie jedoch auf keinen Fall machen, wie der Sicherheitsexperte und US-Journalist Brian Krebs in seinem Blog "Krebs on Security" warnt.

So knacken Hacker das Flugkonto

Krebs entdeckte zahlreiche Sicherheitslücken bei Flugtickets, die sich im Barcode oder dem aufgedruckten QR-Code verstecken. Entschlüsselt man diesen mit einer speziellen Scanner-App, wie man sie im Play Store oder im App Store findet, kann man eigentlich private Informationen auslesen. Der Name des Passagiers oder der Sitzplatz zählen dabei noch zu den harmlosesten Angaben, diese findet man in der Regel sowieso ausgedruckt auf dem Ticket. Deutlich brisanter sind dagegen die Buchungs- oder die Vielfliegernummer.

In seinem Blog berichtet Krebs von einem Fall, bei dem Fremde nur mit diesen beiden Daten (Buchung- und Vielfliegernummer) auf das komplette Nutzerprofil eines Passagiers zugreifen konnten. Der Grund: Das Onlineprofil war von der Airline nicht ausreichend geschützt. Der Fremde konnte auf sämtliche gebuchten Flüge der betreffenden Person zugreifen und sogar einzelne Flüge stornieren. "Ich konnte nicht nur einen Flug sehen, sondern JEDEN Flug, der mit dieser Vielfliegernummer bei der Star Alliance gebucht wurde", zitiert Krebs den Nutzer, der die Lücke entdeckte.

Flugticket besser schreddern

Eine Pin oder ein Passwort war nicht nötig. Doch selbst das hält Hacker im Zweifelsfall nicht ab: Häufig kann man sich eine neue Pin erstellen, wenn man die Sicherheitsfrage beantwortet. Die dafür nötigen Informationen (Mädchenname der Mutter, Lieblingsfilm etc.) lassen sich möglicherweise leicht in sozialen Netzwerken herausfinden.

Keine Sorge: Hacker werden jetzt sicherlich nicht im großen Stil über Flüghäfen schlendern und nach liegengelassenen Tickets Ausschau halten. Brian Krebs empfiehlt trotzdem, das Flugticket nicht achtlos wegzuwerfen, sondern es im Zweifelsfall lieber zu schreddern. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, für den hat das Magazin "Slate" noch einen (nicht ganz ersnt gemeinten) Tipp parat: "Wir raten Ihnen, das Bordticket aufzuessen, sobald Sie den Sitz eingenommen haben. Und kauen Sie sorgfältig."

cf

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