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Batterie-Tipps: Mehr Saft für den Handy-Akku

Smartphones der neuesten Generation bieten zwar viel Multimedia. Doch das Mehr an Features wird mit kürzeren Akku-Laufzeiten bezahlt. Mit diesen Tipps hält die Batterie von iPhone, Android-Handy und Co. deutlich länger.

Von Gerd Blank

Wer mit seinem Handy unterwegs ist, möchte natürlich auch immer erreichbar sein. Doch wenn der Akku streikt und man nicht mal eine Kurznachricht versenden kann, nützt das schönste Smartphone nichts. Das große Display und die permanente Web-Anbindung belasten den Stromverbrauch der Geräte sehr stark. Zudem dienen die Handys inzwischen nicht nur zur Kommunikation, sondern auch als Musikspieler, Navigationsgerät und Kamera. Auch wenn es unbequem ist, könnte man sich mit einem Ersatzakku behelfen, der immer parat ist, sobald der Saft verbraucht ist. Aber iPhone-Nutzer haben noch nicht einmal diese Möglichkeit, da die Batterie dort fest verbaut ist. Was also tun, wenn man im Urlaub ist oder aus anderen Gründen keine Möglichkeit findet, die Handys mit Strom zu versorgen? Mit den folgenden Tipps lässt sich der Stromverbrauch deutlich reduzieren und das Gerät dadurch länger nutzen.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten, mit welchen generellen Tipps alle Smartphone-Akkus länger halten.

Generelle Tipps

Raus aus der Tasche

Ein Großteil der männlichen Handynutzer trägt sein Telefon in der Hosentasche. Doch dieser Platz ist denkbar ungünstig. Aber nicht, weil Handys eventuell sensible Bereiche des menschlichen Körpers bestrahlen, sondern weil es für die Batterie dort viel zu warm ist. Handy-Akkus mögen es kühl. Ein Gürtelclip fürs Smartphone muss es als Alternative nicht gerade sein, aber ein Transport des Geräts in der Jackentasche wirkt sich schon deutlich aus.

Geschwindigkeit reduzieren

Beim Surfen per Handy sorgt UMTS dafür, dass die aufgerufenen Seiten schneller geladen werden. Aber beim Telefonieren oder verschicken von Kurznachrichten wird diese schnelle Verbindung nicht benötigt. Wer UMTS nur dann einschaltet, wenn der Dienst benötigt wird, spart deutlich Strom.

Dienste ausschalten

Sicher gibt es Handy-Nutzer, die ständig auf der Suche nach Bluetooth-Geräten, Wlan-Verbindungen oder GPS-Satelliten sind. Auch die ständige Verbindung zum Exchange-Postfach, damit ja keine E-Mail verpasst wird, kann aus geschäftlichen Gründen notwendig sein. Doch all diese Dienste verbrauchen sehr viel Strom. Wer alle ungenutzten Services ausstellt, wird mit einer deutlich längeren Akku-Laufzeit belohnt.

Dunkler ist besser

Je heller das Display ist und je länger es nach einer Nutzung des Geräts noch leuchtet, desto mehr Strom verbraucht das Smartphone. Um Energie zu sparen, sollte die Helligkeit angepasst werden. Auch Leuchtdauer des Displays sollte man reduzieren.

Mobiles Web

Je größer das Display der Geräte ist, desto größer ist die Versuchung, auf herkömmlichen Websites zu surfen. Dabei bieten viele Website-Betreiber eine für Handys angepasste Version ihres Angebots an. Die abgespeckten Homepages bieten möglicherweise weniger Features, dafür verbraucht der Akku deutlich weniger Strom. Schließlich müssen keine verspielten Werbebanner angezeigt werden.

Tipps für iPhone-Nutzer

Die größte Schwäche beim iPhone ist der Akku. Das weiß selbst Apple und gibt auf der Homepage Tipps fürs Stromsparen. Am besten fürs Gerät ist es, wenn es draußen nicht zu heiß und nicht zu kalt ist. Außerdem sollte der Batteriestrom komplett verbraucht werden, um dann, wenigstens einmal im Monat, den Akku komplett aufzuladen.

Was Apple nicht schreibt: Der sehr schöne Service, jederzeit per "Push" automatisch über neue E-Mails informiert zu werden, verbraucht mehr Strom, als wenn man Nachrichten per Knopfdruck abruft. Auch das ständige Abgleichen neuer Kontakte oder Termine ist ein Stromfresser.

Die Suche nach neuen drahtlosen Netzwerken kann ebenfalls getrost beendet werden - zumal in Deutschland eh kaum kostenlose Hotspots zu finden sind.

Spiele verbrauchen viel Energie

Auch wenn es noch so viel Spaß macht: Spiele sind nicht nur Zeit- sonder auch Stromfresser. Besonders jene Games mit Vibrationsfunktionen und imposanten 3D-Effekten sollte man meiden, wenn man auf genügend Strom angewiesen ist.

Besitzer der jüngsten iPhone-Version 3GS brauchen zudem nicht mehr raten, wie viel Strom noch zur Verfügung steht. Statt einer Batterie kann man sich den verbleibenden Energievorrat in Prozent anzeigen lassen. Hierfür einfach in die "Einstellungen" gehen, dort "Allgemein" auswählen, auf "Benutzung" tippen und schließlich "Batterieladung in %" auswählen.

Der beliebte App-Store bietet derzeit rund 85.000 Programme. Einige von ihnen senden Nachrichten, sogenannte Push-Notifications, aufs Display. Andere fragen nach dem aktuellen Standort, um ortsbezogene Informationen zu bieten. All diese schönen Features sorgen ebenfalls dafür, dass die Batterie viel Strom abgibt.

Tipps für Blackberry-Nutzer

Wer sich ein Blackberry kauft, will und muss ständig erreichbar sein, egal ob per Telefon oder E-Mail. Gerade dieses Kaufargument sorgt für einen hohen Stromverbrauch. Hier auf Services und Netzwerkverbindungen zu verzichten, würde der normalen Nutzung widersprechen. Allerdings gibt Blackberry-Hersteller Rim ein paar Tipps, mit denen dennoch Energie gespart werden kann. Nach dem Websurfen sollte der Browser mittels der ESC-Taste beendet werden. Und statt Java-Menüs zu nutzen, kann man mit selbst angelegten Verknüpfungen schneller die gewünschten Programm starten.

Ist man darüber hinaus noch bereit, für ein paar Euro hilfreiche Tools zu kaufen, kann ebenfalls deutlich Strom sparen. So stoppt das Programm

Radio Saver

automatisch die Suche nach Netzwerken, falls die Netzabdeckung mal nicht so gut ist. Und mit

Auto Standby

macht das Blackberry-Smartphone bei Nichtnutzung nicht nur die Augen zu, sondern fällt in einen echten Tiefschlaf.

Tipps für Android-Nutzer

Das Google-Handy ist ein echter Stromfresser. Aber: Viele Entwickler haben die offene Android-Plattform genutzt, um praktische Energiespar-Programme zu veröffentlichen. Mit der Applikation Locale lässt sich beispielsweise einstellen, wann welcher Service genutzt wird. Ist man am Arbeitsplatz werden möglicherweise andere Dienste benutzt, als in der Freizeit. Und in der Nacht müssen wahrscheinlich keine E-Mails abgerufen werden, Anrufe sollen aber dennoch ankommen.

Ebenfalls praktisch ist

APNdroid

, mit dem sich mit nur einem Knopfdruck die Netzgeschwindigkeit reduzieren lässt. Einen Schritt weiter geht

Powercontrol

, mit dem alle stromhungrigen Dienste gezielt an- und ausgeschaltet werden können. Zudem lässt sich die Batterieanzeige wie beim iPhone auf Prozent umstellen. Aber darüber hinaus erfahren Nutzer, wodurch seit der letzten Aufladung wie viel Strom verbraucht wurde.

Tipps für Windows-Mobile-Nutzer

Auch bei Smartphones mit Windows Mobile lässt sich mit den bereits erwähnten Methoden Strom sparen, also durch die Reduzierung der Geschwindigkeit, schnelleres Abdunkeln des Bildschirms und das abstellen automatischer E-Mail-Abrufe. Zudem gibt das kleine Programm WMLongLife, mit dem das Gerät im Stand-by-Betrieb automatisch von UMTS auf das langsamere, aber sparsamere GPRS gestellt wird.

Tipps für Palm-Pre-Nutzer

Das neue Smartphone von Palm wartet mit einem ganz besonderen Feature auf: Es kann mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen. Natürlich zu Lasten der Batterie. Daher gilt auch hier: Nur die Services aktivieren, die auch wirklich genutzt werden. Alles, was automatisch nach Updates, Nachrichten und Informationen im Netz sucht, verbraucht auch Energie. Ist man in den eigenen vier Wänden, kann man Anrufe per Rufumleitung ans Festnetz schicken und dann das Gerät in den Strom sparenden Flugzeug-Modus schalten, der alle Netzwerkverbindungen verhindert.

Tipps für Symbian-Nutzer

Ob Nokia oder Sony Ericsson: Symbian ist auf den meisten Geräten dieser Hersteller installiert. Doch auch wenn diese Handys oft nur kleinere Displays haben, lässt sich auch dort Strom sparen. Wer keine ständige Internetverbindung benötigt, sollte die Zugangseinstellung unbedingt von "wenn verfügbar" auf "wenn benötigt" ändern. Die Telefone fragen dann, ob und wie auf das Internet zugegriffen werden soll. Und da auch viele neuere Symbian-Handys mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen können, hilft hier ein beherztes Beenden der Programme, um Energie zu sparen.