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Wurm-Attacke Spam-Alarm auf Facebook


Wenn Facebook-Freunde plötzlich Englisch schreiben und in ihren Statusmeldungen von tollen Geschenken berichten, sollten die Alarmglocken anspringen. Eine neuer Wurm attackiert das größte Netzwerk der Welt.
Von Gerd Blank

Passionierte Facebook-Nutzer kennen das: Fast sekündlich laufen Statusmeldungen der Freunde ein. Aber nicht immer werden diese Nachrichten wirklich von den Freunden verschickt. Was im E-Mail-Verkehr bereits seit Jahren gang und gäbe ist, findet auch immer mehr im größten sozialen Netzwerk der Welt statt: Spam- und Scam-Versender nutzen die Leichtgläubigkeit der Nutzer.

Die standardisierten Texte dieser verseuchten Nachrichten sind nicht immer leicht als Fake zu erkennen. Allerdings sollte man stutzig werden, wenn Freunde plötzlich englische Nachrichten posten. Oder wenn Freunde ihre Meldungen erstmals per mobilem Web veröffentlichen.

Derzeit macht eine Umfrage-Meldung mit folgendem Inhalt die Runde durchs Facebook-Netz:

"Subject: hey i think u will like this
Im only sendin this to my clos friends. On FBs page here = http://apps.facebook.com/hotonion/, they are giving us gifts in return for using there new insane features!
"

Als Beleg für die tollen Geschenke sind noch glückliche Gewinner aufgeführt, die seltsamerweise den identischen Text veröffentlichen:

"I thought this survey stuff was GARBAGE but i just went on a shopping spree at walmart thanks to FB = http://apps... this wont last long so gooo!"

oder

"I thought this survey stuff was BULL** but i swear I just used the Best Buy giftcard they sent me here http://apps... to buy a laptop!"

Nicht klicken!

Facebook-Nutzer, die eine dieser Meldungen in ihrem Profil sehen, sollten diese ignorieren und NICHT darauf klicken. Denn sonst werden die eigenen Freunde ebenfalls automatisch mit dieser Nachricht belästigt.

Man muss zwischen unerwünschter Werbung (Spam) und dem Ausnutzen von Sicherheitslücken unterscheiden. So können manipulierte Anwendungen dafür sorgen, dass im Nutzerprofil bestimmte Aktionen durchgeführt werden, beispielsweise den automatischen Versand von Meldungen an den Freundeskreis. Das alleine wäre zwar schon ärgerlich, allerdings nicht weiter schädlich für den Einzelnen.

Dummerweise genügt ein Klick auf den in dieser Nachricht kommunizierten Link, um selbst diese Nachrichten zu versenden. Man wird zum Multiplikator. Beim aktuellen Wurm handelt es sich bislang nicht um eine besonders heimtückische Phishing-Methode, bei der Passwörter, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern ausgespäht werden sollen. Dennoch ist Vorsicht angebracht, denn die hinter dem Link verborgene Seite könnte genau für solche kriminellen Vorhaben eingesetzt werden.

Tipps von Facebook

Zu dem aktuellen Vorfall gibt es zwar noch keine Stellungnahme von Facebook, allerdings gibt der Konzern generelle Tipps für den richtigen Umgang mit Meldungen dieser Art. Ein Sprecher des Unternehmens schreibt, dass Facebook eine Vielzahl an Sicherungen implementiert hat, mit denen Schadsoftware, Phishing und aggressiver Spam entdeckt und verhindert werden sollen. Verdächtige Meldungen werden im gesamten Angebot automatisch gelöscht. Nutzer hätten außerdem die Möglichkeit, verdächtige Nachrichten zu melden. Dann ginge Facebook nach der Devise "gemeldet, geprüft, gesperrt" vor. Sobald Facebook aktiv schädliche Nachrichten löscht, werden dadurch auch alle bereits verschickten Meldungen zurückgezogen. Auf einer speziellen Seite für deutschen Nutzer warnt das Unternehmen zudem davor, auf bestimmte Nachrichten zu klicken.


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