WEBREPORTER Deja-vu auf dem Browserfriedhof


Wohliges Gruseln überkommt manchen Webnostalgiker, wenn er sich an die Frühzeit der Browsertechnik erinnert - oder moderne Seiten von den Ahnen von Internet Explorer, Netscape und Co. anzeigen lässt.

Das Jahr 1993 liegt 56 Jahre zurück. Jedenfalls nach der Internet-Zeitrechnung, nach der ein Webjahr sieben realen Jahren entspricht. Dank der Zeitmaschine des Schweden Pär Lannerö können sich Netznostalgiker um acht reale beziehungsweise 56 virtuelle Jahre zurückversetzen lassen. Neopren-bekleidet weist ein dynamisch dreinblickender Surfer auf »Deja-vu« auf sieben archaische Browser der ersten Generation. Beim Klicken auf eine dieser stillgelegten Surfutensilien werden historische Websites für kurze Zeit zu neuem Leben erweckt und dem einen oder anderen User kurzzeitig gruseligen Spaß bereiten. Besonders zu empfehlen: der NCSA Mosaic-Browser, Vorgänger des allgemein bekannten Netscape Navigators.

Auf mausgrauem Hintergrund warten Websites des Jahres 1993 auf die neugierigen Besucher. Dankbar für erneute Aktivität blinken in der rechten oberen Ecke goldene Blitze über eine grafisch rudimentäre Weltkugel. Ein Deja-vu der etwas anderen Art, vor allem beim Eingeben der eigenen Homepage: Das zerstückelte Ergebnis der Texte und Bilder sorgt garantiert für bestürzte Sorgenfalten, ob denn der Bildschirm nicht in Ordnung sei. Hilfe bietet etwas Kenntnis über die Geschichte der Browser und des World Wide Webs, glänzend und umfassend zusammengefasst auf »W3History.org«. Online- wie Offline-Historiker kommen auf ihre Kosten, da die WWW-Geschichte von politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sportlichen Eckdaten des jeweiligen Jahres eingerahmt wird. Ein Lese- und Klickvergnügen der seltenen Art.

Patricia Batlle


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