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Demna Gvasalia "Es war unangemessen": Kreativdirektor von Balenciaga äußert sich zu umstrittener Kinder-Kampagne

Demna Gvasalia
Demna Gvasalia ist der Kreativdirektor von Balenciaga
© Matt Crossick/ / Picture Alliance
Das Luxuslabel Balenciaga zeigte in einer Werbekampagne Kinder, die mit Kuscheltieren in Bondage-Kleidung posieren und sorgte damit für einen Skandal. Kreativdirektor Demna Gvasalia hat lange geschwiegen – nun bezieht der 41-Jährige Stellung.

Provokation ist Teil des Geschäfts, doch mit zwei aktuellen Aktionen hat das Luxuslabel Balenciaga in den Augen vieler eine Grenze überschritten. Für eine Weihnachts-Kampagne ließ das spanisch-französische Modehaus Kinder ablichten, die mit Plüschtieren in Bondage-Kleidung posieren. Zudem waren in Werbemotiven für die kommende Frühjahr-Sommer-Kollektion originale Gerichtsdokumente des Supreme Court zum Thema Kinderpornografie zu sehen.

Inzwischen hat der Modekonzern beide Kampagnen zurückgezogen und öffentlich um Verzeihung gebeten. Nun hat sich auch Demna Gvasalia zu dem Skandal geäußert. Seit 2015 ist der Georgier Kreativdirektor und verhalf dem 1919 von Cristóbal Balenciaga gegründete Fashion-Hauses zu neuem Erfolg.

Balenciaga-Kreativdirektor Demna Gvasalia äußert sich auf Instagram

"Ich möchte mich persönlich für die falsche künstlerische Wahl des Konzepts der Geschenke-Kampagne mit den Kindern entschuldigen und übernehme die Verantwortung dafür. Es war unangemessen, Kinder für Objekte werben zu lassen, die nichts mit ihnen zu tun hatten. So sehr ich manchmal durch meine Arbeit zum Nachdenken anregen möchte, würde ich das niemals mit einem so schrecklichen Thema wie Kindesmissbrauch tun, ich verurteile es zutiefst", schreibt der 41-Jährige in einem Beitrag auf Instagram.

Er wolle aus seinen Fehlern lernen und sich mit Kinderschutzorganisationen in Verbindung setzen, "um zu erfahren, wie ich zu diesem furchtbaren Thema beitragen und helfen kann", so Gvasalia weiter. Ähnlich hatte sich auch schon Balenciaga in seinem Entschuldigungsschreiben geäußert. Der Modekonzern kündigte an, künftig mit Einrichtungen zusammenzuarbeiten, die sich für den Kampf gegen Kindesmissbrauch und -ausbeutung engagieren. Auch finanziell sollen die Organisationen unterstützt werden. Dazu sei ein großzügiger Fond eingerichtet worden, teilte CEO Cédric Charbit mit.

Balenciaga zieht Klage gegen Set-Designer und Produktionsfirma zurück 

Zudem zog Balenciaga seine 25-Millionen-Dollar Klage gegen Set-Designer Nicholas Des Jardins und die Produktionsfirma North Six zurück. Beide waren engagiert worden, um die Frühjahr-Sommer-Kampagne zu inszenieren. Dass auf den Fotos dann echte Gerichtsunterlagen zum Thema Kinderpornografie zu sehen waren, sei ohne das Wissen von Balenciaga geschehen, behauptete das Modehaus. Das Label habe so einen immensen Imageschaden erlitten, so die Argumentation für den zunächst geforderten Schadensersatz.

Sprecher von Nicholas Des Jardins und North Six hatten die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. Weder der Set-Designer noch die Produktionsfirma hätten die finale Kontrolle über das Shooting gehabt, verantwortlich seien allein Mitarbeiter von Balenciaga gewesen. Sie hätten auch die entscheidenden Bilder ausgewählt und schließlich zur Veröffentlichung freigegeben.

Quellen:  Instagram Demna, CNN, Page Six

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