Einwegkameras In die Tonne


Einwegkameras? Da denken viele nur an Ex-und-hopp. Dabei sind die Billigknipsen eine interessante Ergänzung zur digitalen Fotografie.

Dass die herkömmliche Fotografie mit Film und Entwicklerbad ein Auslaufmodell ist, belegen alle Verkaufsstatistiken. Da wundert es, dass ausgerechnet das Geschäft mit Einwegfotoapparaten hervorragend läuft. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Exemplare verkauft - ein Wachstum von mehr als 25 Prozent gegenüber 2003.

Nicht zuletzt bei Digitalfotografen hat sich die Einwegfotografie als Geheimtipp herumgesprochen: Wegwerfkameras sind nämlich eine elegante Möglichkeit, auch im Sand oder Schlamm zu fotografieren, ohne die teure High-Tech-Pixelkamera zu gefährden. Denn wer - etwa im Urlaub - spontan eine Einwegkamera kauft, kommt damit auch günstig an digitale Fotos: einfach den Film in der Papphülle voll knipsen, die Kamera zum Entwickeln abgeben und die Bilder im Geschäft gleich auf CD brennen lassen. Später auf den PC kopiert, fügen sich die mit der Einwegkamera gemachten Bilder dann nahtlos in die digitale Fotosammlung auf dem Computer ein.

Klein, leicht, einfach zu bedienen

Einwegkameras sind klein und leicht, passen in jede Hosentasche und lassen sich ohne Zubehör und technisches Vorwissen benutzen. Einfache Modelle mit 27 Bildern gibt es in Drogeriemärkten schon ab fünf Euro. Viele sind mit bunten Motiven gestaltet und werden mit oder ohne Blitzlicht angeboten. Teurer sind Unterwasserkameras in Plastikgehäusen, die für unterschiedliche Tiefen geeignet sind. Teilweise funktionieren sie sogar noch zehn Meter unter der Wasseroberfläche, wie die türkisblaue QuickSnap Marine 800 von Fujifilm (rund zehn Euro für 27 Aufnahmen). Für Sportliche gibt es die Kodak Ultra Sport: Sie wird von einem wasser- und sanddichten Gummigehäuse geschützt (sechs bis zehn Euro für 27 Aufnahmen). Die "Filme mit Linse", wie Einwegkameras in der Fachsprache heißen, haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Viele sind mit lichtempfindlichen Filmen bis zu 800 ISO ausgestattet, die auch in dunklen Räumen und nachts gute Bilder machen. Vor allem bei Urlaubsfotos und Schnappschüssen unter Wasser liefern Einwegkameras ausgezeichnete Ergebnisse. Selbst Zoom-Objektive für Einwegkameras sind möglich, zum Beispiel bei der Kodak Ultra Zoom Flash, die Bildmotive bis zu 35 Prozent näher heranholt (gibt es in Deutschland aber erst ab August). In den USA werden auch schon erste digitale Wegwerfkameras verkauft, bei denen misslungene Bilder gleich wieder gelöscht werden können. Getrübt wird der Fotospaß allein durch die Frage nach der Umweltverträglichkeit. Denn ist der Film entwickelt, bleibt eine Menge Müll zurück: Das Pappgehäuse, elektronische Bauteile und die Batterien müssen entsorgt werden. Doch die Hersteller versichern, dass alle Teile wieder verwertet werden. Sie haben Recyclingsysteme aufgebaut und erhalten eigenen Angaben zufolge die Überreste der Kameras aus den Fotolaboren zurück, um sie wieder zu verwenden.

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