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Mediennutzung von Kindern Smartphone gehört nicht in die Schultüte – Experten halten Kinder ab elf für reif genug

Ein Junge steht mit einer Schultüte in der Hand vor einem Schulgebäude
Zum Start ins Schulleben gehört bei vielen eine Schultüte. Ein Smartphone hingegen sollte laut Experten nicht dazugehören. 
© Matthias Bein / DPA
Das Smartphone gehört längst bei vielen Grundschülern zum Alltag. Doch bevor Eltern zum neuen Schuljahr auch die Schulstarter in der Schultüte damit beschenken, sollten sie lieber abwarten. Experten geben Antworten zur Mediennutzung von Kindern. 

Was spricht für ein Smartphone für Erstklässler? 

Smartphones sind auch bei den jüngsten Kindern im Trend. Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte im Juni eine Studie, nach der mehr als jedes fünfte Kind im Alter von sechs bis neun Jahren ein eigenes Handy besitzt. Manche Eltern halten das eigene Handy für Kinder auch für unverzichtbar – unter anderem, um die Kinder immer erreichen zu können.

Was spricht gegen ein Smartphone für Schulanfänger?

Experten der unter anderem vom Bundesfamilienministerium getragenen Initiative "Schau hin!" halten die Kinder im Grundschulalter schlicht noch nicht für reif genug. Erst mit elf oder zwölf Jahren sei die nötige Reife erreicht – das ist erst nach der Grundschule. Die Experten begründen dies mit der fehlenden Fähigkeit, die Gefahren des Internets richtig einzuschätzen. Außerdem überfordern die vielen Funktionen des Geräts. Dazu kommt das fehlende Vermögen, die Kosten richtig einzuschätzen – sowohl bei der Anschaffung als auch im laufenden Vertrag.

Ist das Smartphone grundsätzlich für die Kinder zu verdammen? 

Nein, eigene Erfahrungen mit Smartphone oder Tablet können auch in diesem Alter nach Einschätzung der Experten sinnvoll sein. Dazu ist eine Grundvoraussetzung aber, dass eine tägliche Nutzungszeit vereinbart und dann auch eingehalten wird. Im Alter der Erstklässler sollten dies laut Empfehlung nicht mehr als 30 Minuten sein. Für solche Zeiten benötigen die Kinder aber kein eigenes Gerät – das kann auch eines der Eltern sein.

Welche Alternative gibt es? 

Viele Eltern wollen gerade durch die üblich gewordene ständige Erreichbarkeit auch ihr Kind ständig erreichen können – zum Beispiel auf dem Rückweg von der Schule. Für dieses klassische Telefonieren reichen aber auch herkömmliche Handys ohne Internetzugang aus. Diese sind nach wie vor im Handel zu bekommen und kosten deutlich weniger als Smartphones.

Wie können Eltern ihre Kinder überzeugen?

Mit dem Hinweis, dass ein anderes Kind aber doch auch schon ein Smartphone hat, versuchen Kinder gern ihre Eltern zu überreden. Hier sollten Eltern schlicht klar in ihrer Position sein. Dabei kann helfen, dem Kind für eine begrenzte Zeit das eigene Smartphone zu überlassen. Außerdem spielt das eigene Vorbild der Eltern eine Rolle. Wer bewusst für gewisse Zeiten offline ist, kann das auch überzeugender den Kindern vermitteln.

key DPA

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