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Modehersteller Nach umstrittener Werbung mit Bondage-Teddy: Balenciaga versucht eine Entschuldigung

Balenciaga
Balenciaga steht für eine Kampagne mit Kindern in der Kritik
© Manfred Segerer / Imago Images
Die Debatte um Balenciaga kommt nicht zur Ruhe. Nun hat sich der Modehersteller auf Instagram in einer langen Stellungnahme zu der umstrittenen Werbekampagne geäußert – und um Verzeihung gebeten.

14,3 Millionen Menschen folgen der Marke Balenciaga auf Instagram. Doch wer sich den Account anschaut, findet dort aktuell genau ein Posting. Einen langen, in englischer Sprache verfassten Text, in dem sich das spanisch-französische Modehaus um Schadensbegrenzung bemüht. Es ist der Versuch, die Debatte wieder einzufangen, die um eine Kampagne entstanden ist. 

Bei der umstrittenen Aktion waren junge Kindermodels zu sehen, die Teddybären in Bondage-Kleidung in der Hand halten. Auf anderen Bildern war ein absichtlich schlecht verstecktes Gerichtsdokument über 'virtuelle Kinderpornografie' zu sehen, das von einer Balenciaga-Handtasche halbwegs verdeckt wurde. Nicht wenige empfanden das Spiel mit Kinderpornografie als extrem geschmacklos, es hagelte Kritik.  Balenciaga löschte daraufhin alle Fotos. Doch damit ist noch immer keine Ruhe eingekehrt. Mittlerweile haben sich auch Prominente wie Kim Kardashian zu Wort gemeldet und ihren Abscheu über diese Werbung zum Ausdruck gebracht.

Balenciaga: "Wir verurteilen Kindesmissbrauch"

Wohl auch deshalb sah sich der Konzern nun zu einer ausführlichen Stellungnahme gezwungen. "Wir verurteilen Kindesmissbrauch aufs Schärfste, es war niemals unsere Absicht, ihn in unsere Geschichte mit einzubeziehen", schreibt der Modehersteller. Die beiden Werbekampagnen enthielten eine Reihe von schwerwiegenden Fehlern, für die Balenciaga die Verantwortung übernehme, heißt es weiter.

In der Erklärung ist von zwei getrennten Kampagnen die Rede. Für die Präsentation der Bondage-Bären Kinder als Models ausgewählt zu haben, sei eine falsche Wahl gewesen. "Die Verantwortung dafür liegt ausschließlich bei Balenciaga." Dass in der zweiten, für den Frühling 2023 geplanten Kampagne originale Gerichtsdokumente zu sehen waren, war der Fashion-Firma hingegen nicht bewusst gewesen. Das sei "grobe Fahrlässigkeit "von einer dritten Partei gewesen – darüber habe man sich bereits beschwert. 

Aus dem Debakel werde man Konsequenzen ziehen und Strukturen sowie Arbeitsprozesse überarbeiten. Zudem wolle das Unternehmen künftig mit Organisationen zusammenarbeiten, die Kindesmissbrauch und -ausbeutung beenden wollen.

Am Ende wird man noch einmal dramatisch: "Balenciaga wiederholt seine aufrichtige Entschuldigung für die Verletzung, die wir verursacht haben, und weitet seine Entschuldigungen auf seine Talente und Partner aus."

Ob damit die Debatte beendet ist? Mehr als 117.000 Menschen haben dem Beitrag bis zum Mittwochnachmittag ein Like gegeben. Keine geringe Zahl – doch angesichts von mehr als 43 Millionen Followern ist da wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.

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