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Sarah Knappik im Interview: "Ich habe die Zuschauer gespalten wie Moses das Meer"

Kein anderer Teilnehmer polarisierte im Dschungelcamp 2011 so stark wie sie. Im stern.de-Interview verrät Sarah Knappik, was ihr die Zeit gebracht hat - und warum sie lieber nach vorn blickt.

Sarah Knappik im Dschungelcamp 2011: Alle Infos zu 'Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!' im Special bei RTL.de

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Frau Knappik, welche Gefühle haben Sie, wenn Sie an Ihre Zeit im Dschungel zurückdenken?
Ich hab gar keine Emotionen. Ich sehe die Zeit als Lebenserfahrung. Es war immerhin nur eine Unterhaltungssendung. Und wir wissen ja: Man darf nicht alles glauben, was im Fernsehen passiert.

Wann haben Sie gemerkt, dass die Zeit im Camp für Sie unangenehm werden könnte?


Das weiß ich nicht mehr. Ich hake die Sachen schnell ab und gucke nach vorne. Darüber mache ich mir gar keinen Kopf. Es war nicht einfach. Ein Streit ist immer blöd, vor allem wenn er öffentlich ausgetragen wird. Aber letztlich sind wir alle noch da.

Das klingt sehr abgeklärt. Ist nichts Negatives haften geblieben?


Um Gottes willen! Es ist das neue Jahr, wir sind alle erwachsene Menschen, und ich muss mit den übrigen Teilnehmern nicht befreundet sein. Da bin ich total entspannt. Ich habe anderes zu tun, als mir den ganzen Tag einen Kopf über Indira, Jay oder sonst wen zu machen.

Wie hat sich die Teilnahme auf Ihre Karriere ausgewirkt?
Jeder hat seither sein eigenes Bild von mir. Ich habe die Zuschauer gespalten wie Moses das Meer. Das ist mir aber egal: Jeder soll über mich denken, was er möchte. Rückblickend auf das Jahr muss ich aber sagen: Ich bin zufrieden, ich konnte mich in vielen neuen Bereichen austesten.

Es hat Ihnen also nicht geschadet?


Ich bin ja noch da. Ich werde von euch interviewt. Ich bitte Sie: Der stern ruft an! Ich hab im letzten Jahr für viel Quote gesorgt, und letztlich wollen alle Quote erreichen, die in den Medien arbeiten. Ich hab aber auch viel Fanpost von den unterschiedlichsten Menschen bekommen - vom Gefängnisinsassen bis zum Professor. Dichter, Künstler, spirituelle Menschen.

Waren Sie geschockt, als Sie das Camp verlassen und mitbekommen haben, welche Wellen Ihr Auftritt geschlagen hat?


Es war verrückt. Jeder Handwerker, jeder Bäcker erkennt einen und weiß Bescheid. So ist leider unsere Welt: Viele Menschen haben Vorurteile und kommen mit einer gewissen Erwartungshaltung auf einen zu. Ich wusste, worauf ich mich einlasse, aber mit dem Ausmaß hab ich nicht gerechnet. Das haben selbst unsere Produzenten nicht erwartet.

Sind aus der Zeit im Camp bleibende Freundschaften entstanden?


Ich telefoniere regelmäßig mit Gitta Saxx, sie wird mich demnächst besuchen. Mit Peer Kusmagk bin ich in Kontakt. Eva Jacob habe ich öfter gesprochen. Ansonsten geht jeder seinen Weg.

Wussten Sie vorher, wer außer Ihnen ins Lager kommt?


Nein. Das habe ich erst am Flughafen erfahren. Es kursierten zwar vorher schon Namen in der Presse, aber man darf nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.

Haben Sie sich im Zusammenschnitt falsch dargestellt gefühlt?


Wir wurden 24 Stunden am Tag gefilmt, und das hat RTL dann auf eine Stunde reduziert. Dadurch werden Zusammenhänge falsch dargestellt. Viele Teilnehmer haben sich anfangs in den Vordergrund gespielt, ich dachte schon, dass ich gar keine Chance habe. Wenn sich einer aber immer nur von der besten Seite zeigt, wird das rausgeschnitten.

Werden Sie sich die neue Staffel des Dschungelcamps im TV anschauen?


Ja, auf jeden Fall. Da kommen bestimmt Erinnerungen hoch: Der Dschungel ist ja auch hart! Nicht nur wegen der Mitinsassen, auch das Leben an sich. Das Essen, das Schlafen und das Ungeziefer. Das ist Bundeswehr für ganz harte Hunde. Aber es ist auch schön: Das härtet ab. Jeder möchte mal an seine Grenzen kommen.

Sind Sie bei der neuen Staffel in irgendeiner Form beteiligt?


Warten Sie's ab! Es gibt vielleicht noch eine kleine Überraschung. Man sollte sich das auf jeden Fall angucken.

Sie sind ein Ruhrpottkind und leben inzwischen in Berlin. Wie gefällt es Ihnen da?


Ich bin in Hessen geboren, in Bochum aufgewachsen und wohne jetzt in Berlin. Ich find die Mischung ziemlich spektakulär. Ich genieße die Zeit in Berlin, aber die Stadt ist recht impulsiv, ich werd da bestimmt nicht alt. Ich bin auch nicht so der Partymensch. Ich gehe lieber mal zu einem Event, wo man auf dem roten Teppich ist. Dieser Partywahnsinn ist nicht meine Welt. Ich hab einen Hund, da gehe ich lieber spazieren.

Interview: Carsten Heidböhmer
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