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Kolumne

Hells Angel "Stones": Besser als Sex - Totale "Satisfaction" mit Mick und Keith

Seit Tagen lag ein Verlangen in der Hamburger Luft - nach freier Liebe, Lust, Party und Exzess. Auf dem Konzert der Rollings Stones fühlten wir uns wie Uschi Obermaier: "Kreiiiiiiisch!"

Von Henriette Hell

Paint It, Black! Yeah, Mick!

Paint It, Black! Yeah, Mick!

Alte Säcke? Überteuerte Tickets? Sauerstoffzelt hinter der Bühne?! Haha, absolut lächerlich! Wer das Glück hat(te), die dienstälteste Rockband der Welt dieser Tage live zu erleben, wird mir zustimmen: Mehr Sexappeal, mehr Jugendlichkeit, mehr Nonchalance geht nicht.

Die vielzitierten "Moves like Jagger" im Hamburger Stadtpark aus nächster Nähe zu betrachten – ein inspirierendes, ja, fast schon spirituelles Naturschauspiel. Ich schwöre euch, der Mann hatte mit 74 (!) mehr Feuer im kleinen Zeh als alle 84.000 Hanseaten im Publikum zusammen, von denen sich der Großteil erst nach anderthalb Stunden (als die Band ENDLICH ihren Megahit "Paint It, Black" anstimmte) mal locker machte und die Reißverschlüsse ihrer Jack-Wolfskin-Funktionsjacken bis zum Bauchnabel herunterzog. Erhitzt und erregt vor Glück.

Besser als Sex

"Das war orgastisch! Dieses Konzert ist besser als Sex! Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so befriedigt", schrie meine Freundin Kaja, als die letzten Töne von "Satisfaction" (in der sechsminütigen Live-Version) erklungen waren.

Ich konnte ihr nur zustimmen. "Mick und Keith haben das, worauf man bei den meisten Männern oft vergeblich hofft: Ausdauer, Stil, Rhythmus und Mut."

"Die haben kein Problem damit, einfach sie selbst zu sein – weil sie SELBST das Nonplusultra sind."

"Jaaaa!"

"Ich liebe sie!"

"Kreiiiiiiisch!"

"Kreeeeiiiiiiiiiisch!"

"I CAN’T GET NO!"

"SATISFATION!"

"Aaaaaahhhh!"

"Keeeeiiiiiiiitth!"

"Miiiiiick!" 

Ganz ehrlich: Ich kenne Leute, die standen – was ihre Lebenslust angeht – bereits mit Anfang 20 mit einem Bein im Sarg. Stocksteif, langweilig, null flexibel.

Tja, und die "Stones"? Düsen mit der eigenen Boeing (samt aufgedrucktem XXL-Zungen-Logo) um den Erdball, um den Geist von "Sex, Drugs & Rock’n’Roll" in die Welt zu tragen – dafür verdienen sie die Bundesverdienstorden aller Nationen, wenn ihr mich fragt.

Verlangen nach freier Liebe

In Hamburg lag schon Tage vor ihrem Auftritt etwas Besonderes in der Luft. Aus Fremden wurden Freunde. Innere Zurückhaltung wich dem Verlangen nach freier Liebe, Lust, Party und Exzess – à la Uschi Obermaier. 

Hinterher schrieben viele Zeitungen, die "Stones" müssen wohl über einen Zaubertrank verfügen. In Wahrheit ist das alles "nur" eine Frage der Einstellung, wenn ihr mich fragt. Ein Freund von mir, der Künstler Dietrich Kuhlbrodt, ist genau wie Mick Jagger oder Keith Richards auch mit 85 noch zu jeder originellen "Schandtat" bereit und scharrt auf diese Weise unzählige junge Menschen um sich, die ihn als stetige Inspirationsquelle und Vorbild sehen. Mit lässigem Amüsement startet "Didi" stets neue provokante Aktionen und kostet das Leben aus, als wäre es ein edler Rotwein, den man doch bitteschön bis zum letzten Tropfen genießt anstatt den Rest stehen zu lassen. Sonst wäre man ja auch schön blöd.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.