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T-Mobile: iPhone soll Datenumsatz stärken

Die mobile Nutzung des Internets über das iPhone wird die Netze von T-Mobile besser auslasten. Das hofft Firmenchef Philipp Humm. Laut Insidern verkauft sich das Apple-Handy aber schlechter als erhofft.

Von Volker Müller

"Das Handy von Apple zeigt, wie einfach der mobile Zugang zum Internet sein kann. Es stärkt die Nachfrage und setzt andere Hersteller unter Druck, Vergleichbares zu bieten", sagte Philipp Humm, Deutschland-Chef von T-Mobile, der FTD. Bei der Vermarktung des iPhone muss sich T-Mobile an Vorgaben von Apple halten. Datendienste sind für die Mobilfunkanbieter der stärkste Umsatztreiber der kommenden Jahre. Derzeit erzielt die Tochter der Deutsche Telekom noch unter zehn Prozent des Umsatzes von etwa 8 Milliarden Euro mit Datendiensten. Ein lukratives Geschäft: "Wir haben in unserem Netz noch reichlich freie Kapazitäten, die wir zu sehr niedrigen Kosten auslasten können", sagte Humm. Die Rendite bei Daten ist höher als bei der Sprachtelefonie, da keine Kosten für fremde Netze anfallen.

Das iPhone ist kein Top-Seller

Bislang verkaufe sich das iPhone aber eher schleppend, berichten Brancheninsider. Während im Weihnachtsgeschäft von Verkaufsschlagern bis zu 10.000 Geräte am Tag verkauft würden, komme T-Mobile beim iPhone nicht über 700 Stück hinaus. Humm kommentierte diese Zahl nicht. Allerdings mache das iPhone derzeit weniger als zwei Prozent der von T-Mobile verkauften Geräte aus. Damit dürfte der Verkauf unter den internen Erwartungen liegen.

T-Mobile-Chef Philipp Humm sieht das mobile Internet vor dem Durchbruch. Humm verteidigt die Entscheidung des Konzerns, die Beziehung zwischen Netzbetreiber und Gerätehersteller grundlegend zu ändern. T-Mobile hat von Apple das Recht erhalten, das iPhone in Deutschland exklusiv verkaufen zu können. Zudem übernimmt Apple die übliche Subvention der Handys. Im Gegenzug erhält Apple eine Beteiligung von bis zu 30 Prozent der Telefonieumsätze - dieses hatte es zuvor noch nicht gegeben. Um das finanzielle Risiko zu minimieren, verkauft T-Mobile das Handy nur mit einem Zweijahresvertrag und sperrt das Gerät technisch gegen einen Netzwechsel.

Eng gefasster Verkaufskanal

Insbesondere mit der Sperre hatte sich T-Mobile massive Kritik zugezogen. Zuletzt hatte der Rivale Vodafone versucht, das Koppelgeschäft untersagen zu lassen, war damit aber vor Gericht gescheitert. Humm sieht Vodafone als schlechten Verlierer im Rennen um das iPhone. Die Erfahrung von Apple in den USA habe gezeigt, dass ein eng gefasster Verkaufskanal besser sei als ein breit gefächerter Vertrieb. Deshalb reiche T-Mobile das Gerät auch nicht an die Provider wie Debitel weiter.

Apple hat nach FTD-Informationen seinem Partner sehr restriktive Konditionen diktiert. Neben der Umsatzbeteiligung verbietet der Vertrag T-Mobile, das iPhone über Service-Provider oder Elektronikmärkte zu vertreiben - auch nicht mit einem T-Mobile-Vertrag. Zudem schreibe Apple die Werbung für das Handy im Detail vor, berichten Beteiligte.

Exklusivvertrag bleibt Einzelfall

Humm bestritt aber, als Bittsteller bei Apple aufgetreten zu sein: "Wir haben vielmehr eine Vereinbarung zwischen gleichwertigen Partnern getroffen. Wir sind der einzige Anbieter mit einem flächendeckenden Netz für den Datenturbo Edge, mit dem das iPhone funkt - für Apple konnte es keinen anderen Partner als uns geben."

Der exklusive Vertrag mit Apple würde zunächst aber ein Einzelfall bleiben: "Ich sehe derzeit kein anderes Gerät mit einer ähnlichen Alleinstellung, das ein solches Vertriebsmodell ermöglichen würde."

FTD