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Datenvolumen verbraucht O2 schafft die ultralangsame Daten-Drosselung ab - aber nicht für alle

O2 Smartphone Drosselung
Langeweile beim Surfen: Mit Daten-Drosselung macht das Smartphone keinen Spaß. Bei O2 ist damit nun Schluss.
© ©Martin Dimitrov/Getty Images
Seit Jahren vermiesen uns die Mobilfunkanbieter mit ihrer Daten-Drosselung den Spaß am Smartphone. Jetzt prescht O2 nach vorne und will das elend langsame Drossel-Netz abschaffen. Aber nicht jeder darf sich freuen.

"Ihr Datenvolumen für diesen Monat ist aufgebraucht." Eine Nachricht, die Vielsurfer häufig zu sehen bekommen. Wenn das Inklusivvolumen aufgebraucht ist, wird die Leitung gedrosselt - auf schier unbenutzbare Geschwindigkeiten. Jetzt will O2 dem ein Ende bereiten. Leider dürfen aber nicht alle Kunden des Anbieters jubeln.

Ab dem 5. Oktober will O2 die neuen "O2 Free"-Tarife einführen, mit denen Nutzer dauerhaft schnell im Internet surfen können, das kündigte der Konzern in einem Blog-Beitrag an. Eine Drosselung nach einem festgelegten Volumen gibt es weiterhin - aber mit deutlich geringerer Einschränkung. Die Kunden dürfen dann immer noch mit 1 Mbit die Sekunde surfen - mehr als 30 mal so schnell wie die 32Kbit die Sekunde, die O2-Kunden aktuell bekommen. Das reichte nicht mal mehr für E-Mails, jetzt sind mit ein bisschen Wartezeit sogar Youtube-Videos drin. Der Zugriff aufs LTE-Netz fällt zwar weg, 1 Mbit schafft aber auch das UMTS-Netz in der Regel ohne Probleme.

1 MBit die Sekunde als neues Drossel-Netz

Auf eine "Fair Use"-Regelung will O2 verzichten, selbst wer nach der Drosselung massenhaft weiter Daten verbrät, wird nicht weiter verlangsamt. Auch die bisher geltende automatische Nachbuchung von kostenpflichtigem Datenvolumen will O2 in den Free-Tarifen abschaffen. Verbraucherschützer hatten sie schon länger kritisiert. 

Die neue Regelung gilt für alle Kunden der neuen Free-Tarife. Die werden wie ältere Tarifmodelle auch nach Inklusivvolumen gestaffelt. Der günstigste Tarif bietet für 24,99 Euro eine Telefon- und SMS-Flat sowie 1 GB Daten, beim Teuersten sind es ganze 8 GB für 54,99 Euro. Die sind sicher vor allem für Heavy-User interessant. Wer dagegen nicht ständig Höchstgeschwindigkeit braucht, sondern vor allem chattet und Musik streamen möchte, dürfte mit 1 GB locker auskommen.

Viele Bestandskunden dürfen zubuchen

Bevor sich Bestandskunden nun ärgern: Wer einen "Blue All-In"-Tarif nutzt, kann sich die neue Drosselgrenze dazubuchen - muss dafür aber 5 Euro im Monat hinlegen. Das dürfte in den vielen Fällen aber ohnehin günstiger sein als die automatische Nachbuchung. Das Angebot gibt es zunächst nur für O2-Kunden, später könnten auch Fonic und Co. umgestellt werden. Nach Angaben von "Computer Bild" soll für O2-Kunden zudem ein um fünf bis zehn Euro vergünstigter Wechsel in die neuen Tarife möglich sein. 

Vorbild für die aggressive Strategie ist nach Angaben der "Welt" der US-amerikanische Mobilfunkmarkt. Dort hatten sich die kleineren Anbieter Sprint und der US-Ableger der T-Mobile mit echten Flatrates gegen die großen Konkurrenten Marktanteile erkämpft.


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