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Kolumne Hells "Angel": Sorry, Kate, dein Ex gehört uns allen!

In ihrer Kolumne Hells "Angel" knöpft sich Henriette Hell jede Woche Menschen vor, die in ihren Augen in puncto Liebe und Sex alles richtig machen. Oder alles falsch. Diese Woche: Matthew Bellamy.

Von Henriette Hell

Kate Hudson und Matthew Bellamy

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Kate Hudson und Matthew Bellamy beim Filmfest in Venedig 2012

Es gibt Menschen, die werden als Halbgötter geboren. Sie kommen als geniale Gitarristen, Sänger oder Pianisten zur Welt – und eignen sich deshalb nicht für herkömmliche Liebesbeziehungen. Sie sind zu Höherem bestimmt, weil sie aufgrund ihres außergewöhnlichen Talents dazu in der Lage sind, Menschen auf der ganzen Welt unvergessliche, mitunter fast schon orgastische Momente des Glücks zu bereiten, wenn sie es live so richtig krachen lassen.

Matthew Bellamy, 37, Frontman der Rockband Muse, ist so einer. Deshalb ging auch die Beziehung zu Hollywoodstar Kate Hudson in die Brüche, die auch die Mutter seines vierjährigen Sohnes Bingham ist. Gerade hat die 36-Jährige im "Allure"-Magazin Dampf abgelassen (typisch, Hollywoodschnitten!): "Wenn Matt und ich eine tolle Beziehung gehabt hätten, dann wären wir immer noch zusammen, aber wir haben uns getrennt, weil wir beide zu verschiedene Ansichten davon haben, wie wir unser Leben führen wollen."

Es war zum Scheitern verurteilt

Ach, Kate, das hätte ich dir auch schon vor vier Jahren sagen können, als die ersten Fotos von euch in "Gala" und Co. auftauchten: Händchenhaltend sah man euch beiden Hübschen auf den roten Teppichen irgendwelcher schnieken Filmpremieren, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Preisverleihungen oder beim Turteln am Strand von Malibu – meist auch noch mit Kates Sohn Ryder aus erster Ehe im Schlepptau. "Süß", quorrten da manche.

Ich jedoch dachte die ganze Zeit nur: "WTF?!" Ich meine, Matthew Bellamy wurde zum sechstbesten Frontman aller Zeiten ("Q Magazin") gekürt, "NME" wählte ihn zum 14th Greatest Rock ’n’ Roll Hero of all time und Muse gilt als eine der herausragendsten Live-Bands des Planeten. Er ist nicht irgend so ein Clown wie Kanye West oder Justin Bieber. So einer hat verdammt nochmal nichts in der Klatschpresse verloren. So einer muss spielen! Und nur das! Für alles andere gibt es Groupies. Deshalb versuchte ich es jahrelang auf telepathischem Wege, flehte innerlich immer wieder in Richtung Los Angeles: Bitte, Junge, zieh’ endlich den albernen Smoking aus, schnapp’ dir gefälligst deine E-Gitarre und dann los, zurück auf die Bühnen dieser Welt. Deine Fans brauchen dich!

Ein Mann für mehr als eine Frau

Hat zum Glück geklappt. Ein neues Album ist am Start: "Drones" schoss sofort von 0 auf Platz 1 in den USA und UK. Gerade füllen Muse im Rahmen ihrer Welttournee beinahe täglich ausverkaufte Stadien auf der ganzen Welt. In einigen Städten (z.B. Paris) muss die Band gleich sechsmal (!) hintereinander auftreten – obwohl pro Konzert teilweise bis zu 70.0000 Fans Platz finden! Ich kenne keine andere Band, die im Moment ähnliches zustande bringt – und das ist vor allem Matthew Bellamy zu verdanken, dem begnadeten Multiinstrumentalisten, der auf der Bühne als Sänger, E-Gitarrist und Pianist agiert und mit einem Stimmbereich von 3,7 Oktaven für Gänsehaut vom Scheitel bis zur Sohle sorgt. Kreiiiisch!

Noch bis Juni 2016 dauert die Drones-Welttournee an. Ganz zum Schluss spielen Muse in meiner Heimatstadt Hamburg. Ich werde in der ersten Reihe stehen, soviel steht fest. Außerdem ist die Band noch Headliner bei einem Festival, das ich besuchen werde. Gut möglich, dass ich Matthew Bellamy 2016 so häufiger zu Gesicht bekomme, als sein kleiner Sohn. Das ist traurig, pervers und gemein, aber leider auch der Preis, den ein Mann zahlen muss, wenn er als Gitarre spielender Halbgott auf diese Welt geworfen wird. Dafür wird er im Gegenzug von Millionen Frauen auf der ganzen Welt geliebt, begehrt und verehrt. 

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