Rekordquote Handys überholen Einwohnerzahl


Ein Telefonanschluss reicht dem Deutschen nicht mehr aus. Mit 82,8 Millionen Handys gibt es erstmals mehr Mobiltelefone als Einwohner. Der rasante Anstieg der Anschlüsse hat mehrere Gründe.

Erstmals gibt es in Deutschland mehr Mobilfunkanschlüsse als Einwohner. Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) mitteilte, ist die Zahl der Anschlüsse zum 1. August auf 82,8 Millionen gestiegen. In Deutschland leben rund 82 Millionen Menschen. Ursprünglich hatte der Bitkom erst zum Jahreswechsel mit mehr Handy-Karten als Einwohnern gerechnet. "Die günstige Preisentwicklung und der ungebrochene Trend zum Zweithandy haben in den vergangenen Monaten die Entwicklung beschleunigt", erläuterte Bitkom-Präsident Willi Berchtold.

Billiganbieter, die SIM-Karten oft auch ohne Mobiltelefone über das Internet vertreiben, hatten den Wettbewerb angeheizt und die Minutenpreise im vergangenen Jahr um zwölf Prozent gedrückt. Die Anbieter versuchen auch, mit Minuten-Paketpreisen oder Handy-Gesprächen zu Hause zu Festnetzpreisen die Kunden zu häufigerem Telefonieren zu bewegen. In anderen Ländern liegt die Verbreitung von Handy-Karten schon länger über 100 Prozent. In Italien etwa liegt die Quote nach Angaben des Bitkom bei 120 Prozent.

Trend zu mehreren Telefonkarten hält an

Das Brancheninstitut Informa zeigt in seiner jüngsten Studie auf, dass zum Ende des ersten Quartals 2006 in 30 Prozent aller Länder weltweit die Zahl der Mobilfunkanschlüsse die der Einwohner übertroffen hat. In Märkten wie Großbritannien, Schweden oder Italien liege die Penetration bei über 110 Prozent. Die Anzahl der Menschen, die in entwickelten Märkten ein Handy nutzten, habe sich bei 80 bis 85 Prozent der Einwohnerzahl eingependelt, so die Experten. Aber der Trend zu einer zweiten oder dritten Telefonkarte halte an. Bis zum Jahresende erwartet Informa in 40 Ländern eine Penetrationsrate von über 100 Prozent.

Deutschland sei eines der letzten Länder in Westeuropa, wo nun die Marke von 100 Prozent Penetration überschritten worden sei, sagten die Analysten von Gartner. Geringer sei die Verbreitung noch in Frankreich, Belgien und Dänemark.

Reuters Reuters

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