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Tipps zur iPhone-Datenspeicherung Was Sie gegen Apples Sammelwut tun können


Apples iPhone und iPads zeichnen ungefragt die Aufenthaltsorte ihrer Besitzer auf. Doch die Nutzer müssen Apples Treiben nicht tatenlos zusehen. Es gibt Gegenmaßnahmen - einige allerdings mit Nebenwirkungen.
Von Ralf Sander

"StasiPhone", "Big-Brother-Handy", "Peilsender für die Hosentasche" – böse sind die Reaktionen auf Apples Datensammelwut, die von den IT-Experten Alasdair Allan und Pete Warden auf einer Entwicklerkonferenz ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht wurde: iPhones und iPads mit dem Betriebssystem iOS 4 zeichnen ständig den Aufenthaltsort der Nutzer auf. Die Breiten- und Längengrade der Orte werden gemeinsam mit einem Zeitstempel abgespeichert, in einer Datei mit dem Namen "consolidated.db". Dabei fallen zum Teil mehrere zehntausend einzelne Ortsangaben an. Die Angaben sind allerdings nicht immer exakt und offenbar werden auch keine Daten an Apple oder Dritte übertragen.

Dennoch ist die Speicherung der Ortsdaten auf den mobilen Geräten für viele ein Aufreger, die Nutzer weder deutlich sichtbar über den Vorgang informiert, geschweige denn um Zustimmung gebeten werden. Nicht umsonst haben deutsche Datenschützer Ermittlungen gegen Apple eingeleitet.

Ein paar Tipps, wie man Apple das Sammeln abgewöhnen und die gespeicherten vor unerlaubtem Zugriff schützen kann.

Wie kann ich verhindern, dass iPhone und iPad ortsbezogene Daten sammeln?

Das Ausschalten des GPS-Empfängers reicht nicht aus, weil die Daten mithilfe des Mobilfunknetzes berechnet und nicht über Satellitenpeilung ermittelt werden. Die Aufzeichnung der Positionsdaten lässt sich aber auf iPhone oder iPad in den Einstellungen unter dem Menüpunkt "Ortungsdienste" deaktivieren. Wichtig: Ortungsdienste müssen generell und komplett abgeschaltet werden. Die Nutzung von Ortsdaten durch einzelne Apps lässt sich an dieser Stelle ebenfalls steuern, doch das reicht nicht aus, um die Positionsbestimmung des mobilen Geräts allgemein zu unterbinden. Der Nachteil dieser rabiaten Maßnahme: Ortsbasierte Dienste wie Foursquare oder Karten-Apps funktionieren dann nicht mehr oder nur noch eingeschränkt. Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr weist außerdem daraufhin, dass es möglich ist, über eine bestimmte Apple-Website sein Gerät grundsätzlich von Datensammelfunktionen auszuschließen. Dafür muss man auf iPhone und iPad die URL http://oo.apple.com aufrufen, die Ortsdaten werden dann angeblich nicht mehr aufgezeichnet. Dieser Vorgang muss mit jedem Apple-Gerät wiederholt werden, das abgemeldet werden soll. Ob die iGeräte nach diesem Opt-Out wirklich alle oder nur einige Sammelaktivitäten einstellen, ist zurzeit allerdings nicht ganz klar. Es gibt widersprechende Berichte.

Wie kann ich verhindern, dass jemand auf die Datei mit den Ortsdaten zugreift?

Die fragliche Datenbank "consolidated.db" wird auch auf den Desktop-Rechner übertragen, sobald man diesen mit einem iPhone oder iPad synchronisiert. Dort wird die Datei unverschlüsselt abgelegt und ist relativ leicht für jeden einsehbar - zum Beispiel mit dem Programm "iPhone Tracker", mit dem man grafische Bewegungsprofile erstellen kann. Um die Datei wenigstens auf dem Desktop-Rechner vor unbefugten Zugriffen zu schützen, sollte man das Backup verschlüsseln. Dafür setzt man im Optionsmenü von iTunes bei "iPhone-Backup verschlüsseln" einen Haken. Das für die Verschlüsselung vergebene Passwort darf nicht in den sogenannten "Schlüsselbund" von iOS aufgenommen werden - sonst entschlüsselt der Rechner in vorauseilendem Gehorsam die Datei automatisch wieder, wenn man sie aufruft. Damit ist allerdings nur die Datei auf dem Computer geschützt, die Datenbank im iPhone oder iPad bleibt davon unberührt. Experten können sich die Daten aus dieser Quelle holen. Das sollte man nicht vergessen. Und übrigens: Löschen kann man die Datei auch nicht.


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