Handy-Kostenfallen Unschöne Bescherung


Mutti kriegt ein neues Handy, Oma ein altes, der Sohn sein erstes: Wer zur Weihnachtszeit sich und seine Lieben mit neuen Mobiltelefonen ausstattet, muss sich auch mit Handyverträgen und Gebühren beschäftigen - und mit Kostenfallen.

Wer vor der Entscheidung steht, sich ein neues Handy anzuschaffen oder bestehende Verträge zu verlängern, sollte sich kurz mit ein paar Themen beschäftigen, die über die Frage hinausgehen: Grundgebühr oder Prepaid?

Die von Anbietern zurzeit stark beworbenen Minutenpakete sind nämlich nicht für jeden sinnvoll. Das Wechseln von einem Tarif zum anderen kann böse Überraschungen bringen. Es gibt mehr Ausnahmen im Kleingedruckten als man denkt. Frei-SMS können einen Haken haben. Eine Partnerkarte wird nicht aus karitativen Gründen angeboten. Und der richtige Takt ist nicht nur in der Musik wichtig.

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Ralf Sander

Minutenpakete

Viele Handynutzer versuchen, eine monatliche Grundgebühr zu vermeiden. Neben den bekannten Prepaidkarten bieten die Mobilfunkfirmen auch Minutenpakete an. Der Kunde kann Kontingente von 50, 100 oder mehr Minuten pro Monat vorab kaufen und abtelefonieren. Die Verbindungsentgelte mögen günstig sein - doch solche Pakete lohnen sich nur, wenn man sie auch tatsächlich aufbraucht. Denn bei vielen Angeboten verfallen übrig gebliebene Minuten am Ende eines Monats. Es ist also zu empfehlen: Anhand alter Handyrechnungen den durchschnittlichen Minutenbedarf pro Monat zu schätzen, wenn man sich für ein Paket entscheiden möchte. Und überprüfen, ob Rest-Minuten verfallen oder in den nächsten Monat übertragen werden.

Minutenpakete II: Wohin telefoniere ich?

Wenn Sie ein Minutenpaket kaufen, kann es sein, dass nicht alle Verbindungen über das Paket abgerechnet werden. Bei T-Mobile und Vodafone zum Beispiel sind standardmäßig Anrufe in andere Mobilfunknetze nicht im Paket enthalten und werden extra abgerechnet. Gegen Aufpreis (5 Euro pro Monat) lassen sich Fremdnetzverbindungen in die Minutenpakete aufnehmen. Also: Vorher die Ausnahmen genau prüfen.

Wechselgebühren

Wer sich beim Handytarif "verwählt" hat, kann in einen günstigeren wechseln - gegen zum Teil happige Gebühren von bis zu 50 Euro. Machen Sie sich also Gedanken über Ihren Bedarf (mithilfe vergangener Rechnungen), bevor Sie einen Vertrag abschließen. Der Hinweis des Verkäufers "Sie können jederzeit wechseln" kann einen Haken haben.

Ausnahmen bei Mindestumsatz und Freiminuten

Auch bei vereinbarten Mindestumsätzen lohnt es sich zu prüfen, welchen Arten von Verbindungen ausgeschlossen wurden. Bei manchen Tarifen werden Anrufe zu anderen Handynetzen nicht auf den Mindestumsatz angerechnet. Gleiches gilt auch für Freiminuten-Kontingente.

Von wegen Frei-SMS

Wer scharf ist auf Pakete mit Frei-SMS, muss in die Fußnoten des Vertrages gucken: Der kostenlose Versand funktioniert häufig nur über spezielle SMS-Nummern, die im Handy extra eingestellt werden müssen. Sonst wird regulär abgerechnet. Und häufig gibt es Probleme, wenn die Empfänger direkt auf die Frei-SMS antworten wollen. Wegen der langen Spezialnummer kann der Versand schief gehen.

Zusatzkarte, Zusatzkosten

Bei Vertragsabschluss bekommt man häufig eine Zusatzkarte für ein zweites Handy (z. B. für Partner oder Kind) ohne Grundgebühr angeboten. Dann kann es einen Haken geben: Mindestumsatz. Solche Angebote sind nur sinnvoll, wenn mit der zweiten Karte auch telefoniert werden und sie nicht nur für Notfälle bereitliegen soll. Und ganz wichtig: Zusatzkarten müssen extra gekündigt werden, wenn der Hauptvertrag endet. Wer das verschläft, hat plötzlich einen weiteren vollwertigen Handyvertrag am Hals.

Taktung

Besonders kurze Handygespräche können unverhältnismäßig teuer werden, wenn im so genannten 60/1-Takt gezählt wird. Das bedeutet: Es wird immer die erste Gesprächsminute komplett abgerechnet, danach geht's sekundenweise weiter. Wer am Mobiltelefon immer kurz angebunden ist, sollte auf eine 10/10- oder sogar 1/1-Taktung achten. Die gibt's gegen geringen Monatsaufpreis, kann sich aber bei vielen kurzen Gesprächen schnell rentieren.


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