HOME

GPS-Schuhe: Sicherheit auf High Heels

Was nach einem Scherz klingt, ist in den USA tatsächlich Realität: der GPS-Schuh. Zielgruppe: unter anderem die Damen des Straßenstrichs. Ob Überfälle oder Belästigungen, bis hin zu Vergewaltigungen - der Schuh mit dem Namen "Platform001" soll das verhindern.

Von Matthias Lauerer

Dieser Name passt auch irgendwie, denn die Schuhe sind wirkliche Plattformen. Wer sie trägt, der sieht die Welt von oben. Mindestens 15 Zentimeter hoch, silbern und mit einigen netten Ideen ausgestattet - so sollen die Damen oder Herren der Straße in Zukunft auf Nummer sicher gehen können. Wenn ihnen die hohen Schuhe denn gefallen. So will es zumindest das "Aphrodite Project", welches seit dem Jahr 2000 als Ideengeber im Kunstbereich fungiert. Die Griechische Göttin Aphrodite hatte es den Machern angetan, daher der Name.

Ein Knopfdruck und Hilfe kommt

Die Idee, die die Erfindung bietet, ist simpel, aber effektiv. Denn wer bei seiner Arbeit auf der Straße Schutz benötigt, der fordert ihn mittels Knopfdruck einfach an. Möglich macht dies der "Rave Wireless Rave Guardian." Mit ihm und dem eingebauten GPS-Sender lässt sich schnell Hilfe holen. Oder wie es auf der Webseite dazu heißt: "Mit dem Druck eines Knopfes kannst Du Deine Position an Hilfsgruppen, oder die Polizei senden." Das "Rave"-System wird bislang eher auf amerikanischen Campus-Geländen von verängstigten Studenten eingesetzt, die ihr Mobiltelefon zur Sicherheit nutzen wollen. Läuft beispielsweise der eingestellte Timer auf dem Handy ab, ohne das ihn der Student vorher abgestellt hat, so aktiviert das Handy den "Rave Guardian", der SMS und die Lokalisierung per GPS miteinander verbindet.

Weiterer Schutz in den Schuhen: ein eingebauter akustischer Audioalarm, der Angreifer abschrecken soll. Weiter bieten die Schuhe ein verstecktes Fach für Kondome und Platz für das verdiente Geld. Doch das ist noch längst nicht alles, was die ungewöhnlichen Schuhe können: die eingebauten Lautsprecher sorgen je nach Wunsch für die richtige Musik. Die lässt sich von der Aphrodite-Homepage herunterladen. Ein auch im Schuh verbauter LCD-Monitor macht mit einem kleinen Filmchen Werbung für den Träger, oder die Trägerin. Rot ist der Power-Knopf, blau schimmert der GPS-Button und grün blinken die die beiden Einstellungsregler für die Lautstärke.

In den USA sucht man nun nach einem Hersteller, der die bisherigen Einzelexemplare in Serie herstellen möchte. Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom "New York State Council on the Arts". Die Organisation förderte im vergangenen Jahr 2700 Projekte. In Deutschland hingegen ist man ob der amerikanischen Aktivitäten erstaunt bis angetan. Bei "Tamara", einer Hilfs- und Beratungsorganisation für Frauen des Diakonischen Werkes Frankfurt ist die Mitarbeiterin erstaunt: "Und das ist alles in diesem einem Schuh drin?" Und weiter: "Ich finde so was grundsätzlich nicht schlecht, doch dass das in einem Schuh drin sein muss?" Bis die Schuhe auf den Markt kommen werden wohl noch Monate vergehen. Und bis dahin bleibt die Arbeit auf der Straße für Prostituierte weiterhin ein Stück weit gefährlich.

Themen in diesem Artikel