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Sicherheit auf der Piste: Stiftung Warentest: Sechs Skihelme sind sicher - einer ist giftig

Sicher geht auch günstig, teuer kann dagegen krebserregend bedeuten. Die Stiftung Warentest unterwirft Skihelme den strengen Kriterien für Profis.

Heute benutzt fast jeder Ski- oder Snowboardfahrer einen Helm.

Heute benutzt fast jeder Ski- oder Snowboardfahrer einen Helm.

Vor der Skisaison haben die Warentester aktuelle Skihelme in den Hintertuxer Alpen getestet. Damit nicht alle Helme mit Bravour bestehen, haben die Tester die Kriterien verschärft. Geprüft wurde nach den Maßgaben für Rennhelme (Klasse A) und nicht nach denen für Freizeitsportler (Klasse B). Helme für Profis müssen bei Geschwindigkeiten von über 100 km/h mehr aushalten und schützen immer auch die Ohren.

Mangelhaft wegen Giftstoffen

Der POC Fornix für 160 Euro wird wegen krebserregender Stoffe im Polster der Kinnriemen mit der Note "Mangelhaft" aussortiert. Der Hersteller hat bereits reagiert angekündigt, die betroffenen Polster auszutauschen. Die Sicherheitsprüfung für Freizeitsportler schaffen alle anderen Helme, die für Profis nicht jeder, aber immerhin sechs Helme.

Testsieger ist der Casco SP-6 Airwolf – er kostet beachtliche 235 Euro. Ebenfalls mit "Gut" schneiden der komfortable Uvex p1us (100 Euro) und der K2 Phase Pro für 90 Euro ab. Damit der Helm auch zur Kopfform passt und sich der Schutz mit der Skibrille verträgt, raten die Tester deutlich vom Online-Einkauf ab, Anprobieren sei Pflicht.

Es sei aber darauf hingewiesen, dass man den Uvex p1us und den K2 Phase Pro im Versand deutlich billiger bekommt. Im Vergleich zu den von den Warentestern angegebenen Preisen lässt sich ein Drittel sparen. Helme im Low-Cost-Bereich wurden ohnehin nicht getestet. Modischere oder extravagante Modelle auch nicht. Spätestens nach fünf Jahren sollten die Helme übrigens ausgetauscht werden. Selbst bei Nichtbenutzung verlieren die Kunststoffe langsam ihre Eigenschaften. Tipp: Beim Kauf die Etiketten nach dem Produktionsdatum durchforsten. Nicht, dass das teure Stück die Hälfte seiner Lebenszeit schon im Lager verbracht hat.

Freizeitvergnügen oder Profisport?

Mehr Schutz ist immer gut - wenn man auf diesem Standpunkt steht, macht man mit dem Testsieger von Casco sicher nichts verkehrt. Ein massiver, schwerer Rennhelm, der für eine rasante Abfahrt bestimmt die richtige Wahl ist. Ob ein Sicherheitskonzept für Profi-Sportler das richtige Modell für ein angestrebtes Freizeitvergnügen ist, kann man sicher diskutieren. Letztlich schützt der Helm einen entscheidenden Körperteil, aber eben nur einen. Ein hoher Widerstand gegen Durchstiche ist sinnvoll, aber man darf einen Punkt dabei nicht vergessen: Trifft das Objekt mit der Kraft wie im Test nur ein paar Zentimeter tiefer, schneidet es ungebremst durch Gesicht oder Hals.

Den vollständigen Test finden sie gegen Gebühr unter https://www.test.de/skihelme

Kra
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