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Neue Tarifmodelle: Willst Du Dein Datenvolumen mit mir teilen?

Jeder hat einen eigenen Smartphone-Tarif? Wie umständlich. Dank neuer Tarif-Modelle können sich nun Paare, Familien und WGs einen gemeinsamen Tarif teilen - und ihn an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Smartphone Tarif teilen

In Zukunft müssen Paare nicht mehr auf denselben Bildschirm schauen, um ihren Datentarif zu teilen.

Man wohnt zusammen, geht gemeinsam einkaufen, teilt sich das Auto und den Festnetzanschluss inklusive Wlan. Nur die Handytarife hat jeder für sich abgeschlossen. Sie werden dann im Zweifelsfall sogar noch vom gemeinsamen Konto abgebucht. Aber warum eigentlich? Weil es bisher gar nicht anders ging. Nun haben gleich mehrere Anbieter ein neues Tarifmodell für sich entdeckt: den Sharing-Tarif.

Vorreiter sind Vodafone und der Elektro-Riese Media-Saturn, der Saturn und Mediamarkt betreibt. Beide haben in den letzten Tagen neue Tarife vorgestellt, die zum Teilen für mehrere Personen gedacht sind. Bei Vodafone heißt das Ganze Red+. Saturn und Mediamarkt bieten das gleiche Angebot jeweils unter dem Namen "Super Select" an, die Tarife der Elektroriesen werden in Zusammenarbeit mit Telefonica angeboten und funken entsprechend im O2- und E-Plus-Netz. Alle drei Tarif-Modelle sind allerdings mehr als nur eine Partnerkarte.

Tarife aus dem Baukasten

Um die Tarife an die verschiedenen Bedürfnisse der Nutzer anzupassen, stellt man sich seinen Vertrag entsprechend zusammen. Dazu lassen die Anbieter die Kunden aus einer ganzen Reihe von Tarif-Blöcken auswählen. So kann sich jeder die Tarifteile dazubuchen, die er braucht. Etwa ein größeres Datenpaket oder eine zusätzliche SIM-Karte für das Tablet. Die Optionen sind nicht bei allen Anbietern die gleichen. Bei Media-Saturn lässt sich etwa festlegen, wie viele Freiminuten man benötigt, bei Vodafone sind nur Flatrates buchbar. Dafür kann man sich hier aber eine DSL-Leitung und ein IPTV-Angebot dazuwählen.

Ein weiterer Unterschied: Bei Vodafone haben alle ein gemeinsames Datenvolumen. Verbraucht einer der Teilenden weniger als ihm zusteht, können die anderen in diesem Monat mehr surfen. Allerdings hat das auch seine Tücken: Schaut der Sohnemann unterwegs zu viele Videos bei Youtube, wird in der Mitte des Monats plötzlich die ganze Familie gedrosselt. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Bei Saturn-Media verteilt man das gebuchte Datenpaket dagegen gleich am Anfang auf die SIM-Karten. Das ist zwar zuverlässiger, dafür dann aber deutlich unflexibler.

Tarif nach Bedarf

Bei Media-Saturn sind die Tarife schon buchbar, sie gehen ab einem Preis von 10,98 Euro los. Dafür gibt es eine SIM-Karte mit 250 Minuten oder SMS und 500 MB Datenvolumen. Pro zusätzlicher SIM-Karte kommen dann 4,99 Euro dazu. Die Telefonflat gibt es für 9,99 Euro pro Person. Die Daten lassen sich in Paketen buchen, 1 GB kostet 9,99 Euro, das größte Paket mit maximal 11 GB gibt es für 39,99 Euro.

Bei Vodafone sind die Preise noch nicht vollständig bekannt, das Angebot soll erst im November an den Start gehen. In einer Beispielrechnung verlangt Vodafone für ein Paket aus Allnetflat für das Smartphone inklusive 2 GB Datenvolumen und einem DSL-Anschluss mit Flatrate 49,98 Euro. Bucht man einen zweiten Handy-Anschluss und eine Verdoppelung des Datenvolumens, werden daraus 74,98 Euro. Vier Smartphone-Flats inklusive 8 GB Datenvolumen, DSL-Flat und eine HD-Option für IP-TV kosten dann 129, 98 Euro. Alle Vodafone-Preise gelten für die ersten zwölf Monate. Danach erhöht sich der Preis jeweils um 20 Euro.

Entlastung mit Konfliktpotenzial

Die Preise für die gebuchten Pakete gehen in Ordnung, echte Schnäppchen sind sie in Zeiten immer weiter fallender Handytarife allerdings immer noch nicht. Zumal durch den gemeinsamen Vertragsabschluss durchaus auch Konfliktpotenzial ins Haus kommt. Was unternimmt man etwa, wenn sich ein Paar trennt oder die WG sich auflöst? Oder sich eben einer ständig rücksichtslos durchs Datenvolumen frisst. Dann wird aus der gemeinsamen Rechnung ganz schnell von der Entlastung zum Streitgrund.