webreporter Elektronisches Recycling


»Endlich hat jemand an mich gedacht« eine Mail macht Freude. Doch allzu häufig folgt die Ernüchterung. Der Absender ist unbekannt. Oder schlimmer noch: der Inhalt interessiert nicht die Bohne. »/ANRISS«

»Endlich hat jemand an mich gedacht« eine Mail macht Freude. Doch allzu häufig folgt die Ernüchterung. Der Absender ist unbekannt. Oder schlimmer noch: der Inhalt interessiert nicht die Bohne. Die anfängliche Freude weicht. Wut breitet sich aus. Da nervt jemand mit unerwünschten Nachrichten, versandt an tausende User. Solche Spam-Mails regen viele Besitzer einer E-Mail-Adresse schon seit längerem auf.

Die unerwünschte, elektronische Werbepost strapaziert nicht nur die Nerven des Empfängers. Die Datenbahnen verstopfen und das Internet wird langsamer. Viele Initiativen versuchen dem Mail-Terror ein Ende zu setzen. »EuroCauce« informiert über die Problematik und die Arbeit gegen die unlauteren Methoden der elektronischen Werbung. Über mehr oder weniger wirkungsvolle Anti-Spam-Software informiert »FightSpam.org«. Spezielle Mailinglisten halten Betroffene und Interessierte stets auf dem Laufenden. Sagen Sie Ihre Meinung zum Thema in unserem

stern.de-Forum

Einen anderen Weg geht »Muelltonne.de«. »Wenn schon lästige Mails, dann mit Nutzen«, lautet das Motto des Angebots. Der elektronische Schrott wird von »Muelltonne.de« im wahren Sinne des Wortes recycelt. Dazu muss die unerwünschte Mail an den virtuellen Abfalleimer weitergeleitet werden. Fein säuberlich in seine Bestandteile zerlegt, kommt die Mail kurz darauf zurück. Fragt sich nur, was mit einer E-Mail anzufangen ist, die alle Zeichen nach seiner Häufigkeit auflistet.

Auf das Problem weiß »Muelltonne.de« eine Antwort. Der Service bietet auch inhaltlichen Gewinn. Je nach Wunsch kann das erhaltene Spam-Mail in poetische Texte oder Witze umgewandelt werden. Als Material dienen die eingesandten Buchstaben und Satzzeichen.

Dumm nur, dass die Seite nicht so ganz im Sinne der »Spam«-Bekämpfer arbeitet. Das Web wird nicht entlastet. Vielmehr erhöht das Angebot des »Hessischen Rundfunks« und der »Systemberatung Dunkel« das Verkehrsaufkommen auf den Datenautobahnen.

»Spam« ist im übrigen nicht zwangsweise ungenießbar. Das zeigt die us-amerikanische »Hormel Foods Corporation«. »Spam« heißt ihr Dosenfleisch-Produkt schon seit über 60 Jahren. Wohl gemerkt: ohne das Internet zu belasten. Guten Appetit ! Nur eine Bitte: sehen Sie bitte vom Recycling ab.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker