WEBREPORTER Æ, Ü und ß - Domainnamen werden künftig bunter


Im April tritt eine neue Regelung in Kraft: dann werden auch so genannte »Multilinguale Domainnamen« (MLD) online erreichbar sein. Folge: die Adressen im Web werden bunter.

Im April tritt eine neue Regelung in Kraft: dann werden auch so genannte »Multilinguale Domainnamen« (MLD), also Namen mit Sonderzeichen und symbolischen Schriftzeichen, online erreichbar sein. Folge: nun können phantasievolle Abweichungen bereits bestehender Second-Level-Domains angemeldet werden. Der Namensraum im Internet, so verspricht man sich, soll dadurch stark erweitert werden. Zugkräftige Domains sind schon lange Mangelware, daher heiß begehrt und stolz im Preis. Und vergeben werden sie nun einmal nur von den von ICANN akkreditierten Registratoren.

Das heißt auch, dass namentlich konkurrierende Websites fortan lediglich ein Sonderzeichen entfernt voneinander aufzurufen sein werden. Wer also seinen guten Namen in Zukunft vor »Cybersquatters« (Trittbrettfahrern) schützen will, wird nicht umher kommen, seine Domain multilingual durchbuchstabieren und sich weitere Rechte sichern zu lassen. Registrierungsstellen reiben sich schon die Hände. Wie US-Markführer Network Solutions. Das Unternehmen aus Virginia konnte sich bereits im Herbst vergangenen Jahres kaum vor Anfragen retten, als es angekündigt hatte, Domainnamen in asiatischen Schriftzeichen wie Chinesisch zur Anmeldung zuzulassen. Stattliche 800.000 Namen haben die Amerikaner dabei für sich selbst reserviert.

Das ist aber noch nicht alles. Das Domainnamensystem (DNS) soll bald auch um den Zeichenvorrat von Regionalsprachen wie Cherokee oder Nationalsprachen wie Arabisch erweitert werden. Wermuthstropfen: die Eingabe nichtlateinischer Webadressen funktioniert nur dort, wo auch ein multilinguales Domainnamensystem eingerichtet worden ist. Die deutsche Firma Domainregistry etwa bietet bereits Namen mit Sonderzeichen an: Umlaute wie »ä« und »ö« sind jetzt genauso möglich wie das »ß« oder das französische »ë«. Insbesondere in den osteuropäischen Staaten findet die Registrierung von Sonderzeichendomains großes Interesse, da nunmehr nationalsprachlich Inhalte besser transportiert werden können. Diese waren bisher in der Internet-Verkehrssprache Englisch schwer kommunizierbar.

Dusko Vukovic


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