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Neue Magenta-Tarife: Mogelpackung: So schummelt die Telekom bei der Urlaubs-Flatrate

Seit einigen Tagen hat die Telekom ihre Magenta-Tarife überarbeitet. Sie sind nun ein paar Euro teurer, werben dafür aber mit unbegrenzten Minuten, SMS und Daten-Flat - auch im EU-Ausland. Nur leider ist die Flatrate gar keine.

Telekom Urlaub

Roaming machte den Urlaub zur Kostenfalle. Die neuen Telekom-Tarife sollen das in der EU unterbinden. Eine echte Flat bieten sie aber nicht.

Die Telefonrechnung nach dem Urlaub konnte einem früher schnell die Erholung verderben: Wer zu lange an der Strippe hing, hatte durch die Roaming-Gebühren schnell horrende Rechnungen produziert, auch die Internet-Nutzung ging oft saftig ins Geld. Damit ist bald zumindest innerhalb der EU Schluss. Ab Ende April sind die Kosten gedeckelt, Juni 2017 ist mit den Roaming-Kosten dann ganz Schluss. Die Telekom verspricht seit dieser Woche schon in den neuen Tarifen unbegrenztes Surfen, Schreiben und Telefonieren im EU-Ausland. So ganz stimmt das aber leider nicht.

Die in den Magenta-Tarifen "S", "M" und "L" enthaltene Option nennt die Telekom auf der Bestell-Seite zwar "All Inclusive", um eine echte Flatrate handelt es sich aber nicht. In den Fußnoten zum Tarif findet sich die entscheidende Einschränkung: Eine "angemessene Nutzung" fordert die Telekom da, die Option sei ausschließlich "für eine vorübergehende, private Nutzung zulässig". Wer ein Winterdomizil in Mallorca besitzt oder beruflich in Europa hin- und herpendelt, ist also als Kunde unerwünscht.

Echte Flat geht anders

Was genau angemessen ist, definiert die Telekom sicherheitshalber auch gleich mit: 1000 SMS und 1000 Minuten Telefongespräche seien in einem Monat in Ordnung. Wer mehr verbraucht, muss mit einer Abmahnung rechnen und kann bei Wiederholung sogar den Vertrag gekündigt bekommen. Immerhin: Eine Kostenfalle für Vieltelefonierer gibt es nicht. Beim Datenvolumen können die Kunden ihr Inklusivvolumen verbrauchen, dann muss kostenpflichtig nachgebucht werden.

Klar, die wenigsten Kunden werden die Limits erreichen, für einige dürften sie allerdings wirklich ärgerlich sein. 1000 Minuten klingen zwar zunächst sehr viel. Pro Tag sind das aber "nur" 33 Minuten. Auch reguläre Telefon-Flats haben meist eine Einschränkung im Kleingedruckten, die fallen allerdings ungleich höher aus und werden wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen erreicht. Wer etwa im Grenzgebiet wohnt oder ein Ferienhaus besitzt, dürfte sich über eine echte Roaming-Flatrate gefreut haben. Zumal die bisherige All-Inclusive-Option der Telekom diese Einschränkungen nicht hatte.

Telekom zahlt drauf

Aus Sicht der Telekom ist die Entscheidung allerdings nachvollziehbar: Die muss die Roaming-Minuten nämlich selbst bei den Auslands-Partnern einkaufen. Während Konkurrent Vodafone in beinahe allen EU-Ländern eigene Ableger hat und die Minuten nur im Konzern umbuchen muss, kostet die Telekom die kostenlose Roaming-Option echtes Geld. Und dann rechnet sich die Flat für den Konzern plötzlich gar nicht mehr. Man hätte sie allerdings auch nicht so bewerben müssen.

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