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Erwischt!: Huawei und Samsung: So tricksen uns die Handy-Hersteller bei Werbefotos aus

Die Handyhersteller versprechen in ihren Werbeclips sensationelle Fotokameras. Doch oft nehmen sie den Mund etwas zu voll. Nun wurden Samsung und Huawei beim Schummeln erwischt. Die Methoden waren ziemlich dreist.

Dieses Selfie wurde mit einer Smartphone-Frontkamera gemacht? Nicht ganz ...

Huawei ist einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt. Im vergangenen Quartal konnten die Chinesen bei den Stückzahlen sogar an Apple vorbeiziehen. Der Konzern hätte es somit eigentlich gar nicht nötig, Dinge zu beschönigen. Doch wie nun herauskam, trickste der Hersteller in einem ägyptischen Werbeclip für das neue Mittelklasse-Smartphone Huawei Nova 3i. In dem Video ist ein Paar zu sehen, das viel Freude daran hat, Selfies zu knipsen. Immer wieder werden Standbilder eingeblendet, die vermeintlich mit der Frontkamera geknipst wurden. In Wahrheit machte sie jedoch ein professioneller Fotograf mit Spiegelreflexkamera.

Aufgeflogen ist die Geschichte durch ein Versehen: Ausgerechnet die Hauptdarstellerin des Werbeclips - Model und Schauspielerin Sarah Elshamy - teilte mit ihren 1,3 Millionen Instagram-Followern ein "Hinter den Kulissen"-Bild. Dabei ist ihr Kollege zu sehen, wie er den Arm ausstreckt und so tut, als ob er ein Selfie macht - dabei hält er gar nichts in der Hand. Davor ist das dicke Objektiv der DSLR-Kamera zu sehen. Das ist nicht nur peinlich, sondern auch dreist. Das Foto wurde mittlerweile gelöscht, das Werbevideo ist aber immer noch online.

Samsung nutzte ein Stock Photo

Einen ähnlichen Fauxpas erlebte vor wenigen Tagen Samsung. In sozialen Netzwerken warb der brasilianische Account des Unternehmens mit einem Bild für die Qualität der Frontkamera des Galaxy A8. Ein Nutzer fand jedoch kurz darauf heraus, dass es sich bei dem gezeigten Bild um ein Stock Photo - also ein vorproduziertes Symbolbild - der Bildagentur Getty Images handelt, das bereits im Jahr 2015 hochgeladen wurde. Das Foto wurde von Samsung lediglich leicht bearbeitet und mit einem Firmenlogo versehen. Es handelte sich dabei um keinen Einzelfall: Das Unternehmen postete noch ein weiteres Stock Photo und gab dieses - erneut leicht bearbeitet - als ein mit der Frontkamera geknipstes Bild aus.

Als Samsung darauf aufmerksam gemacht wurde, entschuldigte sich der Konzern mit einer dürftigen Erklärung: "Ups, Sie haben recht. [...] Viele der Fotos, die wir posten, werden mit unseren Smartphones aufgenommen. Aber einige - wie etwa dieses - sind Bilder, die auch die Einstellung unserer Zielgruppe darstellen."

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