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Werbe-Skandal: Lokalisten.de-Werbemotiv sorgt für Kontroverse

Eine jüngst veröffentlichte Werbekampagne für die Online-Community Lokalisten.de sorgt für Aufregung. Auf den Plakaten im Comic-Format wird einer von drei Steinzeit-Menschen unter dem Motto "It's good to have friends" vor dem Erhängen gerettet.

Die ProSiebenSat1-Mediengruppe war sichtlich bemüht, sich schnellstmöglichst von der Werbekampagne ihres Unternehmens Lokalisten.de zu distanzieren. Ein Sprecher des Hauptgesellschafters SevenOne Intermedia sagte in aller Deutlichkeit: "Wir sind schockiert!" Auf einem der Plakate werden drei Steinzeitmenschen an den Galgen geführt. Nachdem ihnen bereits der Strick um den Hals gelegt wurde, umarmt der Henker plötzlich einen von ihnen und rettet ihn vor dem Erhängen. Dass die Grafiken allesamt in Comic-Manier gestaltet sind, macht sie nicht weniger schockierend. Der Slogan "It's good to have friends" soll die beabsichtigte Message verdeutlichen: Man kann nie wissen, wo und wann einem ein Freund begegnet. Doch wie es den anderen beiden Steinzeitmenschen, die anscheinend keine Mitglieder von Lokalisten.de waren, ergeht, zeigt das Plakat überdeutlich: Sie baumeln im Hintergrund tot am Strick.

Die anderen beiden Entwürfe der Werbeagentur DDB Berlin sind nicht weniger geschmacklos. Dort geht es um einen Raubüberfall und sogar Kannibalismus. Der Sprecher von SevenOne Intermedia versucht zu erklären: "Die Agentur hatte kein explizites Mandat der Lokalisten erhalten." Laut dem Sprecher sei DDB Berlin von sich aus an das Unternehmen herangetreten, um Anzeigenmotive für Kreativ-Wettbewerbe zu entwerfen. Die seien dann nicht abgestimmt worden.

Stefanie Waehlert, Geschäftsführerin der Lokalisten Media GmbH, sieht den Schwarzen Peter ebenfalls bei der Agentur: "Für mich ist das ein Kommunikationsgau der Agentur DDB. Ich habe das Motiv gestern zum ersten Mal gesehen, die Agentur hatte keinerlei Freigabe von uns dafür." Diese Freigabe hätte die Agentur nach Worten von Waehlert auch nie erhalten: "Wir distanzieren uns entschieden von diesem Motiv. Es ist geschmacklos. Wir erwarten, dass DBB das umgehend klarstellt und sich offiziell entschuldigt."

DDB Berlin wurde inzwischen aufgefordert eine Stellungnahme abzugeben, was bis dato ausgeblieben ist.

Update vom 20. Februar

In einer inzwischen veröffentlichten Stellungnahme der Lokalisten heisst es, dass es offensichtlich in der Kommunikation mit der Berliner Agentur DDB zu den Arbeiten für den ADC Wettbewerb 2009 einige Missverständnisse gegeben habe. DDB sei nicht die Agentur der Lokalisten Media GmbH und die Arbeiten seien nie für die Außenkommunikation bestimmt gewesen. Dennoch tauchen die Plakatentwürfe auf einem Kreativportal im Internet auf.

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